Kilchberg

Teure Bootsplätze in Kilchberg sorgen für Unmut

Bootsplätze werden in Kilchberg ab Februar 2018 teurer. Wegen hoher Investitionen in Hafenanlagen und Bootshäusern entschied sich die Gemeinde zu einer verursachergerechten Abwälzung der Kosten. Ein Kilchberger hat gegen die Erhöhung Rekurs beim Bezirksrat eingereicht.

Dass die Bootsplatzgebühren in Kilchberg ab Februar 2018 steigen, hat einen Bürger dazu veranlasst bei der Gemeinde einen Rekurs einzureichen.

Dass die Bootsplatzgebühren in Kilchberg ab Februar 2018 steigen, hat einen Bürger dazu veranlasst bei der Gemeinde einen Rekurs einzureichen. Bild: Sabine Rock

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Die Gemeinde Kilchberg betreut und vermietet 143 Bootsplätze in Hafenanlagen, 17 in gedeckten Bootshäusern, 96 Bojenplätze und 101 Beibootsplätze. Die letzte Erhöhung der Bootsplatzmieten erfolgte 2001. Nun entschied sich die Gemeinde Kilchberg für eine Gebührenerhöhung ab dem 1. Februar 2018. Die Gebühren werden sehr unterschiedlich erhöht; zwischen null und 300 Prozent.

Die verschieden hohen Anhebungen der Bootsplatzgebühren erklärt Gemeinderätin Judith Bellaiche (GLP): Die Gemeinden dürften nur kostendeckende Gebühren verlangen. «Die bisherigen waren nicht kostendeckend und mussten von der Allgemeinheit bezahlt werden. Eine externe Zustandsanalyse hat uns aufgezeigt, wie hoch unsere Investitionskosten sind.» Es seien mehrere Hunderttausend Franken für die Hafenanlagen gewesen. «Entsprechend müssen wir diese verursachergerecht abwälzen», sagt sie.

Rekurs gegen Erhöhung

«Die Bojenplätze haben wir beispielsweise nicht erhöht, weil hier die Betriebskosten bereits gedeckt sind», informiert Bellaiche. Für kleiner Boote in Hafenanlagen ist die Erhöhung moderat ausgefallen: zwischen null und 41 Prozent.

Auch wenn man in Kilchberg auf einen breiten Bootsplatz bis zu 20 Jahre oder noch länger warten muss und manch einer tief in die Tasche greifen würde, sofort einen zu bekommen, wird die Erhöhung der Bootsplatzgebühren auch kritisch betrachtet.

Ein Kilchberger hat gegen die Erhöhung beim Bezirksrat Rekurs eingereicht. «Es ist nur eine einzige Person, die dagegen ist. Von den anderen Bootsbesitzern kam kein Einwand, das ist breit akzeptiert worden», sagt die zuständige Gemeinderätin Judith Bellaiche. «Logisch», meint Reto Planta, ein weiterer Kritiker der Gebührenerhöhung, «denn niemand will seinen Bootsplatz verlieren.»

Markant erhöht

Nicht nachvollziehen kann Planta die Erhöhung bei den elf Trockenplätzen: von bisher jährlich 300 Franken, neu auf 1230 Franken. Das entspreche einer Erhöhung um 305 Prozent. Keine Zürcher Gemeinde verlange mehr als 500 Franken für einen Trockenplatz, sagt er. Die elf Trockenplätze befinden sich an der Schoorengasse auf einem Parkfeld. «Die Autoparkplätze vermieten wir für bescheidene 80 Franken monatlich», entgegnet Bellaiche. Der Marktpreis belaufe sich auf 100 bis 150 Franken. Demnach sei die Gebühr-Erhöhung im Sinne einer Gleichberechtigung durchaus gerechtfertigt.

Unterschiedliche Erhöhungen gab es bei den gedeckten Bootsplätzen in den Bootshäusern. Der Platz im Sulzergut kostet neu 15 720 Franken jährlich (bisher 6000 Franken), dies deshalb, «weil wir ein ganzes Bootshaus sanieren mussten.» Einer der sieben Plätze im Bootshaus Naville kostete bisher 5000 Franken, ab Februar nächsten Jahres ebenso viel — eine Erhöhung also um null Prozent. «Die Plätze im Navillegut wurden selbstverständlich auch angehoben, aber dies erfolgte bereits im Zuge der Sanierung, und zwar nach denselben kalkulatorischen Grundsätzen wie alle anderen», sagt Bellaiche. Deshalb sei eine erneute Anhebung per 2018 nicht mehr nötig gewesen.

Die durchschnittliche Erhöhung der Gebühren um 44 Prozent hält Planta für hoch. Dazu entgegnet Bellaiche: «Die Bootsplätze wurden selbstverständlich differenziert betrachtet, weil jede Anlage unterschiedliche Kosten verursacht. Insgesamt erhöhen sich die Einnahmen um 44 Prozent, was dem Grad der bisherigen Unterdeckung entspricht. Wir haben massvoll erhöht, und die Gebühren mit der Stadt Zürich verglichen, wobei wir teilweise darunter liegen.»

