Immobilien

«Auf Wohneigentum haben die Gemeinden fast keinen Einfluss»

Können sich am Zürichsee künftig nur noch Superreiche ein Eigenheim leisten? Martin Arnold, Präsident der Planungsgruppe Zimmerberg, zur Preisentwicklung für Eigenheime in der Region.

Martin Arnold (SVP) ist Gemeindepräsident in Oberrieden und Präsident der Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg (ZPZ).

Martin Arnold (SVP) ist Gemeindepräsident in Oberrieden und Präsident der Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg (ZPZ). Bild: Archiv ZSZ

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Martin Arnold, was halten Sie als Präsident der Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg (ZPZ) von der Preisentwicklung für Eigenheime am Zürichsee?
Auf der einen Seite ist es erfreulich, weil es zeigt, dass die Region zum Wohnen sehr begehrt ist. Auf der anderen Seite besteht auf gesellschaftlicher Ebene eine gewisse Gefahr, dass es zu einer Schere zwischen Alt und Jung kommt. Die These der ZKB, dass sich junge Familien Wohneigentum nicht mehr leisten können, trifft in der Region tatsächlich zu. Das ist den Gemeinden am See auch bewusst.

Können sich am Zürichsee künftig nur noch Superreiche ein Eigenheim leisten?
Von diesem Szenario sind wir noch weit entfernt. Aber es gibt einen Trend in diese Richtung, der sich in Kilchberg oder Rüschlikon schon akzentuiert hat. Dies hat mit den tiefen Steuersätzen und der Nähe zur Stadt zu tun.

Wie können die Gemeinden dem Trend entgegenwirken?
Auf Wohneigentum haben die Gemeinden fast keinen Einfluss. Mittels Anpassung der Bau- und Zonenordnung können sie versuchen, eine grössere Ausnützung zu schaffen und so den Markt etwas zu verflüssigen. Das ist jedoch ein Tropfen auf den heissen Stein.

«Die These der ZKB, dass sich junge Familien Wohneigentum nicht mehr leisten können, trifft in der Region tatsächlich zu.»Martin Arnold

Im Bezirk Meilen arbeiten viele Gemeinden mit Genossenschaften zusammen, die günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen. Ist das am linken Seeufer auch ein Thema?
In praktisch allen Gemeinden der Region sind solche Projekte im Gang oder bereits realisiert. Genossenschaftliches Wohnen hat auch bei uns Tradition. Dass eine Gemeinde über günstigen Wohnbau verhandeln kann, bedingt aber, dass sie noch gemeindeeigene Flächen hat. Diese nehmen jedoch eher ab. Die Genossenschaften unterstützen zwar eine durchmischte Bevölkerung. Man muss aber auch berücksichtigen, dass so Teile der Bevölkerung bevorzugt werden, da einige das Privileg geniessen, eine Genossenschaftswohnung zu erhalten, während andere auf dem freien Markt für eine günstige Wohnung kämpfen müssen. Zudem zeigen Bauprojekte in der Region, dass neben Genossenschaften auch private Anbieter günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen.

Wie versucht die ZPZ, dass Wohnen für Familien im Bezirk Horgen attraktiv bleibt?
Das ist nicht ganz einfach. Der Kantonale Richtplan setzt sehr enge Grenzen. Da die BZO in allen Gemeinden revidiert werden muss, versucht man nun, das verdichtete Bauen zu fördern. Aus der Ferne betrachtet sind da auch alle dafür. Wenn es aber darum geht, das direkte Nachbargrundstück zu verdichten, kommt plötzlich Widerstand auf.







Erstellt: 15.11.2019, 10:06 Uhr

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