Adliswil

Stadtrat steht E-Trottis skeptisch gegenüber

Soll Adliswil Rahmenbedingungen schaffen, damit E-Trottinett-Anbieter auch nach Adliswil expandieren? Dies will die FDP. Der Stadtrat lehnt die Idee ab.

Die E-Trottinette verbreiten sich auch ausserhalb der Städte.

Die E-Trottinette verbreiten sich auch ausserhalb der Städte. Bild: Archiv Manuela Matt

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Nicht nur in den grossen Städten sind die elektronischen Trottinetts, die man gegen Bezahlung für kürzere Strecken nutzen kann, ein Thema. Auch in der Agglomeration sind sie vermehrt zu sehen. Auch wenn die Anbieter noch nicht offiziell in die Gemeinden expandiert haben. Die beiden FDP-Gemeinderäte Reto Buchmann und Vera Bach wollen Adliswil gar als Pionierstadt in Sachen elektrisch betriebenen Trottinetts und Velos sehen. Mittels eines Postulats forderten sie den Stadtrat im Sommer dazu auf, proaktiv auf Anbieter zu zugehen, um ein gemeinsames Konzept auszuarbeiten, wie sich die Anbieter solcher E-Trottis in Adliswil ansiedeln könnten und welche Standorte geeignet sind. Der Stadtrat winkt jedoch ab. In einem kürzlich veröffentlichten Stadtratsbeschluss geht er auf das Postulat ein und beantragt dem Grossen Gemeinderat, dieses abzulehnen.

Elektro-Trottinetts könnten zwar eine nachhaltige Alternative zu Autos sein, schreibt der Stadtrat. Sie benötigten weniger Platz und stossen, bei entsprechend ökologischer Strombeschaffung, keine CO2-Emissionen aus. «Diese Vorteile kommen jedoch nur zum Tragen, wenn das E-Trottinett fossil betriebene Fahrzeugkilometer ersetzt und nicht für Kurzstrecken, die problemlos zu Fuss gegangen werden können, eingesetzt wird.» Aus Sicht der Gesundheitsprävention ergebe eine elektrische Alternative zur körperlichen Bewegung keinen Sinn.

Risiko für schwere Verletzungen

Seine Skepsis gegenüber der Förderung von E-Trottis begründet der Stadtrat auch mit dem Thema Sicherheit: «Wenn Velowege vorhanden sind, müssen diese durch die E-Trottinett-Fahrerinnen und -Fahrer genutzt werden. Das Fahren auf dem Trottoir ist verboten und gefährdet die Fussgängerinnen und Fussgänger.» Im Strassenverkehr fühlten sich Benutzer von E-Trottinetts hingegen oft unwohl und nicht passend aufgehoben. Da E-Trottis als «Leicht-Motorfahrräder» gelten, besteht keine Helmpflicht. Dies habe zur Folge, dass das Risiko für schwere Verletzungen gross sei.

«Das Fahren auf dem Trottoir ist verboten und gefährdet die Fussgängerinnen und Fussgänger.»Aus der Antwort des Stadtrats

Bei den Trottinett-Anbietern gilt das sogenannte Freefloating-System. Das heisst, dass die Fahrzeuge nach Gebrauch an einem beliebigen Ort abgestellt werden können. Aus diesem Grund werden Trottinetts häufig auf öffentlichem Grund wie Trottoirs abgestellt. Auch das ist dem Adliswiler Stadtrat ein Dorn im Auge. Denn dies stelle für andere Verkehrsteilnehmende und Fussgängerinnen und Fussgänger ein Hindernis dar, argumentiert er. Ein weiterer nicht befriedigend gelöster Aspekt sei auch, dass die E-Trottinetts zum Aufladen der Batterie nach deren Nutzung wieder eingesammelt werden müssten. «Dies generiert zusätzliche Fahrten mit Transportfahrzeugen zumeist mit Verbrennungsmotor.» Aus diesen Gründen erachtet der Stadtrat die Förderung von E-Trottinetts nicht als Aufgabe der Stadtverwaltung.

Andere Parteien können sich äussern

Nur weil der Stadtrat aber Skepsis zeigt, heisst das nicht, dass ein Anbieter von E-Trottinetts nicht doch in Adliswil Einzug halten könnte. Bei allfälligen Anfragen würden die Auswirkungen geprüft, schreibt der Stadtrat. Zudem muss auch der Grosse Gemeinderat noch über das Postulat befinden.

An einer der nächsten Sitzungen des Grossen Gemeinderats wird das Geschäft traktandiert. Dann wird sich zeigen, ob neben der FDP auch andere Parteien der Meinung sind, es sei Aufgabe der Stadt Adliswil, Rahmenbedingungen für E-Trottinett-Anbieter wie Limebike, Circ oder Bird zu schaffen.

Erstellt: 08.11.2019, 13:07 Uhr

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