Wädenswil

Axpo stellt die Erdverkabelung im Wädenswiler Berg vor

Die Bevölkerung im Wädenswiler Berg und die Stadt haben dafür gekämpft, dass die Axpo eine Starkstromleitung in den Boden verlegt. Mit Erfolg: Am Dienstagabend ist die Erdverkabelung zwischen Horgen und Wädenswil vorgestellt worden.

Der Wädenswiler Berg wird nicht stärker belastet mit überirdischen Hochspannungsleitungen. Die Axpo plant eine Erdverkabelung.

Der Wädenswiler Berg wird nicht stärker belastet mit überirdischen Hochspannungsleitungen. Die Axpo plant eine Erdverkabelung. Bild: Archivfoto: Michael Trost

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Der Startschuss des Widerstands, welchen die «IG Starkstromleitung unter den Boden» seit zwei Jahren geleistet hat, fiel anfangs 2016. Die Axpo kündigte damals an, die acht Kilometer lange Freileitung zwischen Horgen und Wädenswil zu modernisieren, um die Spannung von 50 auf 110 Kilovolt zu erhöhen. Anders als in Horgen sollte in Wädenswil die Leitung aber nicht in den Boden zu liegen kommen, sondern weiterhin frei geführt werden.

Betroffene Grundbesitzer im Wädenswiler Berg formierten sich in der IG, wie deren Sprecherin Susanna Kramer am Dienstag vor Vertretern der Axpo sowie ebendiesen betroffenen Grundeigentümern und Anstössern im Restaurant Neubüel Revue passieren liess. Ihre Einsprache sei vom Schweizer Landschaftsschutz, dem WWF und Pronatura Zürich, sowie von der Stadt Wädenswil, unterstützt worden. Letztere habe sich als Landbesitzerin ideell und finanziell – durch die Unterstützung der juristischen Arbeit der IG mit 2000 Franken – am Protest beteiligt, sagte der ebenfalls anwesende Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP).

Projektrückzug – weshalb?

Im Januar 2018 ereilte die IG dann die Nachricht, die Axpo habe die ursprüngliche Projekteingabe zurückgezogen. Die Leitung sollte nun doch unter der Erde zu liegen kommen. Christoph Fischer, Leiter Leitungsbau bei der Axpo, nannte am Dienstagabend verschiedene Gründe für diesen Entscheid: Einerseits hätten sich technische Anforderungen sowie gesetzliche Normen und Vorgaben verändert. Andererseits sei die politische Diskussion um die Frage, wann eine Leitung verkabelt werden und unter der Erde zu liegen kommen solle, vorangetrieben worden.

Die neuen Verordnungen hätten umfangreichere Freileitungssanierungen nach sich gezogen und somit für die Axpo höhere Kosten verursacht. Kutter ergänzte, dass auch der Widerstand der IG den Richtungswechsel der Axpo beeinflusst habe.

Angst vor Terminkollision

Dem Rückblick folgte eine Projektbeschreibung durch Christian Albanbauer, Projektleiter Leitungsbau bei der Axpo. Die neue Kabelleitung werde vom Unterwerk Horgen bis zur Autobahnausfahrt Horgen unterhalb bestehender Waldwege führen. Dieser Trasseeverlauf durch den Wald sei sinnvoll und umweltverträglich. «Rodungen sind nicht notwendig», sagte Albanbauer. Anschliessend werde die Leitung entlang der Zugerstrasse und in der Oberen Bergstrasse zum Unterwerk Wädenswil verlaufen.

Der Detailplan interessierte die Anwesenden, und sie inspizierten ihn nach der Präsentation genau. Die Realisierung des Projekts sei im Zeitraum zwischen April 2019 bis Ende 2020 geplant. Es bestehe aber das Risiko von Einsprachen und Verzögerungen im Rechtserwerb, sagte Albanbauer. Ausserdem wolle der Kanton die Obere Bergstrasse sanieren. «Beginnt diese Sanierung vor Mitte 2019, wäre das der ‚worst case’, denn der Kanton auferlegt danach eine Belagsaufbruchsperre von fünf Jahren», sagte Albanbauer. Stadtrat Heini Hauser (SVP) sowie Philipp Kutter versprachen, sich im Notfall dafür einzusetzen, dass eine solche Terminkollision vermieden wird.

Strahlung keine Gefahr

Susanna Kramer wunderte sich, dass nicht mehr Fragen an die Axpo-Vertreter gerichtet wurden – und wenn, dann waren sie rasch beantwortet. Ein Anwohner, an dessen Liegenschaft die Leitung in nur 20 Zentimeter Entfernung vorbeiführen wird, äusserte Besorgnis wegen der Strahlung. Diese könne nötigenfalls abgeschirmt werden, sagte Albanbauer. Ohnehin sei der Anlagengrenzwert für die Feldstärke an Orten mit empfindlicher Nutzung wie Wohnhäuser mit einem Mikrotesla tief, die Schweiz habe eine der strengsten Verordnungen weltweit. «Ein Mikrowellenherd verursacht ein Vielfaches an Strahlung», sagte Christoph Fischer. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.08.2018, 16:56 Uhr

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