Wädenswil

«Alle sollen sich hier wohlfühlen»

Seit 1. Januar sind Hütten und Schönenberg Ortsteile der Stadt Wä­dens­wil. Am Neujahrsempfang in der Kulturhalle Glärnisch haben bisherige und neue Wädenswilerinnen und Wädenswiler schon mal bewiesen, dass sie etwas von allem Anfang an bestens beherrschen: das gemeinsame Festen.

Regierungsrat Ernst Stocker begrüsst die neue Gemeinde, bereit stehen im Hintergrund die Musiker des Musikvereins Schönenberg.

Regierungsrat Ernst Stocker begrüsst die neue Gemeinde, bereit stehen im Hintergrund die Musiker des Musikvereins Schönenberg. Bild: Manuela Matt

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Die Stadt Wädenswil spendierte den Apéro und Risotto, der Stadtpräsident führte einen lockeren Talk mit den scheidenden Präsidenten von Schönenberg und Hütten, Regierungsrat Ernst ­Stocker (SVP) gab sich die Ehre, und der Männerchor Hütten, der Zouftchor der Fäldchuchi 39 und der Musikverein Schönenberg sorgten für gute Stimmung: am ersten Neujahrsempfang der Stadt Wädenswil in der voll besetzten Kulturhalle Glärnisch, wo bisherige und neue Einwohner von Wädenswil am Berchtoldstag den jüngst erfolgten ­Zusammenschluss zur Gross­gemeinde ausgelassen feierten.

In seinem Grusswort betonte der kantonale Finanzdirektor und ehemalige Wädenswiler Stadtpräsident Ernst Stocker (SVP), dass der Regierungsrat sich bei der Fusion stets vom ­klaren Volksverdikt dazu in allen drei Gemeinden habe leiten lassen. Und den Zusammenschluss deshalb immer unterstützt habe. Bedenken mancher Hüttner oder Schönenberger vor einem «Identitätsverlust in der grossen Stadt» seien zwar verständlich, aber unbegründet, meinte der frühere Wädenswiler Stapi. Das zeige sich etwa im Ortsteil Au, der seinen eigenen Charakter und sein Vereinsleben bewahrt habe. Zu hoffen sei denn auch, dass die Stadtratsmitglieder wie in der Au künftig auch in Schönenberg und Hütten einmal im Jahr zu einer «Chropfleerete» der Bevölkerung antreten würden. Wichtiger als Gemeindegrenzen sei ohnehin, dass die Bevölkerung im oberen südlichen Teil des Bezirks ihre Wurzeln und Werte und ihren Charakter bewahre. Und damit auch etwas Aufmüpfigkeit, für die sie selbst beim Kanton bekannt sei.

«Neue Freunde gewonnen»

Von einem «denkwürdigen Anlass» hatte vorher Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) in seiner Begrüssungsrede gesprochen. In launigen Worten legte er dar, dass sich Wädenswil als Folge der Eingemeindung nun «über mehrere Klimazonen» gewissermassen von mediterranem Gefilde am See bis in die voralpine Hügelzone des Höhronen erstrecke. Auch Kutter zeigte Verständnis, dass die Eingemeindung in Schönenberg und Hütten teilweise zu Verunsicherung geführt habe. Stadtrat, Parlament und Verwaltung aber würden alles daransetzen, «dass sich möglichst alle Einwohnerinnen und Einwohner in Wädenswil wohlfühlen», versicherte er.

In einem vom Stadtpräsidenten moderierten lockeren Talk äusserten sich dann auch die bisherige Gemeindepräsidentin von Hütten, Verena Dressler (parteilos), sowie der frühere ­Gemeindepräsident von Schönenberg, Willi Schilling (FDP), zu ihrer Gefühlslage. Beide bekannten, dass sie angesichts des Verlusts der Eigenständigkeit «auch etwas Wehmut» verspürten. «Dass wir mit dem Fusionsprozess gleichzeitig neue Freunde gewonnen haben, zeigt aber, dass wir vor allem vieles richtig gemacht haben», meinte Schilling. Die wuchtige Zustimmung der Hüttner zum Gemeindezusammenschluss habe sie damals nicht nur ermutigt, diesen zügig voranzutreiben, sondern auch darin bestärkt, bei einem allfälligen Scheitern der Fusion beim Kanton dezidiert für das Wohl­ergehen von Hütten zu kämpfen, betonte Dressler. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 03.01.2019, 09:29 Uhr

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