Zürich / Wädenswil

Stocker übernimmt die Finanzen

Die Zürcher Kantonsfinanzen bleiben in bürgerlicher Hand. Neuer Finanzdirektor ist, wie erwartet, Ernst Stocker (SVP, Wädenswil).

Wechselt auf die neue Legislatur vom Volkswirtschafts- ins Finanzdepartement: Regierungsrat Ernst Stocker (SVP, Wädenswil).

Wechselt auf die neue Legislatur vom Volkswirtschafts- ins Finanzdepartement: Regierungsrat Ernst Stocker (SVP, Wädenswil). Bild: Manuela Matt

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Gerade mal zehn Minuten nahm am Montag die Verteilung der Direktionen unter den sieben Zürcher Regierungsmitgliedern in Anspruch. Dann konnte die neu gewählte Ratspräsidentin Theresia Weber-Gachnang (SVP, Uetikon) das Resultat verkünden.

Nach den Rücktritten von Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) und Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) sowie der Abwahl von Justizdirektor Martin Graf (Grüne) waren drei Direktionen neu zu besetzen. Mit dem Wechsel von Regierungsrat Ernst Stocker von der Volkswirtschafts- in die Finanzdirektion bekommen gar vier Direktionen eine neue Chefin oder einen neuen Chef.

Dass Stocker die Finanzen übernehmen würde, hatte sich im Voraus abgezeichnet. Schon kurz nach den Gesamterneuerungswahlen im April hatten die bürgerlichen Parteien die Schlüsseldirektion für sich reklamiert. Thomas Heiniger (FDP), der auch dafür in Frage gekommen wäre, hatte keine Lust auf eine Rochade und schon im Wahlkampf signalisiert, dass er als Gesundheitsdirektor weitermachen wolle.

Entscheid nicht leicht gefallen

Dem neuen Finanzdirektor Ernst Stocker fiel der Wechsel nicht ganz leicht, wie er nach der konstituierenden Sitzung einräumte. Er sei gerne Volkswirtschaftsdirektor gewesen und habe hervorragende Mitarbeiter gehabt.

Aber es sei richtig, jetzt zu wechseln. «Unsere Partei hat während des Wahlkampfes immer betont, wie wichtig die Finanzen sind, sagte der ehemalige Meisterlandwirt. «Deshalb ist es gut, wenn ich diese Verantwortung jetzt übernehme.»

Nach acht Jahren wechselt die Finanzdirektion damit von der FDP zur SVP. Letzter SVP-Finanzdirektor war Christian Huber, der 2005 wegen Differenzen mit seiner Partei zurückgetreten war.

In die Fussstapfen von Stocker tritt die Baujuristin Carmen Walker Späh. Sie zeigte sich «sehr glücklich über ihr neues Amt als Volkswirtschaftsdirektorin». Sie habe sich bereits im Wahlkampf dafür eingesetzt, dass Zürich Arbeit, Wohlstand und eine hohe Lebensqualität habe, sagte sie gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF1. Jetzt könne sie sich voll für diese Dossiers einsetzen.

Silvia Steiner: Ich habe meine Wunschdirektion

12 Jahre hat die SP mit Regine Aeppli die Zürcher Bildungspolitik geprägt. Nun übernimmt in der Bildungsdirektion Silvia Steiner das Zepter. Sie freut sich riesig auf ihre neue Aufgabe, wie sie nach der Direktionsverteilung sagte. Mit der Bildung habe sie ihre Wunschdirektion erhalten.

Wo sie Schwerpunkte setzen will, liess die vormalige Staatsanwältin am Montag noch offen. «Das wäre am ersten Tag vermessen von mir», betonte sie. Generell wolle sie sich für eine gute Bildung und Forschung im Kanton einsetzen.

Delikate Aufgabe für Jacqueline Fehr

Jacqueline Fehr (SP) musste Vorlieb nehmen mit der Justizdirektion, die seit 1967 ununterbrochen unter links-grüner Führung steht. Wie ihr Vorgänger Martin Graf verfügt die derzeitige Nationalrätin über keine juristische Ausbildung.

Dennoch äusserte sich die frühere Sekundarlehrerin «sehr zufrieden» mit der Verteilung. Sie habe eigentlich ausschliesslich Wunschdirektionen gehabt und freue sich nun auf ihr neues Arbeitsfeld.

Fehr ist sich indessen auch bewusst, dass die Justizdirektion nicht die einfachste ist. Sie sei voller schwieriger Themen und stehe im Fokus der Öffentlichkeit, etwa beim Strafvollzug.

Unverändert bleibt die Führung in den restlichen drei Direktionen. Mario Fehr (SP) behält die Sicherheit, Thomas Heiniger (FDP) die Gesundheit und Markus Kägi (SVP) den Bau.

Die Zuteilung erfolgte hinter verschlossen Türen nach dem Anciennitätsprinzip. Ihre Wunsch-Direktion beantragen konnten die sieben Regierungsmitglieder nach Amtsalter, in zweiter Linie nach Lebensalter Kägi konnte damit als erster wählen, gefolgt von Heiniger, Stocker und Mario Fehr. Danach waren Walker Späh, Steiner und als letzte Jacqueline Fehr an der Reihe. (mst/sda)

Erstellt: 18.05.2015, 12:09 Uhr

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