Richterswil

Richterswil kauft millionenteure Wiese

Sie war die letzte Parzelle auf der Wiese hinter der Kirche St. Marien in Samstagern, die der Gemeinde noch nicht gehört hatte. Nun hat sie der Gemeinderat gekauft.

Dieses Stück Land in Samstagern gehört nun der Gemeinde Richterswil.

Dieses Stück Land in Samstagern gehört nun der Gemeinde Richterswil.

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Das Puzzle ist komplett. Der Gemeinderat von Richterswil hat die Parzelle «Walder 1» erworben. Sie ist eine von drei Parzellen auf der grünen Wiese hinter der katholischen St. Marien Kirche im Ortsteil Samstagern. Die anderen beiden gehören bereits seit längerem der Gemeinde. Mit dem Kauf des dritten Teils der Wiese verfügt die öffentliche Hand nun über die gesamte Grünfläche. Die neu gekaufte, rund 2 800 Quadratmeter grosse Parzelle, hat der Gemeinderat von einem privaten Besitzer erworben und wird Ende Juni 2019 an die Gemeinde übertragen. Insgesamt beläuft sich die Grösse der drei zusammenhängenden Grundstücke auf rund 10 800 Quadratmeter.

Der Kauf der letzten Parzelle auf dem Areal sei eine «logische Konsequenz der Strategie des Gemeinderates gewesen», schreibt dieser in einer Mittelung. «Wir wollen die Entwicklung im Walder selbständig und im öffentlichen Interesse steuern», ergänzt Gemeindepräsident Marcel Tanner (FDP). Der Gemeinderat wolle nicht, dass ein privater Käufer das «Filetstück des Areals» übernehme und der Gemeinderat somit nicht alleine über die Zukunft der Wiese entscheiden könne.

Gestaltungsplan nötig

Konkrete Pläne, was der Gemeinderat mit der Fläche anfangen will, gebe es noch nicht– aber Ideen. «Über diese müssen wir uns aber zuerst vertieft Gedanken machen, bevor sie spruchreif werden», sagt Tanner. Die Hälfte des Areals rechts oberhalb der St. Marien Kirche, zu der auch die neue Parzelle gehört, liegt in der Wohnzone für zweigeschossige Bauten. Die andere Hälfte ist in der Zone für öffentliche Bauten angesiedelt. Der Gemeinderat will die künftige Bebauung mit einem Gestaltungsplan definieren. «Einen solchen werden wir mittelfristig erarbeiten», sagt Tanner. Mittelfristig bedeutet, nicht vor 2021. Denn bis dahin wird auf einem Teil des Areals ein provisorischer Pavillon stehen, der Ersatz für die Pflegeplätze des Altersheims Etzelblick im Richterswiler Dorfzentrum bietet, das in den nächsten zwei Jahren umgebaut werden soll.

Der Kauf der dritten und letzten Parzelle kostet die Gemeinde 3,26 Millionen Franken. Der Aufwand ist im Budget für das Jahr 2019 nicht enthalten. «Ein solcher Kauf ist schwierig planbar. Der Gemeinderat muss dann reagieren, wenn das Grundstück auf dem Markt ist», sagt Gemeindeschreiber Roger Nauer. Für den Kauf der Parzelle ist keine Gemeindeversammlung nötig. Die Exekutive kann Liegenschaften von bis zu vier Millionen Franken erwerben, ohne dass das Stimmvolk darüber befinden muss. Dies ist erst seit wenigen Wochen der Fall. Anfang März trat eine neue Gemeindeordnung in Kraft. Zuvor durfte der Gemeinderat nur zwei Millionen für Liegenschaften des Finanzvermögens ausgeben. Dass die Gemeinde das Land wenige Tage nach dem Inkrafttreten der neuen Gemeindeverordnung gekauft hat, ist ein «glücklicher Zufall», wie Roger Nauer sagt.

Der Gemeinderat habe nicht bewusst mit dem Erwerb der Parzelle gewartet. Die neue Gemeindeverordnung wurde im November 2018 an der Urne gutgeheissen. «Die formelle Bewilligung durch den Regierungsrat nahm etwas mehr Zeit in Anspruch wie geplant, weshalb die neue Ordnung erst Anfang März inkraft trat», sagt Nauer. Er ergänzt: «Solche Käufe entsprechen der absoluten Ausnahme.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 26.03.2019, 17:13 Uhr

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