Kilchberg

Ärzte brüskiert über Pläne des See-Spitals für Notfallpraxis

Die geplante Walk-in-Praxis für Patienten mit kleineren Verletzungen im See-Spital hat einen Entrüstungssturm ausgelöst. Hausärzte der Zimmerberg-Region werfen der Spitalleitung vor, das gegenseitige Vertrauen zu untergraben.

Die Pläne des Seespitals für eine Walk-in-Praxis in Kilchberg (Bild) stossen auf Kritik.

Die Pläne des Seespitals für eine Walk-in-Praxis in Kilchberg (Bild) stossen auf Kritik. Bild: Archiv André Springer

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Die Beziehung zwischen dem See-Spital und den Hausärzten in der Zimmerbergregion wird auf die Probe gestellt. Kürzlich hat das See-Spital seine Pläne für eine Walk-in-Praxis vorgestellt. Die Idee ist, dass sich Patienten mit kleinen Verletzungen und leichten Erkrankungen ohne Voranmeldung behandeln lassen können. Am Standort in Kilchberg führt das See-Spital heute keinen Notfall. Es handelt sich um ein reines Belegarztspital. Trotzdem melden sich dort Notfallpatienten. Sie werden jetzt noch an die Ärzte von umliegenden Praxen vermittelt.

Kritik an Informationspolitik

Aus den Reihen der Praxis-Ärzte in der Region Zimmerberg und Sihltal kommt nun heftige Kritik an dieser Walk-in-Praxis. Die Ärzteschaft bemängelt, dass sie bei der Ausgestaltung der Walk-in-Praxis vom See-Spital übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt wurden.

Die Spitalleitung spreche von frühzeitiger Information, doch die Walk-in-Praxis werde schon im kommenden Sommer eröffnet, kritisiert der Horgner Hausarzt Simon Otth in einem Schreiben. Er vertrete die Meinung der geschlossenen Ärzteschaft. Er spreche als Verwaltungsratspräsident des Ärztenetzwerks ZimDoc, für die Ärzteschaft des zweiten regionalen Ärztenetzwerkes MediX sowie im Namen von Kollegen, die keinem dieser beiden regionalen Netze angehören.

Auch positive Reaktionen

Lorenzo Marazzotta, Stiftungsratspräsident des See-Spitals, entgegnet, die Schaffung einer Walk-in-Praxis in Kilchberg entspreche einem strategischen Entscheid des Stiftungsrates. Der Entscheid sei intern sorgfältig abgeklärt worden. Dass sich die gesamte Ärzteschaft gegen die Notfall-Praxis am See-Spital auflehne, lässt er nicht gelten: «Wir haben zahlreiche positive Reaktionen von Hausärzten erhalten.»

Die Meinungen des Stiftungsratspräsidenten des Spitals und des Präsidenten des Ärztenetzwerkes gehen nicht nur bei der Frage auseinander, ob die Kommunikation angemessen war und was die Ärzte vom Projekt halten. Unterschiedlich sind auch ihre Aussagen darüber, ob eine solche Notfallpraxis überhaupt nötig ist.

Weitere Reaktionen und Hintergründe im Artikel «Hausärzte finden Notfallpraxis überflüssig» (Abo+). (rau/dh)

Erstellt: 07.11.2017, 14:17 Uhr

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