Zürichsee

Wahlbeteiligung sinkt wieder

Die 2011 erstmals wieder gestiegene Beteiligung an Kantonsratswahlen war keine Trendwende. Am Sonntag dürfte die Wahlbeteiligung wieder sinken. Das zeigt eine Umfrage in den Gemeinden am Zürichsee.

Nur jeder Dritte findet es «okay», zu wählen. Die Forschung zeigt aber, dass Plakate durchaus Nichtwähler überzeugen können.

Nur jeder Dritte findet es «okay», zu wählen. Die Forschung zeigt aber, dass Plakate durchaus Nichtwähler überzeugen können. Bild: Manuela Matt

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Vielleicht wird es die tiefste Beteiligung an Kantonsratswahlen aller Zeiten. Den negativen Rekord hält das Wahljahr 2007 als nur 34,04 Prozent der Stimmberechtigten im Kanton Zürich das neue Parlament wählten. 2011 nahm die Beteiligung erstmals seit Jahrzehnten wieder zu und stieg auf 35,52 Prozent. Und jetzt erwarten fast alle der 23 angefragten Gemeinden in den Bezirken Horgen und Meilen eine eher tiefere bis bestenfalls gleich hohe Beteiligung wie bei den Wahlen von 2011. Weil die Entwicklung der Wahlbeteiligung in den See-Gemeinden und im Kanton ziemlich parallel verläuft, könnte sogar der kantonale Tiefstwert von 2007 unterboten werden.

Ein Indikator für die Wahlbeteiligung ist die Zahl der bereits abgegebenen Stimmcouverts im Vergleich zur Anzahl Stimmberechtigter. Bis Dienstagmittag bewegte sich diese Quote bei den meisten Gemeinden zwischen 15 und 21 Prozent. «Bis dato ist der Rücklauf mässig oder geringer als 2011», sagt der Horgner Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli.

Nur ein Ausreisser nach oben

«In Zollikon zeichnet sich eine eher tiefere Stimmbeteiligung ab», sagt Ursula Baumgartner, Sachbearbeiterin der Verwaltung. Am Dienstag vor der Wahl 2011 hatten schon 24 Prozent der Stimmberechtigten brieflich gewählt. Jetzt sind es erst 19,6 Prozent. Nun kommt es darauf an, wie viel noch aufgeholt werden kann. Oberhänsli hofft auf einen «Endspurt». Sonst könnte die Stimmbeteiligung tiefer sein als die 33,9 Prozent in Horgen vor vier Jahren.

Die Ausnahme in der Umfrage bildet Adliswil. «Zum heutigen Zeitpunkt zeichnet sich eine leicht höhere Wahlbeteiligung ab», sagt Gemeindeschreiberin Andrea Bertolosi. Abstimmungsmotor spielt in Adliswil allerdings eine viel diskutierte lokale Vorlage zur Verselbstständigung des Alters- und Pflegeheims. In allen anderen Gemeinden am linken oder rechten Seeufer geht es am Sonntag nur um die Kantonsrats- und Regierungsratswahlen. Konkret tiefere Beteiligungswerte melden Herrliberg, Hütten, Kilchberg, Küsnacht, Langnau, Oetwil, Rüschlikon, Uetikon, Wädenswil und Zollikon. Zumikon und Oberrieden weisen seit Jahrzehnten die höchste Beteiligung in ihrem Bezirk auf. Der Oberriedner Gemeindeschreiber Thomas Dischl sucht nach einer Erklärung: «Wir staunen auch immer wieder, weil wir nichts anders machen.» Dischl vermutet, dass das direkte und gute Einvernehmen zwischen Gemeinde und Bevölkerung sowie die Bevölkerungsstruktur eine Rolle spielen. «Das motiviert wohl zur Teilnahme an überregionalen Wahlen.» Diese Einschätzung teilt Politologe Andreas Ladner. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.04.2015, 17:34 Uhr

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