Kilchberg

Wie gefährdet sind die Bäume im Schellergutpark?

Drei Rekurrentinnen sehen Bäume im Schellergutpark, wo das Feuerwehrdepot erweitert werden soll, gefährdet. Sie fordern ein Gutachten von einem «unabhängigen» Baumexperten.

Der Schellergutpark liegt direkt neben dem Feuerwehrdepot in Kilchberg.

Der Schellergutpark liegt direkt neben dem Feuerwehrdepot in Kilchberg. Bild: Archiv André Springer

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Im Februar entschied eine Mehrheit der Kilchberger Stimmbevölkerung, das Feuerwehrdepot und den Werkhof an seinem bisherigen Standort an der Alten Landstrasse 166 zu erweitern und zu sanieren, anstatt im Tal neben der Autobahn einen neuen Standort zu errichten.

Gegen den Entscheid ist kurz nach der Abstimmung ein Rekurs eingegangen. Bereits vor einem Monat berichtete diese Zeitung darüber, doch weder die Rekurrenten noch die Gemeinde wollten damals Stellung nehmen. Man befinde sich noch im Schriftenwechsel und wolle dessen Ergebnis abwarten, hiess es vonseiten beider Parteien.

Dieser Schriftenwechsel ist nun beendet und es liegen Details zum Rekurs vor. Über diese berichtet das Kilchberger Gemeindeblatt. Im Artikel wird klar, dass es sich um drei Kilchbergerinnen handelt, die den Rekurs beim Bezirksrat eingelegt haben. Der Grund dafür ist die mögliche Gefährdung von Bäumen im Schellergutpark, der gleich neben dem Feuerwehrdepot liegt. Das Ausheben einer unterirdischen Einstellhalle der Feuerwehr gefährde ein Eibenwäldchen, einen Mammutbaum und eine Eiche, weil deren Wurzeln verletzt werden könnten, befürchten die Rekurrentinnen. Die Bäume seien im Inventar der Gemeinde geschützt und darüber hinaus für das Dorfleben wertvoll.

Gutachten eines Unbekannten

Der Rekurs enthält zwei Anträge: die Erstellung eines Gutachtens zum angeblich gefährdeten Baumbestand des Schellergutparks sowie die Wiederholung der Urnenabstimmung nach Bekanntmachung des Gutachtens. Das im Februar zur Abstimmung gelangte Vorprojekt sei bereits von einem Landschaftsarchitekten und einem Baumspezialisten begleitet worden, sagt Christian Benz (GLP), Gemeinderat mit dem Ressort Hochbau und Liegenschaften, auf Anfrage. «Aufgrund der Empfehlungen der Baumexperten wurden substantielle Vorsichtsmassnahmen eingeplant und im Budget eingestellt.» Zu diesen Massnahmen gehören etwa der Schutz der Wurzelwerke der Bäume durch sogenannten Netzvorhänge.

Die Rekurrentinnen forderten nun ein Gutachten eines auswärtigen, der Gemeinde unbekannten Experten. Nach dem ausgiebigen Schriftenwechsel habe der Gemeinderat einem externen Gutachten zugestimmt, schreibt das Kilchberger Gemeindeblatt. Um die Unabhängigkeit zu betonen, habe man auf den üblichen Gutachter verzichtet und einen der Gemeinde bisher unbekannten Gutachter beauftragt, ergänzt Benz.

Urnenabstimmung wiederholen?

Vonseiten der Gemeinde sei man den Forderungen der Rekurrentinnen bis jetzt freiwillig nachgekommen, betont er. Der Entscheid des Bezirkrats liegt schliesslich noch nicht vor. Je nach Ausgang des Gutachtens könnte das Bauvorhaben noch entsprechend angepasst werden. Das Gutachten muss für die Baubewilligung vorliegen. Der zweite Antrag des Rekurses verlangt eine Wiederholung der Abstimmung. Die Kilchberger müssten sich erneut zwischen den beiden Varianten des Standorts für Feuerwehrdepot und Werkhof entscheiden.

Zwei Szenarien würden den wiederholten Gang an die Urne verhindern, sagt Benz: «Entweder der Bezirksrat folgt den Ansichten des Rekurses nicht, oder der Rekurs wird noch vor einem Entscheid durch den Bezirksrat von den Rekurrentinnen zurückgezogen.» Die drei Kilchbergerinnen lassen sich im Gemeindeblatt wie folgt zitieren: «Schön wäre es, wenn eine Lösung ohne eine erneute Urnenabstimmung gefunden werden könnte.»

Erstellt: 11.07.2019, 16:40 Uhr

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