Richterswil

Richterswil verzichtet vorerst auf Fussgängerzone im Dorfkern

Seit geraumer Zeit werkeln die Richterswiler am Projekt Revitalisierung Dorfkern (RED). Nun ist klar: Der Gemeinderat will auf die vieldiskutierte Fussgängerzone verzichten. Der Rahmenkredit für die Begegnungszone soll Ende Jahr an die Urne kommen.

Der Richterswiler Dorfplatz soll als Begegnungszone mit wellenförmigen Ringen ausgearbeitet werden.

Der Richterswiler Dorfplatz soll als Begegnungszone mit wellenförmigen Ringen ausgearbeitet werden. Bild: Visualisierung aearchitektur

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Nun wird es konkret: In Richterswil nehmen die Pläne für die Aufwertung des Dorfkerns Formen an. Denn seit rund drei Jahren beschäftigen sich mehrere Richterswiler Arbeitsgruppen mit dessen Weiterentwicklung — und zwar im Rahmen des Projekts Revitalisierung Dorfkern (RED). Die Gruppe um Gemeinderat Hansjörg Germann (CVP) prüfte in den letzten Jahren diverse Vorschläge für ein neues Verkehrsregime im Dorfkern. Und neben einer Begegnungszone stand auch eine Fussgängerzone zur Diskussion.

Der Gemeinderat hat Ende Januar nun entschieden, auf die besagte Fussgängerzone vorerst zu verzichten. «Wir wollen nun erst einmal mit der geplanten Begegnungszone Erfahrungen sammeln», sagt Hansjörg Germann. Sollte das Bedürfnis bestehen, könnte eine Fussgängerzone zu einem späteren Zeitpunkt ohne grosse Kostenfolgen realisiert werden, hält er fest.

Auswirkungen auf Verkehr

Die Weisung zum Rahmenkredit für die Begegnungszone inklusive der Strassenraumgestaltung sowie der Neugestaltung des Wisshusplatzes soll Ende dieses Jahres oder Anfang 2018 an die Urne kommen, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt.

Als Gründe, warum der Gemeinderat für den Moment auf eine Fussgängerzone verzichten will, nennt Hansjörg Germann in erster Linie finanzielle. Zudem hätte eine Fussgängerzone massive Auswirkungen auf den Verkehrsfluss: «Die Kreuzung Gartenstrasse/Seestrasse wäre möglicherweise zum Problem geworden», sagt er. Zudem vermutet Germann, dass eine geplante Fussgängerzone nicht mehrheitsfähig gewesen wäre.

Die Richterswiler Exekutive will sich nun auf die Weiterentwicklung der Pläne des ortsansässigen Architekten Arne Eicker vom Architekturbüro aearchitektur konzentrieren. Die Strassenraumgestaltung des Dorfkerns soll mit wellenförmigen Ringen ausgearbeitet werden. Über die Höhe des Rahmenkredites will Germann zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen. Er verrät nur soviel: «Die Revitalisierung des Dorfkerns kostet keine ganze Remise».

Mediterranes Ambiente

Ebenfalls als Teil des Projektes plant eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Edi van Egmond von den Richterswiler Fachgeschäften die Neugestaltung des Wisshussplatzes. Bereits auf kommenden Sommer will die Gruppe Massnahmen realisieren, um den Platz aufzuwerten. «Wir wollen auf dem Wisshusplatz ein mediterranes Ambiente schaffen», sagt Edi van Egmond. Konkret bedeutet das: Die bestehenden Bäume werden neu von unten beleuchtet. «Zudem wollen wir nebst Sitzgelegenheiten eine Boule-Bahn sowie ein grosses Schachbrett und ein Mühlespiel anbringen», sagt van Egmond. Die Kosten dafür belaufen sind auf rund 30 000 Franken und sollen mittels Sponsoren finanziert werden.

Erstellt: 07.02.2017, 17:05 Uhr

Entwicklung Dorfkern: Projekt RED

Das Projekt Revitalisierung Dorfkern (RED) wurde im Jahr 2014 ins Leben gerufen. Unter anderem hatten Vertreter der Fachgeschäfte Richterswil und der IG Dorfkern Richterswil den Gemeinderat gebeten, ein solches Projekt zu starten. Das Ziel des Projektes ist es, den Dorfkern aufzuwerten sowie mit einer neuen Ausrichtung den Dorfcharakter Richterswils herauszuarbeiten und für die Begegnung und den Einkauf nutzbar zu machen.

Vorangetrieben wird das Projekt von einer Begleitgruppe. Vorsitzender ist Hansjörg Germann (CVP), Gemeinderat Planung und Bau. In der Gruppe vertreten sind zudem die Fachgeschäfte Richterswil, die IG Dorfkern, die KMU-Vereinigung Richterswil-Samstagern, die Schlosserbrunnengesellschaft, die IG Liegenschaftenbesitzer, die IG Wirte, der Hauseigentü- merverband Richterswil/Samstagern, der Verkehrsverein und der Ortsplaner. (mip)

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