Rüschlikon

Stiftung Wohnungsbau führt einkommensabhängige Mieten ein

Der Neubau der Stiftung Wohnungsbau Rüschlikon kommt gut voran. Am 1. Oktober sollen die elf Wohnungen bezogen werden können. 6,5 Mio. Franken kostet das Projekt, das eine Vorreiterrolle im Bezirk Horgen einnimmt.

Noch befindet sich das Haus an der Schönenstrasse 26 in Rüschlikon im Bau, im Oktober sollen die Wohnungen dann bezugsbereit sein.

Noch befindet sich das Haus an der Schönenstrasse 26 in Rüschlikon im Bau, im Oktober sollen die Wohnungen dann bezugsbereit sein. Bild: Patrick Gutenberg / Visualisierung zvg

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Elf Wohnungen – sechs 2½-, zwei 3½- und drei 4½-Zimmer-Wohnungen – entstehen derzeit an der Schönenstrasse 26 in Rüschlikon. Dafür wurden bis jetzt 1100 Holzelemente, 150 Deckenelemente aus Holz, 1500 Kubikmeter Beton, 120 Tonnen Stahl, 10 Kilometer Elektrorohre und 20 Kilometer Kabel verwendet. Die Bauherrin, die Stiftung Wohnungsbau Rüsch­likon, hat für den Neubau das Grundstück, auf dem der Kindergarten Schönen stand, von der Gemeinde gekauft. Das restliche Grundstück hat bereits der Stiftung gehört. Für die Mieter, die in den fünf Häusern gewohnt haben, konnte eine Lösung gefunden werden. «Es hat für alle eine gute Lösung gegeben, einige konnten wir in Wohnungen unserer Stiftung unterbringen», sagte Simon Egli, Präsident der Stiftung Wohnungsbau Rüschlikon, an der Aufrichtefeier vom Freitagabend. Die Kindergärtler sind in einen anderen Kindergarten umgezogen.

Für rund 6,5 Mio. Franken entsteht das neue Wohnhaus, das nach den Richtlinien der 2000- Watt-Gesellschaft gebaut wird. Ruedi Schellenberg, verantwortlicher Architekt von der S&S Schellenberg und Schnoz AG, erklärt: «Wir bauen möglichst ressourcenarm und mit Fertigelementen aus Holz, weshalb wir unter anderem viel weniger Beton brauchen.» Die notwendige Wohnungslüftung wird mit neuartigen Einzelfensterlüftern mit Wärmerückgewinnung realisiert.

Einfachere Renovation

Im Bezirk Horgen ist Rüschlikon nach Adliswil erst die zweite Gemeinde, die einen solchen Bau hat. Laut Schellenberg wird diese Bauweise zukünftig immer häu­figer verwendet werden. Die 2000- Watt-Gesellschaft steht für die Reduktion des weltweiten Pri­märener­gie­­verbrauchs. Gemäss dieser Vision sollte der Eigenbedarf jedes Erdenbewohners einer durchschnittlichen Leistung von 2000 Watt entsprechen.

Die Verantwortlichen legen Wert darauf, dass das verwendete Baumaterial möglichst mit wenig «grauer Ener­gie­­» belastet ist, was zum Beispiel die Herstellung und die Transportwege betrifft, und dass das ortsansässige und regionale Gewerbe wenn möglich berücksichtigt werden kann. Durch die nachhaltige Bauweise wird der Bau rund fünf bis sechs Prozent teurer als ein konventioneller. «Dank der durchdachten Bauweise ist eine spätere Renovation viel einfacher, da alles zugänglich ist», erklärt Schellenberg, der spezialisiert ist aufs Bauen hinsichtlich der 2000-Watt-Gesellschaft. Auch würden zum Beispiel die Heizkosten gesenkt, da die verwendeten Materialien wie ein Speicherofen funktionierten.

Fast 40 Interessenten

Wie viel die Wohnungen kosten werden, steht noch nicht ganz fest, wie Stiftungspräsident Simon Egli sagt. Eine 4½-Zimmer-Wohnung wird aber um die 3500 Franken kosten. Erstmalig in der Schweiz führt die Stiftung Wohnungsbau aber ein einkommensabhängiges Mietreglement ein. Das heisst, dass Mieter bis zu einem gewissen Einkommen eine Mietzinsreduktion beantragen können. «Somit kann es gut sein, dass die Wohnung anstatt 3500 dann nur noch 2500 Franken kostet», erklärt Simon Egli. Laut Stiftungsreglement müssen die Wohnungen auf jeden Fall 20 Prozent unter dem Marktwert vermietet werden.

Vor elf Monaten wurde mit dem Abbruch der fünf alten Häuser sowie des Kindergartens begonnen, Anfang September die Grundplatte gelegt. Dank der speziellen Bauweise und eines milden Winters liegen die Bauarbeiten genau im Zeitplan. Am 1. Oktober sollen die elf Wohnungen bezugsbereit sein. Wer dort einzieht, steht noch nicht fest. Die Stiftung hat eine lange Warteliste mit fast 40 Interessenten, wie Simon Egli sagt. Er ist überzeugt, dass die Stiftung mit diesem Bau einen guten Weg eingeschlagen hat. «Ich bin stolz, dass wir diesen Schritt gewagt haben.» Und der Bau an der Schönenstrasse soll nur der Anfang sein. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.03.2016, 09:14 Uhr

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