Wädenswil

Die besten Schäferhunde messen sich in Wädenswil

Welcher Schäfer hat die feinste Nase? Welcher beschützt sein Herrchen am besten und welcher gehorcht am besten? An der Schweizermeisterschaft der Deutschen Schäferhunde am Wochenende in der Beichlen wird es sich zeigen.

Sind bereit für die Schweizermeisterschaften am Wochenende in der Beichlen: Clubpräsident Andreas Schärer (links) mit Qiuma von der Wolfsgrube und Urs Marty mit Hasco du Boidamont.

Sind bereit für die Schweizermeisterschaften am Wochenende in der Beichlen: Clubpräsident Andreas Schärer (links) mit Qiuma von der Wolfsgrube und Urs Marty mit Hasco du Boidamont.

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Andreas Schärer und Urs Marty, Präsident und Ehrenpräsident des Schäferhund-Clubs Zürichsee, haben alle Hände voll zu tun. Am kommenden Wochenende findet die Schweizermeisterschaft der Deutschen Schäferhunde in der Wädenswiler Beichlen statt.

Dann werden sich 45 Personen mit ihren Deutschen Schäferhunden in den verschiedenen Disziplinen der Vielseitigkeitsprüfung messen — also in Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst. «Wir freuen uns sehr über die vielen Anmeldungen», sagt Andreas Schärer. Denn am Wochenende gehe es ja nicht nur um die Schweizermeisterschaft. «Die Ortsgruppe Zürichsee feiert dann auch ihr 100-Jahr-Jubiläum.» Deshalb gibt es am Wochenende nicht nur Wettkämpfe, sondern es soll am Samstag auch gefeiert werden, bei Raclette und Musik. Zudem stehen auf dem Parkplatz beim Sportplatz Verkaufsstände.

Dass die Schweizermeisterschaft der Deutschen Schäferhunde jeweils im November stattfindet und nicht in einer Jahreszeit mit freundlicherem Wetter, hat einen einfachen Grund: «Für gewisse Prüfungen sind wir auf das Land der benachbarten Bauern angewiesen. Etwa für die Nasenarbeit bei welcher der Hund einer längeren Fährte folgen und dabei Gegenstände finden muss», erklärt Schärer.

Die Schöne und der Wilde

Bis heute ist der hiesige Schäferhund-Club einer der grössten der Schweiz. «Nebst dem Übungsplatz in der Beichlen üben wir auch in Stäfa und in der Sihlhalde bei Thalwil», sagt Ehrenpräsident Urs Marty. Seit fast 45 Jahren ist er Mitglied im Schäferhund-Club Zürichsee, 1981 wurde er Vorstandsmitglied, später Präsident und jetzt Ehrenpräsident. Er habe immer Deutsche Schäferhunde gehabt. Mit Darco vom Hohenfürst gewann er 2004 sogar die Fährtenhund-Weltmeisterschaft. Der zweijährige Rüde Hasco du Boidamont, kurz Hasco, ist Martys sechster Schäferhund. «Er ist noch etwas wild, aber das ist normal für sein Alter.» Bis ein Hund den Grundgehorsam gelernt habe, dauere es in der Regel gut drei Jahre.

«Heute ist es schwieriger als früher, grosse Hunde zu halten. Einerseits gibt es immer mehr Vorschriften, andererseits machen grosse Hunde viel Arbeit»Andreas Schärer

Während Urs Marty quasi selber auf den Hund kam, ist Andreas Schärer mit Schäferhunden aufgewachsen. «Mein Vater und mein Onkel hatten Deutsche Schäferhunde. Für mich war deshalb immer klar, dass ich auch einen Schäfer haben will.» Seit 20 Jahren ist Schärer bereits Mitglied im Schäferhund-Club Zürichsee. Dieses Jahr übernahm er das Präsidium. Schärers Hündin Qiuma von der Wolfsgrube, kurz Qiuma, ist inzwischen acht Jahre alt. Im Gegensatz zum jungen Wilden Hasco ist die Hündin die Ruhe selbst.

Grosser Beschützerinstinkt

An Qiumas hellen Fell erkennt man, dass sie aus einer sogenannten Schönheitszucht stammt. Der fast schwarz gefärbte Hasko hingegen stammt aus einer Leistungszucht. «Bei Hunden aus einer Leistungszucht ist beispielsweise der Beschützerinstinkt besonders stark ausgeprägt, so dass sie sich gut als Polizeihunde eignen», erklärt Marty, der 40 Jahre lang als Hundeführer bei der Kantonspolizei Zürich tätig war. Die langen Namen der Tiere weisen darauf hin wer sie gezüchtet hat.

Inzwischen sind im Schäferhund-Club Zürichsee auch Hunde willkommen, die nicht zur Rasse der Deutschen Schäfer gehören. Wie viele Freizeitvereine, kämpft auch der Schäferhund-Club mit rückläufigen Mitgliederzahlen. «Heute ist es schwieriger als früher, grosse Hunde zu halten. Einerseits gibt es immer mehr Vorschriften, andererseits machen grosse Hunde viel Arbeit», sagt Schärer. Deshalb sei es nicht sinnvoll, die Mitgliedschaft von einer bestimmten Rasse abhängig zu machen.

So finden sich heute unter den Clubmitgliedern auch Besitzer von Hunden ohne Stambaum und mit verschiedenen Rasseneinflüssen. «Letztlich verbindet unsere 115 Mitglieder die Freude an der Arbeit mit dem Hund.» Das habe sich in den letzten 100 Jahren nicht geändert.

Samstag, 2. und Sonntag 3. November, Sportplatz Beichlen, Sportplatzweg 19, Wädenswil.

Erstellt: 31.10.2019, 11:43 Uhr

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