Politisch gefärbte Generalversammlung des Kantonalen Gewerbeverbandes

An der Generalversammlung des KMU- und Gewerbeverbandes des Kantons Zürich (KGV) blieb es nicht bei der Abhandlung der Traktanden. Für eine politische Note sorgten die Reden der Gäste.

An der Generalversammlung des KMU- und Gewerbeverbandes des Kantons Zürich nahmen 250 Gäste teil: Unter ihnen die Gastgeber bzw. Redner Theo Leuthold, Werner Scherrer, Carmen Walker Späh, Albert Rösti und Thomas Hess, Geschäftsleiter KGV (von links).

An der Generalversammlung des KMU- und Gewerbeverbandes des Kantons Zürich nahmen 250 Gäste teil: Unter ihnen die Gastgeber bzw. Redner Theo Leuthold, Werner Scherrer, Carmen Walker Späh, Albert Rösti und Thomas Hess, Geschäftsleiter KGV (von links). Bild: Manuela Matt

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Die Einladungen für die Generalversammlung des KGV, der Dachorganisation der KMU im Kanton Zürich, gingen an die 108 Präsidenten der kantonalen Gewerbevereine und deren ebenso stimmberechtigten Amtskollegen bei den 67 kantonalen Berufsverbänden. Die illustre Gesellschaft kam teilweise in Begleitung, so dass sich am Donnerstagnachmittag rund 250 Gäste im fast bis auf den letzten Platz besetzten Schinzenhof-Saal an die festlich geschmückten Banketttische setzten.

An einem reservierten Tisch nahe der Rednerbühne nahm Prominenz aus der Politik Platz. Ihre Aufwartung machten Ständerat Ruedi Noser (FDP), den Nationalrat vertraten die freisinnigen Hans-Ulrich Bigler und Regine Sauter sowie Bruno Walliser (SVP), Wädenswils Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) und SVP-Parteipräsident Albert Rösti, der genau so wie Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh (FDP) später zum Rednerpult schritt.

Berufsschulen seit 1855

Den Reigen der Ansprachen eröffneten die Gastgeber. Horgens Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP) beschrieb in launigen Worten, wie Horgen bereits vor langer Zeit als Handelsort und mit der Textilindustrie das Gewerbe vorantrieb. «Horgen weist eine gute Verkehrsanbindung und ein hohes Bildungsangebot auf», sagte Ken Füglistaler. Die Bodenpreise seien aber ebenso zu hoch geworden, sie müssten für Gewerberäume bezahlbar bleiben, fügte der Präsident der Unternehmer Vereinigung Bezirk Horgen an.

Mit der Historie beschäftigte sich ebenso KGV-Präsident Werner Scherrer (FDP), dessen Verband rund 18 000 KMU angeschlossen sind, was der KGV zum grössten Arbeitergeber im Kanton Zürich macht. «Am Ostermontag im Jahre 1854 versammelte sich das Zürcher und Horgner Gewerbe mit dem Ziel, einen kantonalen Handwerks- und Gewerbeverein zu gründen», sagte der Handwerker aus Tradition, der in der Altstadt von Bülach in dritter Generation ein Fachgeschäft als Messeraschmied führt. «Im gleichen Jahr wurden am 17. Dezember die Statuten festgelegt, der Vorstand gewählt», fuhr Scherrer fort. An der zweiten GV im Jahr 1855 sei bereits die Gründung von Berufsschulen beschlossen worden.

Pioniergeist ist erwünscht

Den unterhaltsamen Reden folgte die GV, deren Traktanden zügig abgehandelt wurden. Einzig das Traktandum «Jahresrechnung 2018», präsentiert von KGV-Geschäftsleiter Thomas Hess, nahm etwas Zeit in Anspruch. Sie schloss bei Einnahmen und Ausgaben von rund 1,2 Millionen Franken nach Abschreibungen und Steuern mit einem Plus von knapp 15 000 Franken. Das Vereinskapital beträgt rund 245 000 Franken. Fonds in der Höhe von knapp einer halben Million Franken für politische Aktionen kommen dazu.

Vor dem Apéro und Bankett hiess Scherer Carmen Walker Späh als Gastrednerin willkommen. Die Volkswirtschaftsdirektorin nahm sich ebenfalls der Vergangenheit an und erinnerte daran, dass vor 200 Jahren in Zürich der grosse Alfred Escher auf die Welt gekommen sei. «Sein Pioniergeist als Politiker, Wirtschaftsführer und Unternehmers täte uns heutzutage gut», hielt sie fest. Sie machte sich in der Folge für freisinnige Anliegen stark. «Liberale Modelle tragen dazu bei, dass der Kanton Zürich wettbewerbsfähig bleibt.» Sie ging ebenso kurz auf den Klimawandel («die Bürgerlichen machen viel für den Klimaschutz») und auf das Verhältnis Schweiz – EU («es braucht dringend Rechtssicherheit») ein.

Schliesslich kam Albert Rösti zu Wort. Gerne hätte man vom Berner Oberländer an der Versammlung der Gewerbler einige fundierte Worte über KMU gehört, aber der Ingenieur-Agronom liess es fast ausschliesslich bei SVP-Parolen bleiben und betrieb letztlich Wahlpropaganda für die Schweizer Parlamentswahlen vom 20. Oktober dieses Jahres. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.05.2019, 17:19 Uhr

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