Alterspflege

Alterspflege stellt Gemeinden vor grosse Herausforderungen

Der Anteil an Senioren in den Gemeinden rund um den See steigt. Bis zu einem Fünftel der Bevölkerung ist über 65 Jahre alt. Die demografische Entwicklung bringt Herausforderungen für die Alterspflege mit sich.

Ein Beruf mit Zukunft: die Horgner Siedlungs- und Wohnassistentin mit einem ihrer Schützlinge.

Ein Beruf mit Zukunft: die Horgner Siedlungs- und Wohnassistentin mit einem ihrer Schützlinge. Bild: David Baer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die alternde Gesellschaft ist mittlerweile ein stehender Begriff. Doch welche Konsequenzen hat diese Entwicklung für die Bewohner der Region? Jede fünfte Person im Bezirk Horgen ist über 65 Jahre alt — dies geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Amts des Kantons Zürich hervor. In grösseren Gemeinden der Zürichseeregion wie in Wädenswil oder Horgen wohnen rund 4000 über 65-Jährige — Tendenz steigend. Indes bleiben die Zahlen der übrigen Bevölkerungsschichten mehrheitlich stabil.

Eine demografische Entwicklung, welche die Gemeinden in Zukunft vor enorme Herausforderungen stellt: Betreuungskosten nehmen zu; qualifiziertes Pflegepersonal zu finden, ist schwierig; ebenso stationäre Plätze in Heimen zu garantieren, respektive mit den vorhandenen zu jonglieren, sind für Gemeinden komplexe Aufgaben.

Rüstig, nicht gebrechlich

Insbesondere der Anteil an über 80-Jährigen nimmt zu — und damit jene Bevölkerungsgruppe, welche am ehesten pflegebedürftig wird.

Ziel vieler Gemeinden ist es, Gegebenheiten zu schaffen, dass Senioren möglichst lange in ihren vier Wänden wohnen können — mitunter auch, um die Planung von stationären Heimplätzen zu vereinfachen. Denn Prognosen zu stellen, ist diffizil, da man sich nicht nur auf die Statistik stützen kann. «Der Bevölkerungsanteil an Senioren nimmt zwar zu, jedoch bleiben sie heute bis ins hohe Alter rüstig», sagt Sandra Schäppi Ansprechperson für Altersfragen in Wädenswil.

François Höpflinger, ein in Horgen wohnhafter Altersexperte, weist zudem darauf hin, dass sich die Verweildauer in Pflegeheimen drastisch reduziert habe. «Senioren kommen später ins Pflegeheim, im Schnitt mit 83 Jahren, und bleiben nur rund 2,5 Jahre», sagt Höpflinger. Dies sei mit ein Grund, dass in gewissen Kantonen momentan sogar zu viele Plätze vorhanden seien. Auch Wartelisten hätten sich verkürzt, weiss Höpflinger. Es zeichne sich der Trend ab, dass nur noch Plätze für Pflegebedürftige garantiert würden, sagt er.

Stattdessen setzen Zürcher Gemeinden verstärkt auf ambulante Massnahmen. «Künftig braucht es flexible Wohnformen für Senioren, einerseits Heimplätze, aber auch altersdurchmischtes, generationenübergreifendes Zusammenleben soll gefördert werden», sagt Schäppi. Am linken Seeufer sind denn auch viele neue Alterswohnungen geplant: etwa in Horgen, Rüschlikon oder Gattikon. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sind neue Wege in der Alterspflege gefragt. Die ZSZ wirft in einer Serie mit Reportagen, Porträts und Gesprächen Schlaglichter auf aktuelle Strategien. Horgen etwa preschte schon vor Jahren voran und begann, die Strategie «ambulant vor stationär» umzusetzen — mit der Siedlungs- und Wohnassistenz.

Morgen auf zsz.ch: Im ersten Teil der Alterspflege-Serie begleitet die ZSZ eine Horgner Wohnassistentin bei Hausbesuchen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.05.2018, 15:07 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!