Unwetter

Wieso Schulen auf Sturm Sabine unterschiedlich reagierten

Meteo Schweiz rief im ganzen Kanton Zürich die Sturm-Warnstufe 4 aus. Trotz gleicher Ausgangslage schlossen nur zwei Schulen. Eltern kritisieren die Entscheide.

Sturm Sabine ist vorbei: Die Kinder können wieder ohne Gefahr vor umstürzenden Bäumen ihren Schulweg bestreiten.

Sturm Sabine ist vorbei: Die Kinder können wieder ohne Gefahr vor umstürzenden Bäumen ihren Schulweg bestreiten. Bild: Symbolfoto: Monika Flückiger

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Die sieben Gemeinden der Bezirke Horgen und Meilen, die diese Woche noch keine Schulferien hatten, reagierten unterschiedlich auf den Sturm «Sabine». Während die Schulen von Adliswil und Hombrechtikon geschlossen blieben, lief der Schulbetrieb in den restlichen Gemeinden normal weiter.

Dies obwohl Meteo Schweiz die Sturm-Warnstufe 4 am Montag und Dienstag für den ganzen Kanton ausrief. «Bei Stufe vier muss eine Schule nicht zwingend geschlossen werden. Die Entscheidung treffen die lokalen Behörden», sagt Meteorologe, Ludwig Zgraggen. Je nach Lage und Schulweg variiere diese Empfehlung aber. Im Kanton Uri seien Stürme der Stufe 4 wegen dem Föhn beispielsweise keine Seltenheit. «Eine Schulschliessung gibt es dort jeweils nicht», weiss der Urner Ludwig Zgraggen aus Erfahrung.

Gemeinden ziehen unterschiedliche Bilanz

Rolf Huber, Schulpräsident von Hormbrechtikon, hat aufgrund der Informationslage von Meteo Schweiz entschieden, die Schule anfangs Woche geschlossen zu halten. Im Nachhinein schätzt er die Situation folgendermassen ein: «Wir haben eventuell übervorsichtig gehandelt. Aber ich werde lieber von einem Sturm enttäuscht, als dass ein Kind von einem Ziegelstein getroffen wird.»

Markus Bürgi, Schulpräsident von Adliswil, ist überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, die Schule zu schliessen. Die Kinder werden nun aber nicht bei jedem Sturm frei haben. Ob eine ähnliche Massnahme künftig notwendig sein wird, müsse je nach Situation abgeschätzt werden. Um eine solche Entscheidung zu treffen, werden die Informationen der entsprechenden Fachstellen einbezogen.

Die Kommunikation zwischen Schule und Eltern habe sowohl in Hombrechtikon als auch in Adliswil gut funktioniert. Es haben sich keine Eltern direkt bei der Schule über den Entscheid beschwert. In der Facebook Gruppe «Du bisch än ächtä Adliswiler wänn» waren die Meinungen jedoch gespalten. «Man kann es auch übertreiben», schreibt eine Mutter im Bezug auf die Schulschliessung. Ein anderer Elternteil bemerkte dagegen: «Wenn ein Kind verletzt worden wäre, würden hier andere Kommentare stehen.»

Die Schulen in Männedorf sind während des Sturmes offen geblieben. Beatrice Scherrer, Gesamtleiterin Schule, sieht Verbesserungsmöglichkeiten in der Kommunikation. Zum Beispiel wäre eine Elterninformation auf der Website der Schule sicher hilfreich. Auch Dora Murer, Schulpräsidentin von Langnau teilte auf der Website der Schule und Gemeinde mit, dass die Schule während des Sturmes offen blieb. Dass die Schule nicht geschlossen wurde, erachtet Dora Murer als die richtige Entscheidung. Die Schulwege führen nicht durch einen Wald und nach mehrfacher Beurteilung der Wetterlage verzichtete man auf eine Schulschliessung. Auch deshalb, weil eine kurzfristige Organisation der Alternativbetreuung zu kompliziert gewesen wäre. Da es in den Betreuungsräumen nicht genug Platz gäbe, wären die Kinder in den regulären Schulzimmern untergekommen. «Da kann ja gleich auch der Unterricht stattfinden», meint Dora Murer.

Erstellt: 12.02.2020, 18:51 Uhr

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