Wahlen Horgen

Welche Parteien wo abräumten

Die FDP hat in allen Gemeinden im Bezirk Horgen Wähleranteile gewonnen. Die GLP dagegen hat überall verloren. Den stärksten Verlust in einer Gemeinde muss aber eine andere Partei hinnehmen.

Die Parteien schnitten in den Bezirksgemeinden unterschiedlich gut ab. Sowohl in den Berggemeinden als auch in den wohlhabenderen Gemeinden sind deutliche Abweichungen festzustellen.

Die Parteien schnitten in den Bezirksgemeinden unterschiedlich gut ab. Sowohl in den Berggemeinden als auch in den wohlhabenderen Gemeinden sind deutliche Abweichungen festzustellen. Bild: André Springer

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Die SVP bleibt die stärkste Kraft im Bezirk Horgen. In fast allen Gemeinden hat sie an den Kantonsratswahlen am Sonntag die meisten Stimmen geholt. Und sie hat auch in fast allen Gemeinden Wähleranteile gewinnen können im Vergleich zu 2011 – ausser in Kilchberg, Oberrieden und Rüschlikon. Die SVP-Hochburgen bleiben Schönenberg mit 47 Prozent Wähleranteil und Hütten mit sogar 53,2 Prozent.

In drei Gemeinden aber ist die SVP nicht stärkste Kraft: In den beiden steuergünstigen Kommunen Kilchberg und Rüschlikon wie auch in Thalwil hat die FDP die höchsten Wähleranteile erzielt.

Die FDP ist überhaupt die grosse Gewinnerin und hat in allen Gemeinden Wähler dazugewonnen, was schliesslich in einem Sitzgewinn resultierte. Am wenigsten FDP-Listen eingelegt wurden in Hütten, dort erreichen die Freisinnigen nur 5,5 Prozent. Dies aber wohl auch nur deshalb, weil über die Hälfte SVP wählte.

Wähleranteil überall gesunken

Die GLP des Bezirks ist neu nur noch mit einem Sitz im Kantonsrat vertreten. Am meisten Wähleranteile hat sie in Schönenberg, Richterswil, Kilchberg und Hirzel verloren. In keiner einzigen Bezirksgemeinde ist der Wähleranteil gestiegen. Die besten Werte erreicht die GLP in Langnau, Thalwil und Kilchberg. Das ist nicht überraschend: zwei der drei GLP-Spitzenkandidaten kommen aus diesen Orten.

Auch die Grünen haben in allen Gemeinden Wähleranteile eingebüsst, überall zwischen zwei und vier Prozentpunkten. Ausnahme ist Hütten, dort betrug der Verlust nur 0,9 Prozentpunkte.

Nicht alle hatten einen «Heimbonus»

Drittstärkste Partei im Bezirk ist die SP. Sie hat gesamthaft 0,6 Prozentpunkte verloren. Die grössten Abstriche gab es in Langnau, Hirzel und Wädenswil. Wähleranteile dazugewonnen hat die SP in Rüschlikon, Richterswil, Kilchberg und – mit 4,4 Prozentpunkten besonders deutlich – in Hütten.

8,2 Prozent Wähleranteil hat die CVP erreicht. Dieser ist aber nicht etwa in Wädenswil am höchsten, wo CVP-Zugpferd Philipp Kutter wohnt. Der höchste Wert kommt aus Langnau mit 11,9 Prozent. Den tiefsten Zuspruch erhält die CVP in Oberrieden mit 4,9 Prozent.

Die EVP demgegenüber hat die meisten Wählerstimmen aus Wädenswil erhalten – wohl dank Lokalmatador Johannes Zollinger, der den Einzug in den Kantonsrat wieder geschafft hat. 6,9 Prozent Wähleranteil erreicht die EVP in Wädenswil. Nur in Hütten liegt der Wert auch über 5 Prozent.

Rico Brazerol von der BDP dagegen hat keinen «Heimbonus» erhalten. In seiner Wohngemeinde Horgen verlor die BDP 0,9 Prozentpunkte und damit überdurchschnittlich viel. Einzig im Hirzel wurde die BDP-Liste öfter eingelegt als noch vor vier Jahren.

Erstellt: 13.04.2015, 17:26 Uhr

Verschiebungen auf den Parteilisten

Die Position auf der Wahlliste einer Partei kann die Wahlchancen erhöhen oder schmälern

Während die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten auf den ersten Listenplätzen grundsätzlich unbestritten waren – auch weil dort nur Bisherige aufgeführt waren – kam es in der «zweiten Reihe» zu einigen grösseren Verschiebungen. Die markanteste ist bei der SVP zu finden: Der Langnauer Urs Waser schaffte es vom achten Listenplatz auf den vierten Platz – und damit in den Kantonsrat.
Ein beachtliches Ergebnis erzielte auch die Adliswiler Gemeinderätin Carmen Marty Fässler (SP).

Auf Listenplatz Neun geführt erhielt sie am viertmeisten Stimmen. Weil die SP weiterhin drei Sitze hat, blieb ihr der Einzug in den Kantonsrat dennoch verwehrt. Den umgekehrten Weg auf der SP-Liste nahm Peter Cadisch aus Rüschlikon: Er konnte seinen vierten Listenplatz nicht halten und rutschte auf den achten Platz ab.

Bei der CVP schaffte es der Adliswiler Stadtrat Farid Zeroual auf den zweiten Platz – auf der Liste war er als Vierter geführt worden. Auch der Rüeschliker Gemeindepräsident Bernhard Elsener machte einen deutlichen Sprung vom neunten auf den vierten Platz. Plätze eingebüsst hat dagegen Ueli Felder aus Thalwil, er fiel vom fünften auf den zehnten Platz zurück. Noch schlimmer traf es die Langnauer Schulpflegerin Janine Bours, sie stürzte vom dritten auf den elften Platz ab. Dies, obwohl die CVP den höchsten Wähleranteil ausgerechnet in Langnau erreichte. (pkl)

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