Horgen

Über Horgens Türen und was dahinter liegt

Das diesjährige Horgner Jahrheft befasst sich mit Türen und Toren in der Gemeinde. Erzählt werden auch jene Geschichten, die sich einst hinter Wohnungstüren, Garagentoren, Weidegattern oder Metallstäben abgespielt haben.

Unter anderem wird im Jahrheft einem einsamen, verlassenen Häuschen in der Nähe des Aabachweihers bei der Wädenswiler Grenze ein Kapitel gewidmet.

Unter anderem wird im Jahrheft einem einsamen, verlassenen Häuschen in der Nähe des Aabachweihers bei der Wädenswiler Grenze ein Kapitel gewidmet. Bild: pd

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Türen haben etwas Funktionales sowie etwas Metaphorisches. Einerseits ermöglichen sie uns als praktische Verschliessungsvorrichtungen, Gebäude zu betreten und zu verlassen, andererseits bleiben uns gewisse Türen im übertragenen Sinne ein Leben lang verschlossen oder gehen unverhofft vor uns auf. Sie knarren und quietschen, sind manuell oder automatisch, sperren ein oder schenken Geborgenheit. Vor allem aber wecken Tür und Tor Neugierde für das, was sich dahinter verbirgt.

Das diesjährige Horgner Jahrheft versucht, diese Neugierde etwas zu befriedigen. Die Redaktionskommission widmet die Ausgabe 2019 diversen Türen, Toren, Gattern, Zäunen und anderen Ein- und Ausgängen auf dem Gemeindegebiet. Das Heft wird ab Montag, 16. September, in die Horgner Haushalte verteilt.

Die Idee für das Thema sei schon 2013 aufgekommen, sagt Doris Klee, Präsidentin der Redaktionskommission. «Das Thema hat uns gereizt, weil einerseits mit dem Öffnen von Türen etwas Verborgenes sichtbar gemacht werden kann, andererseits kann damit ein bekanntes Gebäude aus einem wenig bekannten Blickwinkel dargestellt werden.»

Gefängnis, Villen und Stollen

Die Autorinnen und Autoren des Hefts beschreiben nicht nur die Türen selbst, sondern erzählen auch die Geschichten dahinter, die sogar manch alteingesessenen Horgner über Neues belehren dürften. So musste selbst Gemeindepräsident Theo Leuthold in seinem Vorwort zugeben: «Ich habe mir eingebildet, die Gemeinde Horgen gut zu kennen. Ich habe aber feststellen müssen, dass ich oft nur die Geschichte vor der Tür gekannt habe.»

Der erste Teil des Hefts beinhaltet Fakten über Türen von öffentlichen Gebäuden. Damit sind nicht nur das heutige und das ehemalige Gemeindehaus oder die Schiebetür des Seespitals gemeint. Auch dem Gittertor des Bezirksgefängnisses wird ein Kapitel gewidmet. Also einer «öffentlichen» Tür, die in der Regel strikte geschlossen ist.

Autor James J. Frei beschreibt, durch welche verschiedenen Türen Straftäter in ihre Zelle geführt werden. Frei erzählt auch die Geschichten einiger Insassen, welche das Gefängnis auf eigene Faust verlassen haben. «Nur mit Schuhbändeln und einem Gürtel» habe beispielsweise vor Jahren ein 25-jähriger Drogendealer die fünf Meter hohe Mauer erklommen.

Aussergewöhnliche Türen und Tore in Horgen – hier der Eingang zum Schinzenhof.

Neben Türen von Wohnhäusern nehmen die Autorinnen und Autoren auch aussergewöhnliche Tore, Gatter und andere Eingänge unter die Lupe. Unter anderem wird einem einsamen, verlassenen Häuschen in der Nähe des Aabachweihers bei der Wädenswiler Grenze ein Kapitel gewidmet.

Wie Theo Leuthold weiss, liegt hinter der kleinen weissen Tür der Eingang zum Aabachleitungsstollen, der im 19. Jahrhundert errichtet worden ist. Unter dem unscheinbaren Häuschen beginnt ein 450 Meter langer Schacht mit einer Druckleitung. Diese diente damals dazu, die aufstrebende Horgner Industrie mit Wasserkraft zu versorgen. Heute kann die Gemeinde damit immerhin 1 Prozent des Strombedarfs abdecken oder 400 Haushalte mit Strom beliefern.

Erstellt: 13.09.2019, 14:56 Uhr

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