Horgen

Reformierte planen ihre Zukunft mit neuem Präsidenten

Die Reformierten haben eine Umfrage durchgeführt, ob und wie sich die Kirche wandeln soll. Eine Veränderung wird es sicherlich im Präsidium geben.

Die Auswertung einer Umfrage zeigt: Rund ein Drittel der Reformierten in Horgen fühlt sich nicht mehr von den Gottesdiensten angesprochen.

Die Auswertung einer Umfrage zeigt: Rund ein Drittel der Reformierten in Horgen fühlt sich nicht mehr von den Gottesdiensten angesprochen. Bild: Archiv Manuela Matt

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Was hat die Kirche im 21. Jahrhundert zu suchen? Diese Frage stellen sich derzeit die Horgner Reformierten. Im September wurde dazu eine Umfrage in der Kirchgemeinde durchgeführt, an der über 300 Personen teilgenommen haben. Die ersten Resultate und Fazite hat die Kirchenpflege nun in einem Bericht veröffentlicht.

Die Auswertung zeigt, dass sich rund ein Drittel der Reformierten nicht mehr von den Gottesdiensten angesprochen fühlt. Rund 40 Prozent äussern den Wunsch nach alternativen Gottesdienstformen und dass die Kirche offener für Neues sein soll. «Dieser Wunsch kommt hauptsächlich von jüngeren Befragten», heisst es im Bericht. Weniger soll sich die reformierte Kirche Horgen hingegen auf missionarische Tätigkeiten konzentrieren. Dies fordern 44 Prozent der Befragten. Mehr soziales Engagement wollen 20 Prozent der Umfrageteilnehmer.

«Wir haben den Auftrag erhalten, Menschen besser zu vernetzen»Markus Rauber

«Erfreut hat uns vor allem, dass über 300 Personen an der Umfrage teilgenommen haben», sagt Kirchenpräsident Markus Rauber. Interessant sei auch, dass viele in der Kirche eine soziale Institution sehen. «Wir haben den Auftrag erhalten, Menschen besser zu vernetzen», sagt Rauber. Wie das die reformierte Kirche konkret handhaben will, sei im Moment noch nicht klar. «Die Umfrage war ein erster Teil eines längeren Prozesses», sagt er. Es sei als erstes darum gegangen, die Sichtweise der Gemeinde einzuholen. «Das Ziel ist eine Vision zu erarbeiten, deren Umsetzung dann auch Einfluss auf die künftige Ausrichtung der Kirchgemeinde bis hin zur Organisation haben wird.»

Die Kirchenpflege, das Pfarrteam und die Mitarbeiter werden die Resultate nun im Detail analysieren. Über eine erste Fassung der Vision soll im März informiert werden. Dann veranstaltet die Kirchgemeinde einen «Zukunfts-Zmorge» für die Horgner Bevölkerung. Bis Massnahmen umgesetzt sind, rechnet Markus Rauber mit ein bis zwei Jahren.

Präsident tritt zurück

Die Zukunft der reformierten Kirche wird auf jeden Fall ohne Markus Rauber stattfinden. Wie dieser an der Kirchgemeindeversammlung vom Sonntag bekanntgab, tritt er per Ende März 2020 nach knapp zwei Jahren als Präsident zurück. Im Verlaufe des kommenden Jahres wird er ganz aus der Behörde ausscheiden. «Dieser Schritt ist mir sehr schwer gefallen», sagt er. Rauber habe aber feststellen müssen, dass er mit seiner beruflichen Aufgabe bei einer Bank und dem Amt als Kirchenpräsident zu wenig Zeit für seine Familie findet. «Ich wollte daher für die kommende Amtszeit nicht mehr antreten.»

Die jetzige Legislatur endet jedoch erst 2022. «Da wir uns in den nächsten zwei Jahren in einer grossen Transformation befinden werden, haben wir in der Kirchenpflege beschlossen, bereits jetzt eine stabile Nachfolge aufzubauen», sagt Rauber. «Ich werde dieses Amt zwar sehr vermissen, im Sinne einer stabilen Zukunft ist es aber sinnvoll, das Präsidium vorzeitig weiterzugeben.»

Jürg Pfister übernimmt ad interim

Ab April wird der bisherige Aktuar, Jürg Pfister, das Amt des Präsidenten ad interim übernehmen. Pfister ist zudem leitend im Projekt rund um die neue Vision und Ausrichtung der Kirche aktiv. «Er wird das Amt so lange bekleiden, bis die Nachfolge von Markus Rauber geregelt werden kann», schreibt die Kirchenpflege in der Mitteilung. Gesucht werden gleich zwei Mitglieder für die Behörde. Eines für den abtretenden Präsidenten und ein weiteres für den seit 2018 vakanten Sitz in der Kirchenpflege.

Neben dem Budget 2020, das ohne Gegenstimme gutgeheissen wurde und einen Ertragsüberschuss von rund 100'000 Franken bei unverändertem Steuerfuss von 10 Prozent vorsieht, haben die Reformierten an der Versammlung vom Sonntag über eine Verlängerung der Zusammenarbeit H2OT abgestimmt. Die Kirchgemeinden Horgen, Oberrieden und Thalwil arbeiten seit drei Jahren enger zusammen. Der Vertrag muss nun wegen «wenigen inhaltlichen und formellen Punkten» bereinigt werden. Die Horgner haben dem neuen Vertrag am Sonntag zugestimmt und die Zusammenarbeit somit um zwei weitere Jahre verlängert. Thalwil stimmte ebenfalls bereits zu. Oberrieden sowie der Kirchenrat des Kantons Zürich müssen ihren Segen noch erteilen.

«Zukunfts-Zmorge» zur künftigen Ausrichtung der reformierten Kirche Horgen, Samstag, 7. März, 9.30 Uhr, Reformiertes Kirchgemeindehaus Horgen.

Erstellt: 02.12.2019, 17:40 Uhr

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