Thalwil

Bach am Siedlungsrand steht im Mittelpunkt

An der Gemeindeversammlung vom Donnerstag stimmen die Thalwiler über die Umgestaltung des Bönibachs für 730'000 Franken ab. Auf der Traktandenliste stehen zudem die Eisbahn und das Energieförderprogramm.

Der Bönibach in Thalwil soll teilweise verlegt, hochwassersicher ausgebaut und revitalisiert werde.

Der Bönibach in Thalwil soll teilweise verlegt, hochwassersicher ausgebaut und revitalisiert werde. Bild: Sabine Rock

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Nach der Openair-Gemeindeversammlung von Ende Juni im Plattenpark findet auch die nächste Versammlung weder in der Kirche noch im Gemeindehaussaal statt: Die Stimmbürger versammeln sich am Donnerstagabend im Alterszentrum Serata. Das erste von drei traktandierten Geschäften betrifft denn auch die unmittelbare Umgebung des Serata. Es geht um den Bönibach. Dieser fliesst zwischen den Familiengärten Böni hinab, entlang des gleichnamigen Gewerbegebiets und vorbei am Garten des Alterszentrums.

Den oberen Bachabschnitt liess die Gemeinde in den Jahren 2013 und 2014 bereits ausbauen und revitalisieren. Nun soll der untere, rund 480 Meter lange Teil folgen. Damit würden Massnahmen aus dem Richtplan und dem Landschaftsentwicklungskonzept umgesetzt, heisst es im Weisungsheft zur Gemeindeversammlung.

Neuer Spielplatz

Heute fliesst der Bönibach in einem engen, künstlichen Bachbett. Der Bachlauf «soll teilweise verlegt, hochwassersicher ausgebaut und revitalisiert werden», schreibt die Gemeinde. Kostenpunkt: 730 000 Franken. Dieser Baukredit wird den Thalwilern an der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt. Allerdings sei davon auszugehen, dass Bund, Kanton und ein Fonds des EWZ davon rund 444'000 Franken übernehmen werden.

Mit diesem Geld soll also das Bachbett neu leicht geschwungen und möglichst naturnah gestaltet werden. Um den Bach wie geplant verschieben zu können, muss die Gemeinde mit einem angrenzenden Grundeigentümer eine Landfläche von 1025 Quadratmeter abtauschen. Teilweise verlegt würde auch der parallel verlaufende Fussweg. Ausserdem ist neben dem Bach ein öffentlicher Spielplatz geplant. Ein solcher fehle bislang in jenem Gebiet. Das Projekt scheint unter den Lokalparteien unbestritten zu sein. Öffentliche Kritik wurde bis anhin nicht geäussert.

Eisbahn unter dem Budget

Auch die beiden anderen Traktanden der Gemeindeversammlung geben wenig Anlass zur Debatte. Beim einen handelt es sich um den 2017 erfolgten Neubau der Garderoben- und Technikgebäude der Kunsteisbahn Brand. Der Gemeinderat legt nun die Bauabrechnung zur Genehmigung vor.

Budgetiert waren Gesamtkosten von knapp 4,9 Millionen Franken. Die tatsächlichen Kosten blieben aber um 66 400 Franken unter diesem Wert. Wird die Bauabrechnung an der Gemeindeversammlung angenommen, kann die Gemeinde beim kantonalen Sportfonds noch einen Beitrag von 650 000 Franken beantragen.

1,6 Millionen für die Umwelt

Das dritte Traktandum betrifft das Energieförderprogramm der Gemeinde. Erstmals beschlossen wurde dieses im Jahr 2010 für die Zeitspanne bis 2014. Während dieser Zeit stand der Gemeinde ein Budget von 1,6 Millionen Franken zur Verfügung, um private Thalwiler Hauseigentümer und KMU bei der Sanierung ihrer Liegenschaften zur CO2-Reduktion zu unterstützen. Nun liegen der Schlussbericht und die Rahmenkreditabrechnung der Förderperiode 2010-2014 zur Genehmigung vor.

Es zeigt sich: 151 Förderanträge wurden gestellt, hauptsächlich von Privatpersonen. Verwendet wurden die Unterstützungsgelder vor allem für Gebäudesanierungen und Photovoltaikanlagen. Die Gemeinde zieht ein positives Fazit. Die Analyse bestätige die Wirksamkeit des Förderprogramms. Der budgetierte Kredit wurde bis auf 41 000 Franken aufgebraucht.

Programm läuft weiter

Dass die Resultate und Abrechnung erst jetzt vorliegen, hat mit den Zeitfristen zu tun: Wer Gelder aus dem Fördertopf beantragte, hatte nach der Zusicherung maximal eineinhalb Jahre Zeit, um mit seinem Sanierungsprojekt zu starten. Ausgezahlt wurden die Gelder aber erst nach Abschluss der Arbeiten. Darum musste bis jetzt gewartet werden, um Bilanz zu ziehen.

Unabhängig davon läuft inzwischen schon die dritte Periode des Energieförderprogramms. Letzten Dezember hatte die Gemeindeversammlung die Fortführung bis 2022 bewilligt.

Gemeindeversammlung, 12. September, 19 Uhr, Serata, Tischenloostrasse 55, Thalwil.

Erstellt: 09.09.2019, 14:57 Uhr

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