Wädenswil

Nach Unfall steht Forderung nach Tempo 30 im Raum

Bei der Kreuzung vor dem Volkshaus wurde am Montag eine Fussgängerin von einem Auto angefahren. Stadtrat Jonas Erni spricht sich nun für Tempo 30 auf der Kantonsstrasse aus.

Besonders hangabwärts sind die Autos auf der Schönenbergstrasse mit Schuss unterwegs. Quer dazu führt die Oberdorfstrasse am Volkshaus vorbei.

Besonders hangabwärts sind die Autos auf der Schönenbergstrasse mit Schuss unterwegs. Quer dazu führt die Oberdorfstrasse am Volkshaus vorbei. Bild: Patrick Gutenberg

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Ein 76-jähriger Automobilist kollidierte am Montag auf der Schönenbergstrasse in Richtung See fahrend mit einer 41-jährigen Fussgängerin. Der Unfall ereignete sich einige Meter unterhalb des Volkshauses auf der Kantonsstrasse, als die Frau den Fussgängerstreifen überquerte. Sie erlitt leichte Verletzungen und konnte das Spital bereits wieder verlassen.

Ein Anwohner fühlt sich durch den Unfall in seiner Einschätzung bestätigt, die Kreuzung sei eine Zumutung für alle Verkehrsteilnehmer, da unübersichtlich und gefährlich. Wie er gegenüber dieser Zeitung sagt, habe er sich deshalb bereits vor knapp zwei Jahren an die Stadt gewendet, damals bezüglich der gemeindeeigenen Oberdorfstrasse. «Diese antwortete damals, das Problem sei ihr bekannt. Doch unternommen wurde nichts.»

Der Anwohner schlug selber drei mögliche Massnahmen vor: Erstens sei entlang der Oberdorfstrasse zwischen der katholischen Kirche und der Schönenbergstrasse auf Tempo 30 zu reduzieren. «Eine 50er-Zone an diesem Ort ist ein Witz und grobfahrlässig», sagt der Anwohner, der nicht namentlich genannt werden will. Denn die Autos würden an dieser Stelle ungebremst auf den Fussgängerstreifen zufahren, der vom Volkshaus über die Oberdorfstrasse führt. Hinzu käme die Tatsache, dass es sich um einen Schulweg handle. «Ich muss meine Tochter im Primarschulalter jeden Tag über diesen Fussgängerstreifen begleiten. Es ist lebensgefährlich.»

Tempo 30 im Zentrum

Die Stadtpolizei habe die vorgeschlagene Massnahme an besagter Stelle noch nicht überprüft, weil es dazu keinen Anlass gebe, sagt Polizeichef Martin Heer. Jonas Erni (SP), Stadtrat Sicherheit und Gesundheit, ist derweil grundsätzlich der Meinung, dass im Wädenswiler Zentrum Tempo 30-Zonen ausgebaut werden sollten. «So wäre auch bei einer Kollision die Gefahr geringer», sagt er.

Zudem werde im Kantonsrat eine Koalition der SP, der Grünen und weiterer Fraktionen in den nächsten Wochen einen Vorstoss lancieren, in der sie Tempo 30 auf verschiedenen Kantonsstrassen fordert, sagt Erni. In Wädenswil wünscht sich der Stadtrat beispielsweise reduzierte Geschwindigkeit auf der am Volkshaus vorbeiführenden Schönenbergstrasse bis zur Kreuzung mit der Zugerstrasse. «Tempo 50 ist hier zu schnell und gefährlich», sagt er.

«Tempo 50 ist hier zu schnell und gefährlich»Jonas Erni

Der besorgte Anwohner hatte in seinem Schreiben an die Stadt vor zwei Jahren noch weitere Vorschläge zur Entschärfung der Verkehrssituation rund um die Schmiedstubenkreuzung. So könne etwa der Fussgängerstreifen ab Volkshaus über die Oberdorfstrasse um einige Meter nach hinten verschoben werden. «Zwischen Stopsignal und dem Fussgängerstreifen hat gerade einmal ein Auto Platz, sodass weitere wartende Fahrzeuge jeweils auf dem Fussgängerstreifen zu stehen kommen», sagt der Anwohner.

Zudem müssten die Übergänge besser gekennzeichnet sein. Von solchen Ideen hält Jonas Erni wenig. «Pflästerlipolitik» sei das und habe zur Folge, dass der Übergang noch gefährlicher werde. «Fussgänger würden die Strasse dann einfach neben dem Zebrastreifen überqueren, anstatt den Umweg zu gehen», befürchtet er.

Kein Unfallschwerpunkt

Eine dritte Massnahme sieht der Anwohner durch Polizeiarbeit: «Es müssten dringend regelmässig Kontrollen stattfinden», sagt er. Auf dem Fussgängerstreifen anhaltende Fahrzeuge seien auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen. «Bis jetzt habe ich nur ein einziges Mal gesehen, dass Polizisten die Situation beobachteten», sagt er. Eingegriffen hätten sie damals aber nicht.

So sah es am Unfalltag auf der Kreuzung aus. Bild: Kantonspolizei Zürich

Polizeichef Martin Heer hingegen sagt, dass die Polizei an besagter Kreuzung relativ häufig kontrolliere – wenn auch nicht im Übermass. Denn ein Unfallschwerpunkt sei sie nicht. «An der Kreuzung Schönenbergstrasse/Zugerstrasse etwa kommt genauso viel Verkehr zusammen.» Den Anwohner erzürnt dieses Argument. «Es ist reines Glück, dass dies kein Unfallschwerpunkt ist», sagt er. Denn dies sei nur deshalb der Fall, weil man als Fussgänger bei jedem zweiten oder dritten Überqueren einen Schritt zurück machen müsse, um einem nahenden Fahrzeug auszuweichen.

Polizeichef Heer appelliert auch generell an das Verhalten der Fussgänger. «Im Wissen, dass sie Vortritt haben, überqueren einige blindlings die Strasse oder sind in ihr Handy vertieft», sagt er. Dies berge unnötige zusätzliche Gefahren. Gefragt ist demnach mehr Aufmerksamkeit im Strassenverkehr – ob im Auto oder zu Fuss.

Erstellt: 07.01.2020, 16:39 Uhr

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