Wädenswil

Auf dem Wädenswiler Geren soll eine neue Reithalle entstehen

Der Wädenswiler Kavallerieverein will die alte Reithalle auf dem Geren abreissen und durch einen grösseren Neubau ersetzen. Der private Gestaltungsplan liegt derzeit im Stadthaus auf.

Der Kavallerieverein Wädenswil will die 1973 errichtete Reithalle abreissen und durch einen grösseren Neubau ersetzen.

Der Kavallerieverein Wädenswil will die 1973 errichtete Reithalle abreissen und durch einen grösseren Neubau ersetzen. Bild: Michael Trost

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Bis auf das Dröhnen der Autobahn ist es auf dem Wädenswiler Geren geradezu idyllisch. Unten glitzert der Zürichsee, auf der Linken erstreckt sich das Waldgebiet Gerenholz, auf der Rechten grüne Felder. Mittendrin steht die 1973 errichtete Reithalle des Wädenswiler Kavallerievereins: Graue, teilweise versprayte Wellblechwände, kleine Fenster, eine Betontribüne.

Der Kavallerieverein hat die Liegenschaft letztes Jahr von einer Hallengenossenschaft übernommen und will diese durch einen grösseren Neubau samt Anbau ersetzen. Das geht aus einem privaten Gestaltungsplan hervor, der zurzeit im Wädenswiler Stadthaus öffentlich aufliegt. Ein solcher Gestaltungsplan ist nötig, weil das Teilgebiet Geren in der Erholungszone liegt. Noch bis zum 18. September kann sich die Bevölkerung zum Planinhalt äussern. Nach der Frist wird der Gestaltungsplan anhand der Einwendungen überarbeitet.

Anbau auf Stadtboden

«Die Halle ist renovationsbedürftig, vom Boden über die asbesthaltigen Wände und das Dach bishin zu den sanitären Anlagen und den Räumlichkeiten für die Festwirtschaft muss alles erneuert werden», sagt Reto Dorigo, Präsident des Kavallerievereins. Zudem entspreche die Grösse nicht mehr den heutigen Trainings- und Turnieranforderungen. Die Anlage von 18 x 38 Metern sei insbesondere für die Junioren zu knapp bemessen. Die Grundfläche soll deshalb auf 60 x 30 Meter erweitert werden.

Der Gestaltungsplan bezieht sich auf zwei Grundstücke, die sich auf einer Fläche von ungefähr 1,5 Hektaren erstrecken (siehe Plan). Die Parzelle, die an das Waldgebiet Gerenholz angrenzt, gehört dem Kavallerieverein. An der gleichen Stelle wo die alte Reithalle steht, soll der Neubau entstehen.

Die neue Reithalle soll durch einen zweistöckigen Anbau mit Terasse ergänzt werden. Visualisierung: Hüppi Architektur AG

Das untere Grundstück, wo sich heute ein Reitplatz befindet, gehört hingegen der Stadt Wädenswil. Über die betreffende Parzelle besteht bereits seit etlichen Jahren eine Nutzungsvereinbarung, welche als Grundlage für das neue Nutzungsrecht herangezogen werden soll, heisst es von Seiten der Stadt Wädenswil. Reto Dorigo von Kavallerieverein erläutert: «Heute sind wir für den Unterhalt des Grundstücks verantwortlich – etwa für das Schneiden der Bäume und Büsche – dürfen aber im Gegenzug den Reitplatz nutzen.» Wie die genauen Konditionen künftig aussehen werden, ist indessen noch nicht bekannt.

Der geplante zweistöckige Anbau würde auf dieser Parzelle entstehen. Im Erdgeschoss sind unbeheizte Pferdeboxen für Dopingkontrollen sowie Lagerräume angedacht. Im oberen Stock soll eine beheizte Festwirtschaft mit einer gedeckten Terrasse entstehen. Geplant sind zudem Theorieräume. Die Betontribüne, die sich ebenfalls auf Stadtboden befindet, wird abgerissen. «Die Idee ist, dass man von der Festwirtschaft aus sowohl in die Halle als auch auf den Reitplatz sieht», sagt Dorigo.

Parkplatzfrage ungelöst

Das Gerenareal ist nicht nur bei Pferdefreunden bekannt. Durchschnittlich finden dort pro Jahr zwei bis drei Grossveranstaltungen statt – darunter etwa das traditionelle Gerenschwinget. Gemäss der Bau- und Zonenordnung, so heisst es im erläuternden Bericht zum Gestaltungsplan, müssen sämtliche Nutzungen innerhalb des Gestaltungsbereichs jedoch einen Bezug zum Reitsport aufweisen.

«Zusätzliche Veranstaltungen wie Konzerte, Schwingfeste oder die 1. August-Feier brauchen eine separate Bewilligung», sagt Heini Hauser (SVP), Stadtrat Planen und Bauen. «Da solche Veranstaltungen aber nicht zwingend die Bauten der Reitanlage benötigen sprich auch als Openair-Veranstaltungen durchgeführt werden können, gehe ich davon aus, dass diese auch in Zukunft Bewilligungen erhalten werden.» Gemäss Reto Dorigo sei der Kavallerieverein auf jeden Fall offen dafür.

Was auch mit dem privaten Gestaltungsplan ungeklärt bleibt, ist die Parkplatzfrage bei Grossveranstaltungen. Die Reithalle ist über die Gerenstrasse erschlossen. Parkplätze gibt es auf dem Areal nur für Vereinsmitglieder und einige wenige Besucher. Spätestens wenn der Gestaltungsplan genehmigt wird, muss ein Nachweis vorgelegt werden, dass die Parkierung bei Grossanlässen anderweitig gesichert werden kann. Bisher konnte der Kavallerieverein in solchen Fällen auf den Kiesplatz neben der Autobahn zurückgreifen. Diesen muss er aber mit der ZHAW teilen. Langfristig, lässt das kantonale Immobilienamt verlauten, könne die Fläche nicht gesichert werden. Der Kavallerieverein muss sich also nach Alternativen umsehen. Weitere Optionen sind die Parkplätze bei den Sport- und Schiessanlagen Beichlen, der Sankt Anna Kapelle und bei der Langrütistrasse.

Investoren gesucht

Bis zum konkreten Baugesuch, muss das Projekt noch einige Hürden nehmen. Der Kavallerieverein sucht derzeit nach Sponsoren, die bei der Finanzierung mithelfen. Neben der öffentlichen Auflage läuft im Moment zudem die kantonale Vorprüfung. Ist die Frist verstrichen und der Plan gemäss den Einwendungen überarbeitet, muss der Stadtrat seine Zustimmung erteilen. Erst dann kann ein konkretes Baugesuch eingereicht werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.08.2018, 15:45 Uhr

Die beiden Grundstücke

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