Adliswil

Adliswiler Schulhaus-Abstimmung spaltet die Parteien

Für die einen ist es ein teures Flickwerk, für die anderen ein nachhaltiges Projekt: Über den Umbau und die Erweiterung des Schulhauses Sonnenberg ist man sich in der Adliswiler Politik uneins. In zwei Wochen entscheidet das Stimmvolk über die 13-Millionen-Vorlage.

Die Schulanlage Sonnenberg soll, wie abgebildet, bergseits durch einen Neubau aus Holz ergänzt werden. Den bestehenden Trakt will der Stadtrat umfassend sanieren lassen. Bild: Visualisierung: PD

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Zum dritten Mal innerhalb von eineinhalb Jahren stimmen die Adliswiler über ein millionenteures Schulhausprojekt ab. Zuerst sagten sie Ja zum Schulhaus Dietlimoos, dann genehmigten sie den Neubau im Wilacker. Und nun folgt das Primarschulhaus Sonnenberg, das im Gebiet unterhalb der Felsenegg liegt.

Am 23. September wird darüber abgestimmt, ob das Sonnenberg umgebaut und mit einem Neubau erweitert werden soll.Grund für das Projekt ist auch diesmal die steigende Anzahl Schüler. Ihre Treiber sind das Bevölkerungswachstum, die rege Bautätigkeit und die hohen Geburtenzahlen. Im Schulkreis Sonnenberg-Wilacker wird der Zuwachs einerseits durch das kürzlich eingeweihte, modulare Schulhaus Wilacker aufgefangen. Daneben soll andererseits auch das Sonnenberg künftig mehr Platz bieten: für 12 Primar- und 2 Kindergartenklassen.

Neubau komplett aus Holz

Geplant ist, den bestehenden Trakt umfassend zu sanieren und an die heute gültigen Richtlinien anzupassen. Im Zuge dessen soll die seit zehn Jahren leer stehende Schwimmhalle in einen Sing- und Mehrzwecksaal umfunktioniert werden. In diesem Schulhaustrakt würden die Unterstufen- und Kindergartenklassen sowie die Tagesbetreuung untergebracht werden. Der geplante Neubau mit zwei Obergeschossen soll Platz bieten für sechs Klassen der Mittelstufe. Mit Ausnahme des Treppenhauses sollen alle Wände und Decken des Neubaus aus Holz gebaut werden.

Insgesamt kostet das Projekt 22,2 Millionen Franken. Doch weil davon 8,9 Millionen Franken als gebundene Ausgaben für die Sanierung und Unterhaltsarbeiten gelten, entscheidet das Stimmvolk nur über einen Kredit von 13,3 Millionen Franken.

Auch die letzten beiden Schulhausprojekte, über die abgestimmt wurde, kosteten Adliswil viel Geld. Politisch umstritten waren sie aber kaum. Anders diesmal. Die Vorlage spaltet die Parteien. Zu teuer, finden zum Beispiel die Freien Wähler. Die Sanierung und Erweiterung der Schule Sonnenberg könnte «kostengünstiger und sinnvoller» gestaltet werden, schreiben die Freien Wähler in ihrer Nein-Parole.

Als die Vorlage letzten Juli im Gemeinderat diskutiert wurde, stellten die Freien Wähler einen Rückweisungsantrag. Allerdings ohne Erfolg. Das Geschäft wurde mit 20 zu 5 Stimmen, bei drei Enthaltungen, angenommen.

Zu den Gegnern zählt auch die EVP. Man sehe zwar ein, dass das Schulhaus saniert werden muss. Doch gäbe es bessere Projekte als das vorliegende, lässt die EVP verlauten. Ein teilweiser Abbruch des heutigen Gebäudes sei nie ernsthaft geprüft worden. Im Weisungsheft zur Abstimmung wird das Projekt von den Kritikern denn auch als Flickwerk bezeichnet.

Ein Ja nach langer Diskussion

Bemängelt wird auch, dass die Stadt beim Sonnenberg nicht auf modulare Bauten setzt. Der Stadtrat entgegnet, dass das Sonnenberg auf die maximale Belegung ausgebaut werden soll. Veränderungen der Schülerzahlen im Schulkreis Sonnenberg-Wilacker könnten bereits mit dem modularen Schulhaus Wilacker flexibel abgefangen werden.

Im Gemeinderat hatten sich auch SVP-Vertreter auf die Seite der Kritiker gestellt. In ihrer Parteiversammlung vorgestern Abend fasste die SVP allerdings «nach intensiver Diskussion» die Ja-Parole, wie die Partei mitteilt. Das Projekt sei sehr gut vorbereitet worden und überzeuge. Den bestehenden Trakt abzubrechen und neu zu bauen, käme viel teurer. So sieht es auch die FDP: Müsste das Gebäude zuerst rückgebaut werden, würde dies die Schaffung des dringend benötigten Schulraums verzögern. Auch die SP empfiehlt ein Ja. Sie bezeichnet die geplante Vorgehensweise als «sinnvoll und ressourcenschonend». Für die CVP erfüllt das Projekt «alle Anforderungen an den Schulraum». Sowohl die GLP als auch die Grünen sprechen von einer ökologisch und finanziell sinnvollen Lösung. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.09.2018, 15:43 Uhr

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