Wädenswil

Premiere für einen jungen Hornisten

Dreimal klassisch, einmal modern, dazu ein Soloauftritt mit einem Instrument, das wie eine Diva schwierig tun kann: Das Adventskonzert des Kammerorchesters Wädenswil bringt Überraschendes.

Solist mit Diva: Der junge Hornist Gabriel Brandigi tritt mit seinem Soloinstrument am Adventskonzert des Kammerorchesters Wädenswil auf.

Solist mit Diva: Der junge Hornist Gabriel Brandigi tritt mit seinem Soloinstrument am Adventskonzert des Kammerorchesters Wädenswil auf. Bild: Patrick Gutenberg

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Ein Konzertprogramm braucht einen roten Faden. Ebenso braucht es eine Überraschung, ein Stück, das ein wenig quer schlägt. Das ist die Philosophie von Felix Schudel, der das Kammerorchester Wädenswil seit 42 Jahren leitet.

Der ausgebildete Geiger und äusserst vielseitige Musiker Schudel ist bestens vernetzt. So hat er den Komponisten des «Querschlägerstücks», den Schweizer Bernard Schulé (1909-1996), selber gekannt; ja, Schulé war 1989 persönlich in Wädenswil anwesend, als das Kammerorchester sein Panflötenkonzert uraufführte. Am Sonntag kommt die «Elégie pour Cordes» aus dem Jahr 1984 zur Aufführung. Schulé war unter anderem ein erfolgreicher Komponist von Filmmusik. Seine Meisterschaft in der Kreation von Stimmungen und Farben prägt auch die Elegie.

Vater und Sohn

Wie gut vernetzt Schudel auch in der internationalen Musikwelt ist, illustriert die Anekdote vom Engagement des jungen deutschen Hornisten Gabriel Brandigi. Der Wädenswiler Dirigent hat vor vielen Jahren mit dem Vater von Brandigi zusammengespielt, diesen dann aber aus den Augen verloren.

Vor einiger Zeit haben sich die beiden per Zufall wieder getroffen, und die Rede kam auf den Sohn, Gabriel Brandigi, der inzwischen in Zürich studiert. «Da habe ich ihn gleich für unser Winterkonzert engagiert», erzählt Schudel. Brandigi spielt zusammen mit dem Kammerorchester Wädenswil das Hornkonzert von Antonio Rosetti (1750-1792). Es sei sein erster Auftritt mit einem ganzen Hornkonzert, und dazu noch sein erster Auftritt in der Schweiz. Da sei er schon ein wenig nervös, sagt der Solist nach der ersten Probe, eine gute Woche vor dem Konzert.

«Ich bin schon ein wenig nervös.»Gabriel Brandigi

Das Horn gilt als eines der schwierigsten Soloinstrumente überhaupt, und Brandigi sieht sich darüber hinaus vor zwei besonderen Herausforderungen: Einerseits sei es wichtig, gleich am Anfang gut «ins Orchester hineinzufinden». Anderseits weist das Werk des klassischen Komponisten Rosetti zahlreiche Wiederholungen auf, die Brandigi durch variable Interpretationen für das Publikum interessant machen will. Den roten Faden des Konzertprogramms bilden neben Rosetti zwei weitere Klassiker.

Mozart inspiriert

Als Auftakt ist die Mannheimer Sinfonie von Johann Stamitz (1717-1757) zu hören. Stamitz wirkte ab 1743 als Konzertmeister der Mannheimer Hofkapelle, wo er eine bis dahin nie gehörte Orchesterkultur etablierte, die sein Sohn Carl Stamitz weiterführte. Der junge Mozart war von dieser Präzision und Ausdrucksstärke hingerissen und liess sich von der «Mannheimer Schule» nachweislich inspirieren. Den Abschluss des Konzerts bildet denn auch ein Werk von Mozart: seine 20. Sinfonie, die er 1772, im Alter von 16 Jahren, komponierte.

Adventskonzert des Kammerorchesters Wädenswil: Sonntag, 16. Dezember, 17 Uhr, reformierte Kirche Wädenswil. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.12.2018, 14:57 Uhr

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