Horgen

Eltern ärgern sich über teure Ferienpass-Angebote

Der Ferienpass in Horgen fällt durch einige teure bis sehr teure Kurse auf. Auf Facebook äussern Eltern ihren Unmut dazu. Die Gemeinde und Kursanbieter begründen die Preise mit dem hohen Kostenaufwand, um die Kurse überhaupt durchführen zu können.

Sieben verschiedene Schachkurse werden im Horgner FerienSpass angeboten — zum stolzen Preis von 220 und 450 Franken.

Sieben verschiedene Schachkurse werden im Horgner FerienSpass angeboten — zum stolzen Preis von 220 und 450 Franken. Bild: Archiv Manuela Matt

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In Horgen ist der Ärger von Eltern schulpflichtiger Kindern über die Höhe der Ferienpass-Preise gross. Eine von ihnen ist Flurina Brunner. Die Mutter äusserte ihre Unzufriedenheit via Facebook und erntete dabei grosse Zustimmung. Im Gespräch mit der ZSZ erklärt sie: «Der Ferienpass ist doch eigentlich für Familien, welche sich keine Ferien leisten können.»

160 Franken für den eintägigen Computerkurs beispielsweise oder 220 Franken für einen Schachkurs zu verlangen, findet Brunner unverständlich. «Kinder aus Familien mit tieferem Budget sollen trotzdem abwechslungsreiche und spannende Ferien haben können, was mit diesen Preisen nicht möglich ist.

450 Franken für Schachkurs

«Die teuren Kurse werden meist von professionellen Anbietern gemacht und benötigen Fachwissen und teures Material», erklärt Roland Pfenninger, Leiter der Abteilung Kind/Jugend/Familie, welche für den Horgner Ferienpass verantwortlich ist. Die Kurse schrieben die Anbieter meist über ihre eigenen Kanäle aus. Sie werden zu den selben Konditionen im Ferienpass veröffentlicht.

«Der Ferienpass ist doch eigentlich für Familien, welche sich keine Ferien leisten können.»Flurina Brunner, Mutter eines schulpflichtigen Kindes in Horgen

Ein Beispiel dafür sind die Schachkurse von Chess4Kids. Mit einem Unkostenbeitrag von 450 Franken für den kombinierten fünftägigen Kurs Schach und Basketball ist das Angebot das mit Abstand teuerste Ferienpassangebot im Bezirk. «Wir müssen fest angestellte Schachtrainer als Verantwortliche sowie im vorliegenden Angebot einen Basketballtrainer beschäftigen. Für Sportaktivitäten werden zusätzliche geeignete Räume angemietet. Im Preis mit inbegriffen sind ebenfalls Pausenverpflegung und Mittagessen», rechtfertigt sich Bea Johner, Geschäftsführerin von Chess4Kids. «Ausserdem erhalten wir weder von der Gemeinde noch von Jugend+Sport Beiträge für unsere Kurse». Von den Kursteilnehmern würden jeweils nur wenige Kinder via den Ferienpass einsteigen. «Die Mehrheit der Kinder wird über unsere eigenen Werbemassnahmen auf uns aufmerksam.»

Wenige Kurse von Vereinen

Auffällig am Horgner Ferienpass ist auch, dass nur vereinzelt Kurse von Vereinen aus der Gemeinde angeboten werden. «Horgen verpflichtet die Vereine nicht zur Mitwirkung beim Ferienpass. Dies ist in anderen Gemeinden anders. Dort ist eine Mitwirkung zum Teil an den Vereins-Unterstützungsbetrag gekoppelt», sagt Pfenninger.

Im Vergleich zum Angebot in den anderen Gemeinden im Bezirk zeigt sich, dass die Preise in Horgen doch sehr stolz sind. In allen Gemeinden wird zwar eine ähnliche Grundgebühr inklusive ZVV-Abo erhoben, die zusätzlich verlangten Unkostenbeiträge je Kurs unterscheiden sich jedoch deutlich.

In Thalwil ist das teuerste Angebot der fünftägige Ruderkurs des Ruderclubs Thalwil, der 50 Franken zusätzlich kostet. In Richterswil gibt es Angebote für diverse eintägige Veranstaltungen, für bis zu 40 Franken . Und in Wädenswil werden zu den diversen Veranstaltungen, welche aber nur an halben oder ganzen Tagen stattfinden, keine zusätzlichen Kosten verlangt.

Neue Angebote erwünscht

Pfenninger verweist darauf, dass Horgen gleich dreimal pro Jahr, in den Sport-, Frühlings -und Sommerferien, den Ferienpass durchführt und der Freizeitbeschäftigung für Schüler eine wichtige Rolle zuordnet. Pfenninger räumt allerdings auch ein, dass Verbesserungspotential bestehe. Mit seiner Abteilung, welche die Ferienpass-Organisation erst anfangs 2018 übernommen hat, wird er nach den Sommerferien das Angebot auswerten und versuchen zu optimieren. «Wir sind laufend auf der Suche nach neuen Angeboten.»

Für nicht-professionelle Anbieter gebe es bereits jetzt eine Unterstützung von Seiten der Gemeinde, sagt Pfenninger. Hauptleiter erhalten einen Stundenlohn von 20 Franken, sofern der Ferienpasskurs zwischen zwei bis sechs Stunden pro Tag dauert und mindestens sieben Kinder daran teilnehmen.

Erstellt: 04.07.2018, 17:24 Uhr

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