Horgen

Auf dem Schweiter-Areal entsteht «Lebensqualität in hoher Dichte»

Das Grossprojekt mit 230 Mietwohnungen oberhalb des Bahnhofs Oberdorf wird vom Architektenteam Galli Rudolf geplant. Dessen Projekt «Homage» soll städtisches Flair und ländliches Grün vereinen.

Die Überbauung mit 230 Wohnungen wird sich vom Waldrand bis zur Bahnlinie erstrecken.

Die Überbauung mit 230 Wohnungen wird sich vom Waldrand bis zur Bahnlinie erstrecken. Bild: Steve Springer

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Ein weiterer Schritt für die Realisierung eines grossen Wohnprojekts in Horgen Oberdorf ist getan worden. Am Dienstagabend präsentierte die Immobiliengesellschaft Realstone das Siegerprojekt «Homage» der Galli Rudolf Architekten AG aus Zürich. Dieses geht aus einem Studienauftrag hervor, an dem acht Architekturbüros teilgenommen haben. Grundlage für das Bauvorhaben auf dem 6,2 Hektaren grossen Areal ist ein seit 2013 gültiger Gestaltungsplan. Die Credit Suisse, Vorbesitzerin des Landes, hatte diesen in Auftrag gegeben.

An der Präsentation betonte Esteban Garcia, Präsident der Realstone Holding SA, dass seine Gesellschaft in diesen Mietwohnungen «Lebensqualität in hoher Dichte» bieten wolle. Hier solle Wohnraum für Familien mit Kindern, Senioren, Studenten oder für Mitarbeitende der hier ansässigen Firmen entstehen.

Ein Projekt, drei Bereiche

Realstone definiert das Gebiet in die drei Bereiche Platz, Park und Fabrik (siehe Plan). Den Bau der Wohnungen will man auf den Arealen Platz und Park gleichzeitig angehen.

Das Areal Fabrik, auf dem das denkmalgeschützte Schweiter-Fabrikgebäude liegt, ist in Bezug auf architektonische Weiterentwicklung noch nicht spruchreif. Der Prozess für die Entwicklung dieser Parzelle werde nächstes Jahr gestartet, teilten die Verantwortlichen mit.

Direkt beim Bahnhof Oberdorf liegen die Arbeitsplätze von etwa 100 Mitarbeitenden des Textilmaschinengeschäfts von Schweiter, das Anfang Juli an Rieter verkauft wurde. Wie die «Zürichsee-Zeitung» bereits berichtete, besteht für die Immobilien ein Mietvertrag.

Bäche und weidende Schafe

Auf dem Areal Platz, das neben dem Credit-Suisse-Gebäude liegt, sind 150 Mietwohnungen in einem sechsstöckigen Gebäude plus Attikageschoss geplant. Im Erdgeschoss sind Gewerbenutzungen vorgesehen. Eher ländlich soll die Umgebung im Areal Park für 80 Mietwohnungen gestaltet werden. Die grossteils geplanten Familienwohnungen sind auf acht Baublöcke verteilt. Wie der mit der Gestaltung der Umgebung beauftragte Landschaftsarchitekt Andreas Hoffmann erklärte, soll Grün vorherrschen. Er sprach von renaturierten Bächen und Schafen, die hier weiden könnten.

Jurypräsident Walter Ramseier erläuterte den etwa 50 Anwesenden, welche Überlegungen die Jury bei der Auswahl des Siegerprojekts angestellt habe. «Die acht Architektenteams des Studienauftrags waren mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, die zwei Teilgebiete, Platz mit städtischem Flair und das eher ländliche Areal Park, zu verbinden», erläuterte Ramseier. Dem Team von Galli Rudolf Architekten sei es gelungen, unter anderem mit einer einheitlichen Architektursprache, ein ausgewogenes Verhältnis herzustellen. Ebenso sei Wert darauf gelegt worden, dass ein Wohngebiet geschaffen wird, das sich in die bestehende Baustruktur in Horgen Oberdorf integriere. Das sei auch ein Anliegen der Gemeinde Horgen gewesen.

Die Besonnung einfangen

Ramseier lobte die Grundrisse. Sie würden für ihn einen «Meilenstein im Wohnungsbau» darstellen. Die Jahreszeitenzimmer würden die Besonnung geschickt einfangen.

Der so gelobte Andreas Galli stellte seinerseits die Überlegungen zum Projekt «Homage» dar. Es sei eine Hommage an die industrielle Geschichte des Areals. «Wir haben Spuren gesucht und versucht, sie zum Blühen zu bringen», sagte er. In den Fassaden sei die Regelmässigkeit der industriellen Bauten aufgenommen worden. Die 150 Wohnungen sind in einem Winkelbau angelegt. Dieser sei bereits im Gestaltungsplan vorgegeben gewesen und bilde den Rahmen für einen städtischen Platz mit Wasserbecken und Sicht auf den See.

Andreas Galli erwähnte zudem die wertvollen Anregungen in Bezug auf die Besonnung des Areals vom Horgner Bauvorstand Joggi Riedtmann (SP), Mitglied des Sachexpertenteams mit Stimmrecht.

Die Pläne und ein Modell der Überbauung sind im Foyer des Horgner Gemeindehauses, Bahnhofstrasse 10, während dessen Öffnungszeiten bis am Freitag, 21. Juli, ausgestellt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.07.2017, 21:47 Uhr

Die Baufelder der Überbauung Horgen Oberdorf. (Bild: GIS-Browser, Grafik da)

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