Adliswil

Baurechtszinse spülen jährlich über 400'000 Franken in Stadtkasse

An der Parlamentssitzung vom Mittwoch gaben Informationen über städtische Grundstücke zu reden.

Zu den Baurechtnehmern in Adliswil gehört auch die Zurich International School (ZIS). Ihr Vertrag läuft in 84 Jahren aus. Bis dann zahlt die Schule der Stadt jährlich einen Baurechtszins von 364'000 Franken.

Zu den Baurechtnehmern in Adliswil gehört auch die Zurich International School (ZIS). Ihr Vertrag läuft in 84 Jahren aus. Bis dann zahlt die Schule der Stadt jährlich einen Baurechtszins von 364'000 Franken. Bild: Keystone

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Neben der Debatte zum Adliswiler Stadthausareal gab es an der Sitzung des Grossen Gemeinderats vom Mittwochabend ein zweites dominierendes Thema: Soll die Stadt Land, das ihr gehört, bei Bedarf verkaufen oder besser im Baurecht abgeben?

Mit dieser Frage befasst hatten sich die Räte schon an ihrer letzten Sitzung im Oktober, als sie die Bodeninitiative von SP und Grünen berieten. Diese will den Verkauf von stadteigenem Land stark einschränken. Diesmal war es hingegen eine Interpellation von Gemeinderäten aus FDP, GLP und CVP, die zu reden gab. Sie forderten in ihrem Vorstoss vom Stadtrat Auskunft über Grundstücke, die die Stadt derzeit im Baurecht abgegeben hat.

Aus der Antwort geht hervor: Es existieren aktuell sechs solche Grundstücke. In zwei Fällen ist die Baugenossenschaft Heimet seit den 1960er-Jahren Baurechtnehmerin. Jene Grundstücke liegen im Quartier Zopf. Ebenso jenes der Baugenossenschaft Adliswil. Auch dieser Baurechtsvertrag stammt aus den 60er-Jahren. Ein weiteres Areal nutzt seit 1978 die Genossenschaft Jugendwohnungen Bezirk Horgen. Es liegt in der Sihlau. Seit 1993 hat die Stadt auch einen Baurechtsvertrag mit der «Stiftung für Altersbauten in Adliswil», deren Liegenschaft sich an der Kronenstrasse befindet.

Zu guter Letzt gehört auch die Zurich International School (ZIS) zu den Baurechtnehmern. Ihr Vertrag läuft in 84 Jahren aus. Bis dann zahlt die Schule der Stadt jährlich einen Baurechtszins von 364'000 Franken. Und damit den Löwenanteil. Denn insgesamt nimmt die Stadt aktuell jährlich 404'600 Franken aus Baurechtszinsen ein.

Von Fall zu Fall entscheiden

Finanziell profitiere die Stadt nicht besonders stark von den bestehenden Baurechtsverträgen, kommentierte Interpellantin Silvia Helbling (FDP) stellvertretend für die FDP/EVP-Fraktion. Schliesslich kämen 90 Prozent der Baurechtszinse alleine von der ZIS. Ob Abgabe im Baurecht oder nicht, müsse die Stadt auch in Zukunft von Fall zu Fall entscheiden können, betonte Helbling. So sah es auch Gabriel Mäder (GLP), der sagte: «Die Stadt sollte nicht nur auf die Karte Baurecht setzen».

Der Stadtrat selber schrieb in seiner Antwort auf die Interpellation: Die direkte Rendite sei aus wirtschaftlicher Sicht der «wesentliche Beweggrund für ein Baurecht». Genau dies sei der «springende Punkt», meinte die Grüne Marianne Oswald dazu. Anders als ein einmaliger Grundstücksverkauf ermögliche das Baurecht «über Jahrzehnte Geld zu kriegen, bei der Grundstückgestaltung mitreden zu können und das Land am Ende immer noch zu besitzen».

Was das Adliswiler Stimmvolk davon hält, wird sich im nächsten Frühjahr zeigen, wenn über die Bodeninitiative von SP und Grünen sowie über den Gegenvorschlag des Stadtrats abgestimmt wird.

Erstellt: 07.11.2019, 18:43 Uhr

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