Hirzel

Strassenfonds verleiht Hirzeltunnel neuen Schwung

Dank dem Volks-Ja zum NAF gehört die Hirzelpassstrasse ab 2020 dem Bund. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Strecke dereinst durch einen Tunnel entlastet wird.

Rund 16600 Fahrzeuge fahren täglich über den Hirzelpass. Schon lange existiert deshalb der Wunsch, die Blechlawine durch ein Tunnel zu leiten. Ab 2020 wird sich neu das Bundesamt für Strassen mit dieser Projektidee befassen müssen.

Rund 16600 Fahrzeuge fahren täglich über den Hirzelpass. Schon lange existiert deshalb der Wunsch, die Blechlawine durch ein Tunnel zu leiten. Ab 2020 wird sich neu das Bundesamt für Strassen mit dieser Projektidee befassen müssen. Bild: Archiv ZSZ

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Die Autobahn A3 ist zurzeit die einzige Strasse im Bezirk Horgen, die dem Bund gehört. Aber nicht mehr lange. Ab 1. Januar 2020 wird auch die Hirzelpassstrasse, die von Wädenswil nach Sihlbrugg führt, Teil des Nationalstrassennetzes sein. Die Strecke über den Hirzel gehört zu den 400 Kilometern Kantonsstrassen, die infolge der Annahme des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) an den Bund übergehen werden.

Dem Kanton fehlt das Geld

Was den Unterhalt und Betrieb der Hirzelpassstrasse anbelangt, wird der Besitzerwechsel allerdings keine Veränderung mit sich bringen. Die Arbeiten werden auch künftig vom Unterhaltsdienst des kantonalen Tiefbauamts ausgeführt. Der Bund werde dem Kanton die Arbeiten in Auftrag geben und finanzieren, heisst es seitens des Tiefbauamts.

Die Übernahme durch den Bund bringt jedoch ein altes Thema wieder aufs Tapet: den Bau eines Strassentunnels unter dem Hirzel zwischen der A3 und Sihlbrugg. Der Zürcher Regierungsrat sprach schon vor Jahren von einem «dringenden Ausbauvorhaben». Seit 2007 ist die entsprechende Verbindung denn auch im kantonalen Richtplan eingetragen. Doch ein konkretes Projekt wurde nie ausgearbeitet. Markus Gerber, Mediensprecher des Amts für Verkehr, macht unter anderem «fehlende finanzielle Mittel» dafür verantwortlich.

Ob der Bund das nötige Geld aufbringen wird, ist noch unklar. Denn eine Verpflichtung, den Hirzeltunnel zu realisieren, habe das Bundesamt für Strassen (Astra) nicht, betont Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. Die Lücke im Nationalstrassennetz zwischen der A3 und der A4a zu schliessen, mache wegen ihrem überregionalen Charakter aber durchaus Sinn. «Momentan ist es aber noch viel zu früh, um zu sagen, wie es mit der Projektidee weitergeht.» Ab 2020 werde das Bundesamt eine Prioritätenliste mit allen neu hinzugekommenen Projekten machen.

Druck auf politischem Weg

Auch wenn ein Tunnelbau noch völlig unkonkret ist, ist man beim Komitee Pro Hirzeltunnel froh über das Ja zum NAF. «Ohne den NAF wäre unser Ziel in weite Ferne gerückt», sagt Präsident Reto Meyer. Auch ein Gespräch mit Astra-Direktor Jürg Röthlisberger vom vergegangenen Dezember stimme ihn zuversichtlich. «Herr Röthlisberger steht dem Hirzeltunnel positiv gegenüber.»

Um das Anliegen weiter voranzutreiben, möchte das Komitee mit einem parlamentarischen Vorstoss Druck machen. Wie und wann genau, müsse noch besprochen werden, sagt Reto Meyer. Klar sei jedoch, dass in den nächsten Monaten und Jahren Gespräche mit verschiedenen Bundesparlamentarier vor allem aus den Kantonen Zürich, Zug, Luzern und Graubünden geführt werden sollen.

Erstellt: 13.02.2017, 18:02 Uhr

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