Thalwil

An Thalwils Einkaufsstrasse ist ein weiterer Neubau geplant

Dem Dorfzentrum stehen mit dem SBB-Immobilienprojekt und dem Bau des Centralplatzes grosse Veränderungen bevor. Nun kommt ein weiteres bedeutendes Bauvorhaben hinzu.

Das rote Haus namens Neuhof an der Gotthardstrasse 62 und die benachbarte Liegenschaft sollen durch ein einzelnes, längliches Gebäude ersetzt werden.

Das rote Haus namens Neuhof an der Gotthardstrasse 62 und die benachbarte Liegenschaft sollen durch ein einzelnes, längliches Gebäude ersetzt werden. Bild: Moritz Hager

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Noch ist alles beim Alten. Aber in den kommenden Jahren wird das Thalwiler Zentrum markante Änderungen erfahren. An der Gotthardstrasse unterhalb der Migros werden zwei grosse Neubauten entstehen. Dazwischen kommt ein neuer öffentlicher Platz – der Centralplatz – zu liegen. Seeseits der Bahnlinie wollen die SBB bis 2024 ebenfalls mehrere neue Gebäude in die Höhe wachsen lassen.

Doch damit nicht genug. Auch am nördlichen Ende der Gotthardstrasse sollen die Bagger auffahren. Wie die Zürichsee-Zeitung weiss, wollen Private dort zwei benachbarte Häuser abreissen und an ihrer Stätte einen fünfstöckigen Bau errichten. Sie bezeichnen diesen als «guten städtebaulichen Auftakt für Thalwils Zentrum».

Platz für ein drittes Gleis

Konkret geht es um die Stelle, wo heute das rötliche Gebäude Neuhof steht. Es liegt direkt zwischen der Gotthardstrasse und den Bahngleisen. Die SBB hatten das Grundstück samt Gebäude vor Jahren gekauft für den Fall, dass das Bahntrassee dereinst um ein drittes Gleis erweitert wird. Als Platzreserve also. Ein Neubau war vonseiten SBB dort nie vorgesehen. So wollte das Bahnunternehmen den sanierungsbedürftigen Neuhof schon 2008 ersatzlos dem Erdboden gleich machen. Das Restaurant Neuhof musste darum den Betrieb einstellen. Und auch ein Gemüsegeschäft machte dicht. Kurz darauf wichen die SBB aber von ihren Plänen ab. Im Baurecht gaben sie den Neuhof an die Gemeinde Thalwil ab, welche seither die Räumlichkeiten als Sozialwohnungen nutzt. Im Erdgeschoss bietet sie zudem der Ludothek und dem Verein Kultwerk Platz.

Nun aber wollen die SBB den Neuhof und den Grossteil ihres Grundstücks verkaufen. Wie die SBB auf Anfrage sagen, behalten sie lediglich jenen Grundstückanteil, der für ein drittes Gleis weiterhin nötig wäre. Die privaten Käufer sind Elsbeth Kuster, Präsidentin der EVP Thalwil, und ihr Mann Paul. Ihnen gehört schon das benachbarte Wohnhaus mit Adresse Ludretikonerstrasse 45. Die Familie Kuster tritt im Gegenzug den bahnseitigen Teil ihres bisherigen Grundstücks an die SBB ab. Denn auch jener Landstreifen wäre für das dritte Gleis nötig. «Die Fläche, die uns zur baulichen Nutzung übrig bleibt, ist also ziemlich schmal», sagt Elsbeth Kuster.

Für Junge und Senioren

Der geplante Neubau hat in der Mitte einen offenen Durchgang, der in die bestehende Fussgängerunterführung hinabführt. Neu ist dort auch ein öffentlicher Lift vorgesehen. Das Gebäude selbst werde mit Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen konzipiert. «Sie wären sowohl für junge Leute als auch für Senioren geeignet.» Gerade für Letztere sollen sie altersgerecht ausgebaut werden. Im Erdgeschoss und im ersten Stock würde Raum für Dienstleistungen und Gewerbe entstehen. «Wir können uns verschiedene Optionen vorstellen, zum Beispiel eine Gemeinschaftspraxis oder eine Tagesstätte.»

Für solche konkreten Fragen ist es aber ohnehin noch etwas früh. Denn zuerst einmal wird für das Bauvorhaben ein privater Gestaltungsplan benötigt. Zurzeit seien sie in den letzten Zügen der Ausarbeitung, sagt Elsbeth Kuster. Über den definitiven Gestaltungsplan werden letztlich die Thalwiler Stimmberechtigten befinden. Diesen braucht es unter anderem, weil die Hälfte der Baufläche zur Wohnzone 3 gehört, wo eigentlich höchstens dreistöckig gebaut werden darf.

«Im Optimalfall können wir übernächstes Jahr mit den Bauarbeiten anfangen», sagt Kuster. Solange die Gemeinde aber auf die Sozialwohnungen im Neuhof angewiesen sei, liessen sie das Haus stehen.

Optionen für Ludothek

Bei der Gemeinde zeigt man sich allerdings zuversichtlich, zur rechten Zeit einen Ersatz zu haben. «Im Breiteli entstehen ja zurzeit neue, zusätzliche Wohnungen. Und auch die Notwohnungen im Bürgerheim bieten uns eine gewisse Flexibilität», sagt Liegenschaftenvorstand Andreas Federer (CVP). Offen ist hingegen noch die Frage, wo das Kultwerk und die Ludothek künftig untergebracht sein werden. Für Letztere bestehen laut Kuster «Optionen am heutigen Standort». Dem Kultwerk bietet die Gemeinde möglicherweise Hand mit ihren Räumlichkeiten auf dem Pfisterareal.

Erstellt: 21.02.2019, 18:00 Uhr

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