Thalwil

Wie das Rauchverbot bei den Pendlern ankommt

Seit rund zwei Wochen gilt am Bahnhof Thalwil das neue Rauchverbot. Die Reaktionen der Pendler sind gemischt.

Auf dem Bahnhof Thalwil gilt seit Ende August ein Rauchverbot.

Auf dem Bahnhof Thalwil gilt seit Ende August ein Rauchverbot. Bild: Sabine Rock

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Wenn sich die Türen nach einer Zugfahrt im vollen Wagen öffnen, freuen sich die einen, am Zielbahnhof angekommen, über die frische Luft, die anderen darüber, dass sie sich endlich eine Zigarette anzünden können.

Dass damit für die Raucher Schluss ist, haben die SBB Ende 2018 entschieden. Auch der Bahnhof Thalwil ist seit dem 23. August rauchfrei. Die blauen Tafeln mit der durchgestrichenen Zigarette sind auch kaum zu übersehen. Am Anfang und Ende beider Überführungen stehen die blauen Piktogramme, inklusive Aschenbecher, wo die Zigarette entsorgt werden kann.

Bis hierhin und nicht weiter, signalisiert dieses Schild beim Bahnhof Thalwil den Rauchern.

Für die Zonen hinter diesen Hinweisschildern gilt: Rauchen verboten. Doch Raucher müssen den Bahnhof nicht verlassen, um sich eine Zigarette anzustecken. Es gibt auf beiden Perrons Raucherzonen. Auch dort finden sich die blauen Tafeln mit der Zigarette – der Glimmstängel ist jedoch nicht durchgestrichen.

Mehr frische Luft durch das Verbot

An diesem verregneten Vormittag sind nur wenige Pendler anzutreffen. «Hier in Thalwil kann man wenigstens noch vom Regen geschützt rauchen, nicht wie in Zug», sagt Michi Kägi. Dort seien die Raucherzonen ganz am Ende der Perrons zu finden, ohne Schutz vor dem Wetter. Der Pendler äussert sich kritisch zum neuen Rauchverbot. «Die Raucher sind teilweise selber schuld an der Einführung eines Rauchverbotes, weil sie ihre Zigaretten nicht richtig entsorgten», sagt er.

Doch er fragt sich, ob nicht weitere Verbote anstehen. «Als Nächstes kommen Regeln für das Essen und Trinken und irgendwann darf man gar nichts mehr», sagt er. Der Verband öffentlicher Verkehr kommunizierte in einer Medienmitteilung im Juni, dass rund zwei Drittel aller Zigarettenstummel im Gleisfeld landen. Das seien schweizweit rund 550 Kilogramm pro Tag und 200 Tonnen pro Jahr.

«Als Nächstes kommen Regeln für das Essen und Trinken und irgendwann darf man gar nichts mehr»Pendler Michi Kägi

Das eingeführte Verbot soll für frischere Luft und weniger Abfall sorgen. «Ich begrüsse das Rauchverbot in den Bahnhöfen», sagt eine Pendlerin, die anonym bleiben möchte. Als Asthmatikerin würde sie sich ein solches Verbot ebenfalls bei Tramhaltestellen wünschen. Oft komme es vor, dass zusteigende Raucher den Rauch ihrer letzten Zigarette im Tram loswürden und die Passagiere eindampften. «Auch soll es nicht normal sein, überall Raucher zu sehen. Das ist kein gutes Vorbild für die Kinder», ergänzt Beatrice S.

An diesem Vormittag bleibt am Bahnhof Thalwil unklar, wie deutlich die Nichtraucher- und Raucherzonen voneinander abgegrenzt sind. Auf den beiden Perrons in Thalwil sind in der rauchfreien Zone Abfalleimer zu finden, welche noch immer einen Behälter für die Zigarettenstummel bieten. Und auch die angekündigten Aufsichtspersonen fehlen. Die SBB können noch keine Auskunft erteilen, da es für «eine aussagekräftige Zwischenbilanz zu früh ist».

Erstellt: 05.09.2019, 15:15 Uhr

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