Kilchberg an der Spitze

Mit der Erhöhung liege Kilchberg an der Spitze im Bezirk Horgen, hält hingegen Planta fest. «Wie die anderen Gemeinden ihre Investition berechnen, ist mir nicht bekannt, bei uns werden sie nunmehr kostendeckend sein», antwortet Bellaiche. Sie habe wenig Verständnis für den Rekurs beim Bezirksrat, denn der Gemeinderat sei sehr sorgfältig vorgegangen. Nicht zu vergessen sei, dass 150 Personen in Kilchberg auf einen Bootsplatz warten und die Bootsplätze intensiv genützt würden. Ein Viertel der Plätze werde von Bootsgemeinschaften genutzt.

Erstellt: 26.09.2017, 14:55 Uhr

Frappant unterschiedliche Gebühren für Bootsplätze

Gemäss der Verordnung über das Stationieren von Schiffen im Kanton Zürich ist für die Benützung von öffentlichen Bootsplätzen ein kostendeckendes Entgelt zu erheben — für die Aufwendungen von Betrieb, Unterhalt, Verwaltung, angemessene Verzinsung und Abschreibung der Anlagen.

Kilchberg hat die Gebühren für Bootsplätze per 1. Februar 2018 angehoben, wodurch sich die Einnahmen im Vergleich zu 2017 um 44 Prozent erhöhen werden. Wie die zuständige Gemeinderätin Judith Bellaiche (GLP) mitteilte, seien auch die Investitionen in Hafenanlagen in die Bootsplatzgebühren mit eingerechnet worden. Die Erhöhung hat einen Kilchberger zu einem Rekurs beim Bezirksrat veranlasst.

Auswärtige zahlen mehr

Eine Umfrage bei einigen Gemeinden zeigt, dass diese Bootsplatzgebühren unterschiedlich ausfallen. Besonders bei den Trockenplätzen. Das Spektrum reicht bei den Trockenplätzen von 1230 Franken pro Jahr in Kilchberg bis zu 180 Franken. Soviel kostet ein Trockenplatz für einen Richterswiler. In Thalwil kostet ein solcher für Einheimische 444 Franken, ein Auswärtiger berappt 488 Franken. Auswärtige zahlen an die Bootsplätze generell einen Zuschlag von zehn Prozent, so schreibt es die kantonale Stationierungsverordnung vor. Ein Trockenplatz ist in Kilchbergs Nachbargemeinde Rüschlikon vergleichsweise günstig: 313 Franken für Einheimische, 344.30 Franken für Auswärtige.

Gebühren für Boote in Hafenanlagen, an Bojen oder in Bootshäusern sind schwer zu vergleichen, da einige Gemeinden die Konzessionsgebühr an den Kanton, etwa 300 Franken jährlich, miteinberechnen, wie Wädenswil und Horgen. Andere hingegen nicht — wie beispielsweise Kilchberg, Rüschlikon und Thalwil.

Ein Boot von 2.70 bis 2.80 Metern Breite in einer Hafenanlage kostet beispielsweise in Kilchberg neu 1280 Franken. Rüschlikon verlangt für ein Boot dieser Grösse 1362 Franken von Einheimischen und 1498 von Auswärtigen. Thalwil verrechnet 737, respektive 810 Franken. In Wädenswil zahlt man für einen Bootsplatz im Hafen zwischen 893 bis 1216 Franken pro Jahr. Die Wädenswiler Gebühren variieren aufgrund der Bootsbreite und ob es sich um einen gedeckten Platz handelt oder nicht. In Horgen belaufen sich Gebühren für Boote in der Breite von 2.50 bis 2.75 Metern auf 864 bis 950 Franken

Erhöhungen bei den Bootsplatzgebühren so wie Kilchberg planen weder die Stadt Wädenswil noch die Gemeinde Horgen. Richterswil überprüfe laufend die Gebühren, eine Anpassung sei jederzeit möglich, teilt die Gemeinde auf Anfrage mit. «Im kommenden Jahr werden die Gebühren auf ihre Aktualität überprüft», sagt Michael Herzig, Bereichsleiter Liegenschaften in der Gemeinde Rüschlikon. Eine mittelfristige Anpassung der Gebühren kann nicht ausgeschlossen werden. (Gaby Schneider)

Boote parkieren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Boot auf und am See zu parkieren. Die luxuriöseste Variante sind gedeckte Bootsplätze. Liegt das Boot in einer Hafenanlage kann der Bootsbesitzer trockenen Fusses zu seinem Gefährt gelangen, meist via Steg in den Hafenanlagen. Etwas wässriger wird es, wenn das Schifflein in einem Bojenfeld an einer Boje festgemacht ist. Um dorthin zu gelangen, braucht es ein Beiboot. Diese sind an Land gelagert. Und last but not least, die Trockenplätze. Diese sind nur für kleinere Boote geeignet, kleine Segelboote oder Ruderboote, sie werden auf einem Trailer und von Hand ins Wasser befördert. (gs)

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