Richterswil

Richterswil ist Pilotgemeinde für digitale Baugesuche

Der Kanton Zürich will das Einreichen von Baugesuchen erleichtern. Ab 2018 können Bauherren in ausgesuchte Gemeinden die Gesuche digital stellen, statt in Papierform. Eine der Pilot-Gemeinden ist Richterswil.

In Richterswil, sowie in sechs weiteren Pilot-Gemeinden, wird man Gesuche für Bauprojekte künftig Online einreichen können. Im Bild: Die Baustelle der mittlerweile fertiggestellten Wohnüberbauung «Seven Pearls» in Richterswil.

In Richterswil, sowie in sechs weiteren Pilot-Gemeinden, wird man Gesuche für Bauprojekte künftig Online einreichen können. Im Bild: Die Baustelle der mittlerweile fertiggestellten Wohnüberbauung «Seven Pearls» in Richterswil. Bild: Archiv Moritz Hager

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Im Kanton Zürich soll die Digitalisierung vorangetrieben werden. Nach Projekten wie dem vereinfachten Umzugsverfahren per Internet, sollen nun auch die Baugesuche digital abgewickelt werden. «eBaugesucheZH» nennt sich das, wie aus einer am Mittwoch verschickten Medienmitteilung des Kantons Zürich hervorgeht.

Als Begründung geben die Fachleute an, dass die schriftlich eingereichten Baugesuche heute häufig «qualitativ unzureichend und unvollständig» seien. Die digitale Version sei gleichzeitig nutzerfreundlicher und wirtschaftlicher. Das Ganze wird über ein einheitliches Onlineformular abgewickelt.

Sieben Pilotgemeinden

Noch wird es aber nicht möglich sein, in allen Zürcher Gemeinden das Gesuch für eine neue Garage oder den Abbruch eines Einfamilienhauses online zu beantragen. Sieben Gemeinden wurden ausgewählt, um 2018 und 2019 an einem Pilotprojekt teilzunehmen. Neben den Städten Zürich und Winterthur sind das Aesch, Aeugst am Albis, Dübendorf, Pfäffikon und Richterswil.

Die Zürichseegemeinde kann noch nicht wirklich Auskunft zum neuen Angebot geben. Gemeindeschreiber Roger Nauer bestätigt aber, dass man Teil des Pilotprojekts sei. Es liege im Interesse der Gemeinde neue elektronische Zusatzleistungen für die Kundinnen und Kunden anbieten zu können. Deshalb habe die Gemeinde sich auch aktiv für den Pilotversuch interessiert.

In diesem Fall sieht Nauer den Vorteil der neuen Anwendung vor allem bei den Gesuchstellern. Vereinfachen dürfte die Abläufe auch, dass der Kanton sich für die gleiche Firma entschieden hat, deren Software Richterswil bereits heute nutze. Viel mehr kann der Gemeindeschreiber noch nicht sagen. «Der Kanton hat zwar die ersten Grundlagen zum e-Baugesuch publiziert, wir sind aber in der Planung noch in der absoluten Anfangsphase», erklärt er. Pro Jahr bearbeitet die Richterswiler Verwaltung rund 100 Baugesuche. 2015 waren es 116, 2016 noch genau 100.

Ein Erklärvideo des Kanton Zürich soll den Bürgern in den Pilotgemeinden den neuen Prozess näher bringen. Quelle: youtube.com.

14 500 Gesuche pro Jahr

Beim Kanton ist man offensichtlich überzeugt, dass das Projekt Erleichterungen bringt. Projektleiter Samuel Zuber sieht Vorteile für die Bauherren und die Verwaltung. Es sei schon jetzt so, dass viele Verwaltungen mit elektronsichen Baugesuchen arbeiten. «eBaugesucheZH» solle die bereits vorhandenen elektronischen Unterlagen der Architekten und Planer für die Verwaltung einfach zugänglich machen.

Auch Jörg Kündig (FDP), Präsident des Gemeindepräsidentenverbands, steht hinter der Digitalisierung. Mit dem elektronischen Baugesuch werde der Kontakt mit den Verwaltungen transparenter und schneller. Baugesuche seien zudem eines der am häufigsten genutzten Segmente der Verwaltung. Positiv ist für den Gemeindepräsidenten von Gossau, dass ein Baugesuch digital zu jeder Tageszeit eingereicht werden kann.

Betont wird beim Kanton, dass die Gemeinden in die Planung einbezogen wurden. So konnten sich die Bausekretäre äussern. Positiv sehen die Beteiligten, dass der Status des Gesuchs künftig jederzeit abrufbar sein wird.

Ganz papierlos werden die Baugesuche auch in Zukunft nicht sein. Einerseits braucht es während einer Übergangsphase noch einzelne Papierdossiers. Andererseits wird es auch weiterhin möglich sein, ein Baugesuch von Hand einzureichen. Pro Jahr werden kantonsweit rund 14 500 Baugesuche eingereicht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 29.11.2017, 17:36 Uhr

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