Thalwil

Am Gattiker Waldweiher wird jetzt für die Kröten gebaggert

In diesen Tagen werden beim Waldweiher zwei Tümpel ausgehoben. Der Eingriff ist gemäss dem Projektleiter des Kantons dringend nötig, damit die Artenvielfalt erhalten bleibt.

Dieser Tümpel im Mündungsbereich des Chrebsbachs wird in den nächsten Tagen von einem Bagger ausgehoben.

Dieser Tümpel im Mündungsbereich des Chrebsbachs wird in den nächsten Tagen von einem Bagger ausgehoben. Bild: Moritz Hager

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Am Mittwoch noch lag der Waldweiher im Thalwiler Wald ungestört da. Ab Donnerstag Morgen ist Schluss mit der Ruhe. Circa eine Woche lang wird der Kanton Zürich am oberen Ende des Weihers, beim Schilfgebiet zwischen C hrebsbach und Waldweiher-Hütte, mit Massnahmen zur ökologischen Aufwertung beschäftigt sein.

Vor rund 30 Jahren wurden dort, im Mündungsbereich des Chrebsbaches, zwei Gruben ausgehoben, damit sich Tierarten ansiedeln können, welche auf ruhige Wasserflächen angewiesen sind. Seither aber sammelte sich Laub und Schlamm an, was zu einer fortschreitenden Verlandung des Gebiets führt. Vor allem in diesem trockenen Sommer ist von den zwei ehemals 100 bis 200 Quadratmeter grossen Wasserflächen kaum noch etwas erkennbar.

Verschwundener Lebensraum

«Durch das stetige Schrumpfen der Wasserflächen verschwindet zunehmend auch der Lebensraum der dort vorkommenden geschützten Tierarten, wie der Geburtshelferkröte, der Erdkröte oder der Ringelnatter», erklärt Projektleiter Hanspeter Tschanz von der Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich. Um diesen Lebensraum wiederherzustellen, wird ab heute bis Ende dieser, Anfang nächster Woche ein Bagger die beiden betroffenen Wasserstellen ausheben. Regenwasser wird dann mit der Zeit die Buchten wieder auffüllen.

Laut Hanspeter Tschanz ist aber nicht geplant, später extra Tiere dort auszusetzen. Der Ökologe geht davon aus, dass sich die Populationen von selbst wieder erholen. Auch für das ausgehobene Bodenmaterial bestehen bereits Pläne. Der Schlamm aus den Tümpeln wird zuerst getrocknet und dann auf einem Teil der Ried­ebene verteilt, welche sich zwischen Tümpel und Weiher befindet. Das Ried selber werde dadurch keinen Schaden nehmen, sagt Tschanz. «In artenreichen Moorgebieten würde man auf solche Massnahmen verzichten. Doch im Gegensatz zum Gattiker Weiher mit seinen artenreichen Rieden gibt es am Waldweiher fast nur Schilf.» Durch den neuen Untergrund soll eine grössere Artenvielfalt bei den Pflanzen erreicht werden.

Dringende Pflege der Weiher

Der Natur einfach ihren Lauf zu lassen und die Verlandung der Tümpel zuzulassen, ist für Tschanz keine Option. «Vor 30 Jahren hat man sich bewusst dazu entschieden, im Gattiker Wald Tümpel für Kröten und Frösche zu machen. Diese müssen nun unterhalten werden, darauf sind die Arten angewiesen.» Solche Massnahmen zur Weiherpflege würden im ganzen Kanton regelmässig durchgeführt.

Die letzte ökologische Aufwertung des Waldweihers fand im Winter 2016 statt. Damals wurden am Uferrand vereinzelte Bäume abgeholzt, damit die am Uferrandlebenden Arten mehr Licht und Wärme erhalten.

Erstellt: 23.08.2018, 06:17 Uhr

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