Fussball

Auch für Eltern gibt es einen Verhaltenskodex

Schlagende Väter bei einem Wädenswiler Junioren-Match: Der Fussballverband Region Zürich erlässt Benimmregeln für Eltern.

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Gewalt im Fussball ist ein Dauerthema. Neben Eskalationen durch gewisse Fans der Profis macht die Gewalt auch vor dem Amateur- und Juniorenfussball nicht halt. Ereignisse wie die Schlägerei bei einem Juniorinnen-Match des FC Langnau oder eine tätliche Auseinandersetzung zwischen einer Wädenswiler und einer Einsiedler Spielerin vor ein paar Jahren sorgten für grosse Schlagzeilen.

Jetzt kommen also noch schlagende Väter beim Wädenswiler Junioren-Match dazu. Auch der Fussballverband Region Zürich (FVRZ) nimmt sich des Themas an. Auf seiner Website finden sich prominent Benimmregeln für Eltern. Wie häufig die Lage derart eskaliert, ist nicht zu erfahren.

Schiedsrichter respektieren

Doch auch der FVRZ nimmt Kenntnis davon, dass es «immer häufiger zu unschönen Szenen auf Schweizer Fussballplätzen» komme. Stolze Fussball-Eltern nähmen die Spiele der Junioren etwas zu ernst und liessen ihren Emotionen freien Lauf. Der Verband hat eigens einen Verhaltenskodex für Eltern erstellt. Solche gibt es auch für Trainer rund Spieler.

Im Eltern-Kodex steht etwa, dass Schiedsrichterentscheide akzeptiert werden oder dass keine taktischen Anweisungen an die Kinder gegeben werden. Ebenfalls soll man den Trainer nicht infrage stellen. Unter den Punkten Disziplin und Verantwortung sollen sich die Eltern ihrer Vorbildfunktion bewusst sein sowie die Kinder zu Pünktlichkeit und zur Einhaltung von Abmachungen anhalten. Nicht zuletzt findet sich der Punkt «Wir sind uns bewusst, dass wir nichts auf dem Spielfeld verloren haben» unter dem Wert Disziplin.

Ein wiederkehrendes Thema ist die Schaffung von Zuschauerzonen. Die Vereine sollen einen Abstand zum Spielfeld schaffen, was den Druck verringert und die Möglichkeit der Eltern, Einfluss auf ihre Sprösslinge zu nehmen. Ob die gewünschte Kultur auch umgesetzt wird, ist wohl schwierig zu kontrollieren.

Der FVRZ hat ausser Sekretariat und Geschäftsstelle keine Festangestellten. Dazu kommen rund 70 ehrenamtliche Funktionäre, die kaum immer Zeit haben, von einem Fussballplatz zum nächsten zu hetzen.

Gespräch reicht in der Regel

Wie ist die Situation am Zürichsee? Neben dem Präsidenten des FC Wädenswil, der solche Eskalationen als Einzelfall bezeichnet, äussert sich auch Benjamin Benz, Geschäftsführer des FC Herrliberg. Er sieht wenig Probleme, man kenne sich, auch unter den Zuschauern. Es sei aber durchaus auch schon vorgekommen, dass man sich Einzelne zur Brust habe nehmen müssen. «In der Regel reicht ein klärendes Gespräch», sagt Benz. Beim FC Herrliberg sei klar, dass Eltern den Verhaltenskodex ausfüllen müssen.

Bei all den negativen Schlagzeilen sollte bedacht werden, wie viele Fussballspiele wöchentlich in der Region stattfinden. In der Saison 2017/18 spielten ganze 2538 Teams im Verbandsgebiet, zu dem auch Ausserschwyz, Schaffhausen, Diessenhofen TG und Büsingen in Deutschland gehören.

Erstellt: 20.06.2019, 20:25 Uhr

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