Thalwil

Schüler protestieren gegen Schiffszuschlag

Schüler des Gymnasiums in Küsnacht setzten mit Fünfräpplern ein Zeichen gegen den neu eingeführten Seezuschlag. Die angekündigte Aktion sorgte für einen Mehraufwand bei der ZSG.

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Die Münzen klirren in den Plastiksäcken der Jugendlichen, als sie, wie jeden Morgen, über den Schiffssteg in Thalwil das Schiff nach Küsnacht betreten. Doch dieser Morgen ist kein gewöhnlicher für die Gymnasiasten. Bereits am Wochenende kündigten Schüler des Küsnachter Gymnasiums an, am Montagmorgen gegen den neu eingeführten Seezuschlag von fünf Franken zu protestieren. Sie wollen sich gemeinsam und kreativ gegen die Abbaumassnahmen wehren. Dazu sollen sämtliche Schüler am Montag, dem ersten Tag nach der Einführung, den Seezuschlag mit möglichst kleinem Münz bezahlen, am besten mit lauter Fünfräpplern. Die Aktion unter dem Motto «Seezuschlag über Bord werfen» wurde dann auch von zahlreichen Betroffenen in die Tat umgesetzt.

Schon um Viertel nach sieben versammelten sich gestern Morgen die Initianten des Protests am Schiffssteg in Thalwil. Sie verabredeten sich deshalb so früh, um letzte Vorbereitungen zu treffen. Sie hängten eigene kreative Plakate rund um den Warteraum auf, stellten Schilder mit pointierten Meinungsäusserungen auf und gaben den anwesenden Medienvertretern Auskunft. «Jeder nervt sich über die Sparmassnahmen in der Bildung, doch niemand unternimmt etwas», erklären sie. «Der Schiffszuschlag ist nun aber des Guten zu viel.»

Wie schon auf dem am Wochenende veröffentlichten Flugblatt bekräftigen die Schüler, dass sie ein Zeichen setzen wollen; sowohl gegen die Sparmassnahmen im Bildungswesen wie auch gegen den Seezuschlag, da beides auf die Schüler abzielt.

Die Spannung war gross, als das Schiff, welches die Schüler nach Küsnacht bringen sollte, in Thalwil anlegte. An Bord warteten neben den zwei Besatzungsmitgliedern auch Roman Knecht, ZSG-Direktor, und eine Geldzählmaschine auf die ungefähr 40 Schüler. Die Geldzählmaschine wurde speziell für diesen Tag aus dem Gastronomiebereich ausgeliehen.

Ablauf lief nicht reibungslos

Die erste Schülerin, welche ihr Kleingeld einwarf, überreichte den Besatzungsmitgliedern zusätzlich noch eine kleine Süssigkeit. Damit sie ihnen den Tag nicht komplett verderbe, sagte sie. Ein Symbol dafür, dass trotz der Protestaktion die Stimmung wie gewohnt locker war. Für einen Höhepunkt sorgten zwei Schüler, die sogar so viel Münz dabei hatten, um ein Jahresabo zu kaufen. 90 Franken in Kleingeld, welches jedoch nicht akzeptiert werden konnte, da das Abo nur an einem Bahnschalter gelöst werden kann.

Obwohl die Geldzählmaschine den Aufwand gering hielt, konnte eine gewisse Unordnung nicht verhindert werden. Damit sich die Abfahrt nicht verzögerte, wurden die Schüler in das Schiff hineingebeten, wo sich während der Fahrt nach Küsnacht die Schlange nur langsam verkleinerte. Als Folge davon musste, als das Schiff sich Küsnacht näherte, aus Zeitgründen auf die Geldzählmaschine verzichtet werden. Eine Schüssel wurde bereitgestellt, sodass die Mehrheit der Schüler ihr Kleingeld dort hineinlegte und die ZSG auf Ehrlichkeit vertrauen musste. Die Frage, «wie viele Foiferli sie auf dem Schiff verkraften», wurde auf dem verbreiteten Flugblatt gestellt. Die Antwort lautet, dass die riesige Menge an Fünfräpplern den gewöhnlichen Ticketverkauf lahmlegte.

Nachdem die Gymnasiasten den Zuschlag bezahlt hatten, wurde ihnen ein Schokoladen-Fünfliber ausgehändigt. Auch das war ein Symbol dafür, dass die Angelegenheit friedlich ablief. Nach Ankunft in Küsnacht zogen die Schüler wie gewöhnlich Richtung Gymnasium.

Gutschein für Zuschlag

Nicht nur die Thalwiler Schüler, sondern jeder, der heute den Tageszuschlag löste, bekam von der ZSG einen Fünfliber aus Schokolade geschenkt. In Rapperswil werden zudem vom Verkehrsverein bis am 23. Dezember Gutscheine im Wert von fünf Franken an ankommende Schiffsreisende verteilt. Diese können am gleichen Tag ab einem Mindesteinkauf von 50 Franken in über 100 Geschäften, Gastronomiebetrieben und Hotels in und um Rapperswil eingelöst werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.12.2016, 17:27 Uhr

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