Langnau

Vereine laufen Sturm gegen Sparpläne der Gemeinde

Die Sparpläne der Gemeinde Langnau lösen bei den betroffenen Vereinen Entrüstung aus. Der Gemeinderat handle mit seinen Sparplänen kurzsichtig und setze am falschen Ort an.

Als subventionierter Verein ist auch der Musikverein Langnau betroffen von den drastischen Sparmassnahmen des Gemeinderates.

Als subventionierter Verein ist auch der Musikverein Langnau betroffen von den drastischen Sparmassnahmen des Gemeinderates. Bild: Archiv ZSZ

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Alle Jahre wieder meldet Langnaus Gemeinderat, dass er sparen müsse. So sieht das Budget 2020 unter anderem vor, dass die Beiträge an die Vereine um zehn Prozent gekürzt werden. Zudem will die Exekutive Skilager und Schulsportkurse streichen. Auch der Dorfmärt soll nächstes Jahr nicht mehr durchgeführt werden. Allein mit Letzterem spart Langnau 11000 Franken pro Jahr ein.

Kein Geld für Wunschbedarf

Gleichzeitig wirft das Budget 2020 auch Fragen auf. So sind zum Beispiel 15000 Franken für «Beratung Flutlichtanlage» eingetragen. Dabei geht es etwa um die Anlage auf dem Sportplatz Sihlmatte. Dies, obwohl der Gemeinderat im Budget vermerkt, dass für Wunschbedarf kein Spielraum bleibe. Der für den Kostenpunkt verantwortliche Gemeinderat Rolf Schatz (GLP) weilt derzeit in den Ferien.

Beim Verein Fasnacht Langnau ist man nicht überrascht. «Dass Langnau sparen muss, ist nichts Neues, sondern jedes Jahr das Gleiche», sagt Vereinspräsident Peter Ruf. «Die kleinen Vereine kämpfen jetzt schon ums Überleben.» Der Fasnachtsverein versuche zwar schon länger, sich möglichst selbst zu finanzieren. Sollten die Beiträge der Gemeinde jedoch tatsächlich dem Rotstift zum Opfer fallen, werde dies Konsequenzen haben. «Wenn es wirklich so weit kommt, steht der Kinderumzug auf der Kippe», sagt Ruf. Dass gleichzeitig mit dem Sparkurs bei den Vereinen 15000 Franken für Beratungen in Sachen Flutlichtanlagen budgetiert sind, ist für Ruf nicht nachvollziehbar.

«Wenn es wirklich so weit kommt, steht der Kinderumzug auf der Kippe.»Peter Ruf, Präsident Verein Fasnacht Langnau

Beim Musikverein sei Sparen immer wieder Thema, sagt Vereinspräsident Marc Steiner. «Als subventionierter Verein sind wir durchaus bereit, unseren Teil zu den Sparmassnahmen beizutragen.» Problematisch ist seiner Meinung nach, dass der Gemeinderat bei den Angeboten für Kinder und Jugendliche sparen will. «Es ist kurzsichtig, so zu sparen. Man muss Jugendlichen eine Beschäftigung geben, wenn man nicht will, dass sie gelangweilt auf der Strasse rumlungern.» Dass das Skilager gestrichen ist, stört Steiner indes weniger. «Mir ist wichtiger, dass das Klassenlager weiterhin durchgeführt wird. Da haben meine Kinder mehr davon.»

«All die Jahre gut genug»

Der 15000-fränkige Budgetposten für die «Beratung Flutlichtanlage» trifft bei Steiner angesichts des Spardrucks auf wenig Verständnis. «Die Flutlichtanlage auf dem Fussballplatz Sihlmatte war all die Jahre lang gut genug. Warum muss man dort ausgerechnet jetzt investieren und alle anderen zum Sparen drängen?»

Kämpferische Töne lässt Peter Steiner, der Leiter des Turbine-Theaters, verlauten. «Wir werden uns auf jeden Fall gegen diese Sparpläne wehren und an der Gemeindeversammlung das Votum ergreifen. Geld, dass in kulturelle Anlässe fliesst, ist gut investiertes Geld.» Trotzdem werde immer bei der Kultur gespart — ein Fehler, wie Steiner sagt. «Das Turbine-Theater kommt allen zugute: der Gemeinde und der ganzen Region. Fallen die Beiträge der Gemeinde weg, müssen wir über die Bücher.» Ob dann eine Konzeptänderung nötig werde oder Aufführungen gestrichen werden, kann Steiner noch nicht abschätzen.






Erstellt: 08.10.2019, 21:08 Uhr

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