Bahn

SBB planen Tunnel in Horgen

Um das Nadelöhr zwischen Thalwil und Zug zu beheben, wollen die SBB spätestens im Jahr 2035 den Zimmerberg-Basistunnel II in Betrieb nehmen. Nun werden konkrete Grundlagen dafür geschaffen. Und Erinnerungen an alte Pläne werden wach.

Hier im Horgner Gebiet Meilibach wird die Bahnlinie dereinst vielleicht in einen Tunnel abzweigen.

Hier im Horgner Gebiet Meilibach wird die Bahnlinie dereinst vielleicht in einen Tunnel abzweigen. Bild: Manuela Matt

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Das Angebot auf dem Schweizer Schienennetz ist gut, aber in ein paar Jahren nicht mehr gut genug. Letzten September präsentierte der Bundesrat deshalb, wo Bund und SBB das Schienennetz ausbauen wollen. Zu den wichtigsten Projekten des sogenannten Ausbauschritts 2030/35 gehört auch die Verlängerung des bestehenden Basistunnels zwischen Zürich und Thalwil. Der neue Zimmerberg-Basistunnel II (ZBT II) soll einige hundert Meter vor Thalwil, unter dem Rüeschliker Nidelbad, aus dem heutigen Tunnel abzweigen und bis nach Baar führen. Damit soll ein Nadelöhr im Schweizer Eisenbahnnetz behoben werden.

Basis für den Basistunnel

Denn: Bereits heute verkehren laut SBB zwischen Zürich und Zug täglich über 40 000 Personen und 210 Züge. Ab 2025 sei die Strecke und der Bahnhof Thalwil vollständig ausgelastet. Dank der Tunnelverlängerung könne das Angebot zwischen Zürich und Rotkreuz auf sechs Fernverkehrszüge pro Stunde und Richtung ausgebaut werden. Zudem reduziere sich die Fahrzeit Zürich-Zug um 6 Minuten.

Nun lassen die SBB im Auftrag des Bundes eine Konzeptstudie für den Zimmerberg-Basistunnel II erstellen. Wie es in der Beschreibung dieser Studie heisst, wird damit «eine verlässliche Basis für die Projektierung des ZBT II» gelegt. Bis vorletzte Woche konnten sich Ingenieurbüros bei den SBB um die Erarbeitung dieser Konzeptstudie bewerben. Jenes Unternehmen, das den Zuschlag erhält, hat danach zwei Jahre Zeit für die Studie. Sie soll die genaue Linienführung des Tunnels, dessen Verknüpfung mit dem bestehenden Netz, die verkehrliche Grundlage, die bauliche Machbarkeit und die Kosten aufzeigen. Auch Immissions- und Umweltkriterien sind zu berücksichtigen.

Doch neben Grundlagen für den Zimmerberg-Basistunnel II soll die Studie auch «die Option einer später zu bauenden unterirdischen Abzweigung bis Horgen» mitberücksichtigen. Gemeint ist damit die bislang kaum bekannte Idee des Meilibachtunnels. Dieser würde unter dem Gebiet Murimoos im Horgenberg vom ZBT II abzweigen und bis ins Gebiet Meilibach am See in Horgen führen. Der Hauptzweck dieses rund vier Kilometer langen Tunnelasts wäre laut SBB die weitere Entlastung des Knotens Thalwil vom Güterverkehr.

Im Gebiet Meilibach, im Süden Horgens, teilen sich Seestrasse und Bahntrassee den schmalen Uferstreifen zwischen Hang und See. Wie soll dort ein Tunnelportal Platz finden? «Die Lokalisierung des Portals wird erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt», sagt SBB-Sprecher Oli Dischoe auf Anfrage. «Die örtlichen Verhältnisse werden natürlich berücksichtigt.»

Seestrasse über Tunnelportal

Allerdings: Wo ein Tunnelportal im Gebiet Meilibach Platz haben könnte und wie man die Seestrasse dafür verlegen müsste, wurde bereits einmal geklärt. Theo Leuthold, Gemeindepräsident von Horgen (SVP), erinnert sich: «Vor etwas mehr als zehn Jahren haben wird dies in Zusammenarbeit mit den SBB geprüft.» Damals ging es um den Hirzel-Eisenbahntunnel, der die Zentralschweiz mit der Linie Chur hätte verbinden sollen. «Favorisiert wurde damals eine Brücke der Seestrasse über das Tunnelportal.» Gebraucht wurden die Pläne aber nie. Der Hirzel-Bahntunnel wurde 2009 vom Bundesparlament aus Kostengründen fallen gelassen.

Auch im Falle des Zimmerberg-Basistunnels II wird das Parlament – und bei einem Referendum das Volk – das letzte Wort haben. Voraussichtlich ab nächstem Jahr wird in Bern darüber beraten, ob der Tunnel definitiv in den Ausbauschritt 2030/35 aufgenommen werden soll. Der Meilibachtunnel ist erst für einen späteren Schritt vorgesehen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 03.04.2018, 15:26 Uhr

So sieht die Konzeptstudie Zimmerberg-Basistunnel II auf der Karte aus. (Bild: sbb/©swisstopo (JM100004))

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