Schützenvereine

Schützenvereine behaupten sich gegen Regionalisierung

Fast jede Gemeinde im Bezirk hat einen eigenen Schützenverein mit eigener Schiessanlage. Wenn es nach ihnen geht, soll dies auch so bleiben. Nur in Schönenberg wird der Schiessplatz Schützenmatt wegen der Gemeindefusion geschlossen.

Der Schiessstand Käpfnach wird von der Schützengesellschaft Horgen genutzt. Eine IG hat sich zum Ziel gesetzt, die Anlage zu schliessen.

Der Schiessstand Käpfnach wird von der Schützengesellschaft Horgen genutzt. Eine IG hat sich zum Ziel gesetzt, die Anlage zu schliessen. Bild: Manuela Matt

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Einen Schützenverein mit eigener Schiessanlage gibt es im Bezirk einzig in Thalwil und Hütten nicht. Die letzten dort ansässigen Vereine wurden vor über acht Jahren aufgelöst. In den anderen Gemeinden jedoch existieren heute immer noch selbständige Schützenvereine oder -gesellschaften. Sie haben konstante oder sogar steigende Mitgliederzahlen. Für den Trend verantwortlich ist unter anderem die Herabsetzung des Mindestalters für Jungschützenkurse im Jahr 2016.

In Horgen hat sich nun eine Interessensgemeinschaft gebildet, und fordert die Schliessung des Schiessstand Käpfnach. Die IG beklagt sich über Lärm und abgesperrte Wege und ist überzeugt, dass eine Regionalisierung des Schiesswesen möglich ist — Argumente, welche regionale Schützenvereine nicht akzeptieren.

«Der Schützenverein Oberrieden hat in den letzten paar Jahren viele neue Mitglieder gewinnen können und zählt nun über 50», sagt Fritz Pörtig, Kommunikationsverantwortlicher des Vereins. Eine Regionalisierung der Schiessvereine lehnt er ab: «Schützenvereine sind Teil des Vereinsleben jeder Gemeinde. Ich bin überzeugt, wir würden einige, vor allem langjährige Mitglieder verlieren, wenn wir zum Beispiel nach Wädenswil gehen müssten um zu schiessen.»

Zu Reklamationen bezüglich Lärm sagt Pörtig: «Wir halten uns strikt an die Vorgaben der Gemeinde, die sogar noch weiter gehen als die Grenzwerte der Lärmschutzverordnung.» Die angefragten Vereinen betonen jeweils, dass die offiziellen Schiessdaten immer im Vornherein publiziert werden und Einschränkungen dazu führen, dass die Anzahl Tage, an denen geschossen werden darf, zunehmend sinken.

Feuerwehr oder Schützen

«Ich kann mir keinen Ort im Bezirk für einen regionalen Schiessplatz vorstellen», sagt Ruedi Weber von der Schützengesellschaft Kilchberg. Der Platz dafür fehle geographisch und raumplanerisch und vermutlich mangle es auch an gesellschaftlicher Akzeptanz. «Die Selbständigkeit sichert ausserdem das Überleben der Vereine», sagt Weber. In Kilchberg befindet man sich jedoch gerade in einer ungewissen Lage.

Der Neubau eines neuen Feuerwehrdepots mit Werkhof am Standort des aktuellen Schiessplatzes Im Tal wurde ursprünglich aufgrund zu hoher Kosten gestoppt. Das Projekt ist aber noch nicht vom Tisch. Wie viel eine Sanierung des aktuellen Depots an der Alten Landstrasse kostet, klärt die Gemeinde aktuell ab. Ein Standortentscheid kommt voraussichtlich im nächsten Februar vors Volk und bestimmt gleichzeitig die Zukunft der Schützengesellschaft.

Eine Regionalisierung des Schiesswesens kann jedoch nicht im Sinne der Gemeinden sein. Laut Militärgesetz müssen diese dafür sorgen, dass Schiessanlagen, die für die ausserdienstliche militärische Schiessübungen sowie die entsprechende Tätigkeit der Schiessvereine benötigt werden, unentgeldlich in der Gemeinde zur Verfügung stehen. So sind in Oberrieden zum Beispiel rund 9000 Franken pro Jahr für die eigene Schiessanlage budgetiert.

Schliessung wegen Fusion

Die einzige Schiessanlage, welche sicher, voraussichtlich 2019, geschlossen wird, ist der Schiessplatz Schützenmatt in Schönenberg. «Wädenswil will nicht zwei Schiessplätze gleichzeitig unterhalten», sagt Urs Korrodi, Präsident des Feldschützenvereins Schönenberg. «Unser Verein wird zukünftig in der Beichlen in Wädenswil schiessen». Die Luftgewehranlage im Schützenhaus werde aber bis auf weiteres im Winterhalbjahr weiterbetrieben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.07.2018, 15:48 Uhr

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