Zürichsee

Trotz zwei Rekorden war 2016 ein enttäuschendes Jahr für die Fähre

Das Wachstum der Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG wurde 2016 gebremst. In allen Kategorien fielen die Frequenzen tiefer aus als in den beiden Jahren zuvor. Vor allem schlechtes Wetter und eine fehlende Baustelle drückten auf die Zahlen.

Weniger Autos, weniger Personen: Der Zürichsee-Fähre fehlten 2016 sonnige Wochenenden und die ihr zuträglichen Grossbaustellen in Zürich und am Seedamm.

Weniger Autos, weniger Personen: Der Zürichsee-Fähre fehlten 2016 sonnige Wochenenden und die ihr zuträglichen Grossbaustellen in Zürich und am Seedamm. Bild: sta

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Je zäher sich der Verkehr über den Seedamm und entlang des Sees in der Stadt Zürich zieht, desto besser für die Zürichsee-Fähre. Das war 2015 der Fall, als die Autofahrt vom Belle­vue über die Quaibrücke nach Enge oder in umgekehrter Richtung zur Gedulds­probe geriet. Eine Grossbaustelle bescherte der Fähre damals in den Sommermonaten bis zu 8 Prozent höhere Frequenzen. 2016 fehlte ein solches Nadelöhr als Umsatzhilfe. Dar­um schraubte die Fährengesellschaft die Erwartungen tiefer, sagt Geschäfts­führer Martin Zemp. «Aber dass die Zahlen sogar tiefer sind als 2014, ist enttäuschend.»

Insgesamt fuhren die fünf Fähren fast 70 000-mal über den See und legten 210 000 Kilometer ­zurück. Das sind praktisch gleich hohe Leistungen wie 2015. Dabei transportierten sie aber nur 1,237 Millionen Personenwagen zwischen Horgen und Meilen – fast 48 000 Autos (minus 3,7%) weniger als 2015. 2,01 Millionen Personen (–80 000 / –3,8%) setzten mit der Fähre über.

Nur ein ungewolltes Plus

Auch in den weiteren Beförderungskategorien verzeichnete die Fährengesellschaft im Vergleich zu 2015 einen Rückgang: rund 11 600 Lastwagen (–9,5%) und 82 000 Zweiräder (–8,2%). «Wir haben viel im ersten Halbjahr verloren», erklärt Zemp. Vor allem die vom Wetter her selten begünstigten Wochenenden wirk­ten sich auf die Benutzerzahlen aus. «Ein verregnetes Wochenende kostet uns bis zu 2000 Autos», rechnet der Geschäftsführer vor. Das einzige Pluszeichen steht ausgerechnet dort, wo es am wenigsten gewünscht wird. 2016 mussten in den Spitzen­zeiten rund 95 500 Fahrzeuge (+2,4%) an den Lande­stellen auf eine spätere Fähre warten.

«Ein verregnetes Wochenende kostet uns bis zu 2000 Autos.»Martin Zemp, Geschäftsführer Zürichsee-Fähre

Das wiederum hat ausschliesslich mit aussergewöhnlichen Veranstaltungen zu tun. Am Freitag, 1. Juli, benutzten 8197 Autos die schwimmende Brücke. Das ent­spricht fast der doppelten Fre­quenz eines normalen Werktags. Auslöser des Zulaufs war der Auftakt zum Züri-Fäscht. Zemp spricht von einem «All­zeitrekord» – noch nie zuvor ­seien so viele Personenwagen an einem Tag befördert worden.

Ohne Einfluss, aber relevant

Der zweite Rekord stammt vom Sonntag, 25. September, als 3349 Zwei­räder die Ufer wechselten. Es war der sonnig-warme Tag, an welchem der Slow-up, das Fest der Langsamkeit zwischen Meilen und Schmerikon veranstaltet wurde. «Es waren aber nicht nur ­extrem viele Velos, sondern auch Töff auf der Fähre», erzählt Zemp. Gleichentags fand nämlich der Gentle­man’s ­Ride, eine organisierte Ausfahrt für Motorräder statt. Dennoch bleibt 2016 als ­«wenig berauschendes Jahr» in Er­innerung, wie der Geschäftsführer es bezeichnet. Ob sich auch die mehrwöchige Bau­stelle an der Seestrasse in Meilen negativ ausgewirkt hat, «ist schwer abzuschätzen», sagt Zemp. Es gebe halt immer wieder zufällige Umstände, die sich dem Einflussbereich der Fährengesellschaft entziehen und dennoch relevant für die Benutzerfrequenzen seien.

Eine Feier im Herbst

Die Finanzkennzahlen des ­ab­geschlossenen Geschäftsjahres werden erst zuhanden der Generalversammlung am 19. Mai in Meilen bekannt gegeben. An der Dividende von 100 Franken ­sollte sich aber nichts ändern, verspricht Zemp. Denn der tiefe Diesel­preis und der konstante Personalbestand (51,5 Vollzeitstellen) halten die Fähre trotz der 2016 geringeren Frequenzen nicht vom prinzipiell erfolgreichen Geschäftskurs ab.

Zu feiern gibt es im neuen Jahr ohne­hin etwas. Im Herbst wird die neue Fähre «Meilen» mit einem Volksfest in Betrieb genommen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.01.2017, 17:33 Uhr

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