Langnau

Teil der Sihltalstrasse soll zweiter Bahnspur Platz machen

Zur grösstmöglichen Schonung des Gartendörflis soll der Doppelspurausbau der SZU dort gegen die Sihltalstrasse hin erfolgen. Um dafür Platz zu schaffen, haben sich Gemeinde, Kanton und SZU auf die Aufhebung des dortigen Trottoirs geeinigt.

Das zweite Gleis für die Sihltalbahn soll im Bereich des Langnauer Gartendörfli neu mehr auf der Seite der Sihltalstrasse und dadurch  weniger nahe als ursprünglich geplant an der Einfamilienhaussiedlung zu liegen kommen.

Das zweite Gleis für die Sihltalbahn soll im Bereich des Langnauer Gartendörfli neu mehr auf der Seite der Sihltalstrasse und dadurch weniger nahe als ursprünglich geplant an der Einfamilienhaussiedlung zu liegen kommen. Bild: David Baer

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Gross war die Aufregung bei den Einwohnern des Gartendörflis, als die SZU vor anderthalb Jahren über ihren in Langnau geplanten Doppelspurausbau zwischen der Gontenbachbrücke, der Haltestelle Wildpark-Höfli und dem Bahnübergang zum Racket-Sportcenter Sihlsports informierte. Grund: Das grüne Einfamilienhausquartier zwischen Sihl und Sihltalstrasse liegt direkt am betroffenen Bahnabschnitt. Und die SZU liess damals verlauten, dass sie für den Doppelspurausbau zwingend Land des Gartendörflis beanspruchen müsse. In welchem Umfang blieb allerdings offen.

Die Gemeinde sicherte den Quartierbewohnern damals zu, dass sie sich im fraglichen Gebiet für eine Verlegung des zweiten Gleises zur Sihltalstrasse hin einsetzen wolle, damit das Grüngebiet des Gartendörflis möglichst wenig tangiert werde. Nun hält der Langnauer Gemeinderat für die Anwohner eine vorweihnächtliche Frohbotschaft bereit und kann zumindest einen Teilerfolg seiner Bemühungen verkünden. Wie Langnaus Infrastrukturvorstand Rolf Schatz (GLP) jetzt bekannt gibt, hat er sich zusammen mit seinem Gemeinderatskollegen, Sicherheitsvorstand Virgil Keller (FDP), Anfang November mit dem kantonalen Tiefbauamt, der SZU und der Kantonspolizei getroffen. Das Trottoir entlang der Sihltalstrasse wird im Abschnitt zwischen Gontenbachbrücke und der Unterführung zur Haltestelle Wildpark-Höfli abgebrochen, um für das zweite SZU-Gleis Platz zu schaffen. Bild: David Baer

An der Zusammenkunft habe man sich darauf geeinigt, dass das Trottoir albisseits der Sihltalstrasse zwischen Gontenbachbrücke und der Personenunterführung zur Haltestelle Wildpark-Höfli samt der Strassenbeleuchtung entfernt werden soll. Womit die Fahrbahn der Sihltalstrasse dorthin verschoben und somit Platz für die Verlegung des zweiten Gleises ins heutige Strassenprofil hinein gewonnen werden könne.

Querschnitt massgebend

Sein Einverständnis zur Aufhebung des Trottoirs habe der Gemeinderat gegenüber dem Kanton als Eigentümer der Sihltalstrasse schriftlich bekunden müssen, was mittlerweile auch geschehen sei, sagt Schatz. Für den Weg zwischen Gontenbachbrücke und Wildpark-Höfli könnten die Fussgänger als Alternative auf den Gartendörfliweg oder die Höflistrasse ausweichen.

Mit der auf Ende 2021 vorgesehenen Inbetriebnahme der rund 1,2 Kilometer langen Doppelspur könne die Fahrplanstabilität auf dem gesamten SZU-Netz verbessert werden, und könnten dann auch wieder alle Züge an der Haltestelle Wildpark-Höfli halten, sagt SZU-Mediensprecher Marco Graf. Aufgrund der nun getroffenen Vereinbarungen mit Langnau und dem Kanton werde die SZU jetzt das seit längerem vorliegende Vorprojekt anpassen.

Fahrbahnverengung verlangt

Massgebend für die Frage, wie viel Landerwerb im Gartendörfli letztlich nötig werde, sei der Strassenquerschnitt der Sihltalstrasse, der indes vom Kanton vorgegeben werde, heisst es bei der SZU. Die Landerwerbspläne sollen den Betroffenen nach Fertigstellung des überarbeiteten Vorprojekts unterbreitet werden.

Mit der Aufhebung des Trottoirs will sich Langnau beim Ringen um die Linienführung für den Gleisausbau allerdings nicht begnügen, wie Rolf Schatz betont. Um zusätzlichen Platz für die Doppelspur zu schaffen, verlange Langnau auch eine Verengung der Sihltalstrasse um einen Meter, was zwingend eine Temporeduktion im fraglichen Abschnitt der Kantonsstrasse von 80 auf 60 Stundenkilometer bedinge. Für ihre heutige und künftige Funktion sei die Sihltalstrasse mit ihren Ein- und Ausfahrten spätestens seit der Eröffnung der A4 durchs Knonaueramt ohnehin völlig überdimensioniert, argumentiert Schatz.

Urbanere Strassengestaltung

Um beim Kanton Gehör für die Fahrbahnverengung zu finden, habe eine Gemeinderatsdelegation unlängst Baudirektor Markus Kägi (SVP) zu einer Streckenbesichtigung eingeladen. Der Regierungspräsident habe dabei grosses Verständnis für das Anliegen gezeigt, ohne allerdings bereits Zusagen zu machen, sagt Schatz. Nächstes Jahr suche man nun auch noch das Gespräch mit der Polizei- und Volkswirtschaftsdirektion.

Gemeinsam mit Baudirektor Markus Kägi (SVP) abgefahren habe man die Sihltalstrasse nicht bloss im Bereich der geplanten SZU-Doppelspur, sondern auf der gesamten Strecke zwischen dem Dorfausgang von Langnau und der Zürcher Stadtgrenze, unterstreicht der Langnauer Infrastruktur-Vorstand Rolf Schatz (GLP). Mit von der Partie war auch der Adliswiler Werkvorstand Patrick Stutz (SVP), wie dieser bestätigt. Und zwar aus besonderem Grund: Sowohl der Langnauer Gemeinderat wie der Adliswiler Stadtrat drängen nämlich beim Kanton auf eine durchgehende Temporeduktion auf der Sihltalstrasse von 80 auf 60 Stundenkilometer.

Mit einer Abklassierung der Sihltalstrasse in Adliswil könnten die dortigen Lärmschutzwände einer urbaneren Strassengestaltung Platz machen, glaubt Stutz. Und dank neuen Fussgängerverbindungen über die Sihtalstrasse könnte dann auch die siedlungstrennende Wirkung dieser Verkehrsachse durchbrochen werden, sagt er. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.12.2017, 17:26 Uhr

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