Horgen

Pläne zur Silo-Überbauung nehmen weitere Hürde

Das Horgner Oberdorf wächst und wächst. Nun können im Silo beim Bahnhof Oberdorf Wohnungen gebaut werden. Die Baudirektion des Kantons Zürich hat den privaten Gestaltungsplan für die Neuüberbauung genehmigt.

Im Silo beim Bahnhof Horgen-Oberdorf sollen dereinst Wohnungen entstehen. Das daneben liegende Heizölumschlaglager und der Parkplatz sollen einem Neubau mit Wohnungen weichen. Auch der Industriebau, hier links des Silos, soll ersetzt werden.

Im Silo beim Bahnhof Horgen-Oberdorf sollen dereinst Wohnungen entstehen. Das daneben liegende Heizölumschlaglager und der Parkplatz sollen einem Neubau mit Wohnungen weichen. Auch der Industriebau, hier links des Silos, soll ersetzt werden. Bild: Patrick Gutenberg

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Gut 27 Meter ragt der Silo beim Bahnhof Horgen-Oberdorf in die Höhe. In den 60er-Jahren zur Lagerung von Getreide erstellt, steht er bereits seit über zehn Jahren leer. Auch die daneben liegenden Industrie- und Gewerbebauten werden nicht mehr als solche genutzt. Mit dem 2017 lancierten Projekt «Silo Horgen Bahnhof Oberdorf» soll die Grundlage zur Überbauung der rund 1370 Quadratmeter grossen Fläche geschaffen werden. Das Areal teilen sich drei Grundeigentümer.

Bereits im letzten Juni hatte die Horgner Gemeindeversammlung das Richtprojekt, von dem der Silo ein Teil ist, einstimmig gutgeheissen. Nun hat auch die kantonale Baudirektion sowohl den privaten Gestaltungsplan als auch die Umzonung des ehemaligen Industriegebiets abgesegnet. Letztere ist nötig, um den erlaubten Wohnanteil auf dem Areal zu erhöhen. Zudem werden die Umnutzung sowie die Aufstockung des Silogebäudes ermöglicht. Heute ist das Terrain der Industriezone und der Wohnzone zugeteilt. Hochbauvorsteher Beat Nüesch (FDP) freut sich: «Mit der Genehmigung durch den Kanton hat der Gestaltungsplan eine weitere grosse Hürde genommen.» Nun sei es an den Grundbesitzern, ein Bauprojekt auszuarbeiten.

Günstige Wohnungen

Es wäre eines von verschiedenen Bauvorhaben in Horgen-Oberdorf, die derzeit erarbeitet werden: Mit der geplanten Überbauung des Schweiter-Areals oberhalb des Bahnhofs Oberdorf und dem Projekt Neu-Tödi entsteht in Horgen-Oberdorf ein neues Quartier. Wie Nüesch erklärt, treibe der Gestaltungsplan zum Silo-Areal diese Entwicklung weiter voran. «Ein darauf basierendes Bauprojekt wird eine weitere bauliche Aufwertung des gesamten Oberdorfs mit sich bringen.»

«Eine allfällige Silo-Überbauung darf einer späteren Realisation der Standseilbahn nicht nicht im Weg stehen.»Beat Nüesch, Hochbauvorsteher (FDP)

Auf dem Areal zwischen Oberdorfstrasse und Bahngleisen kann dereinst ein zusammenhängender Gebäudekomplex mit Wohn- und Geschäftsräumen entstehen. Die Gesamtfläche ist in drei Baubereiche unterteilt: Baubereich A erstreckt sich vom P+Rail-Parkplatz gegenüber dem Restaurant Chalet India über das angrenzende Heizölumschlaglager bis hin zum Silo (siehe Google Maps-Karte). Auf dieser Fläche ist ein Neubau mit Wohnungen vorgesehen. Diese sollen zur Kostenmiete abgegeben werden. Dadurch entsteht günstiger Wohnraum. Einzig im Erdgeschoss soll es keine Wohnungen geben. Die zwölf P+Rail-Parkplätze sollen unterirdisch ersetzt werden.

Silo bleibt höchstes Gebäude

Baufeld B umfasst den Silo. Dieser soll um zwei Etagen aufgestockt und zum Wohnbau umfunktioniert werden. Das zwischen Silo und Neugasse gelegene Industriegebäude im Baufeld C soll durch einen Gewerbebau ersetzt werden.

Damit «die städtebauliche Wirkung des Silos» auch innerhalb des geplanten Gebäudekomplexes beibehalten werden kann, legt der Gestaltungsplan für die Baufelder A und C maximale Gebäudehöhen fest. So kann im Bereich A bis zu 23 Meter, im Bereich C bis 16 Meter hoch gebaut werden. Der Silo könnte indes noch auf eine Gebäudehöhe von gut 40 Metern aufgestockt werden. Für den gesamten Bau sind Flachdächer vorgeschrieben.

Der private Gestaltungsplan geht auch auf die seit langem geplante Standseilbahn ein. Dereinst könnte sie den Bahnhof Horgen mit dem Bahnhof Horgen-Oberdorf verbinden. Die beiden Projekte werden unabhängig voneinander vorangetrieben. Wie Nüesch erklärt, besteht jedoch insofern ein Zusammenhang, als der Gestaltungsplan vorsorglich Platz frei lasse, in dem das Trassee der Standseilbahn realisiert werden könnte.

Nach der ersten Auflage des Gestaltungsplans waren verschiedene Einwendungen gegen die Standseilbahn eingegangen. «Deshalb hat der Gemeinderat entschieden, die beiden Projekte zu entkoppeln.» Zudem sei die Standseilbahn sowohl im regionalen Richtplan Zimmerberg als auch im kommunalen Richtplan Verkehr eingetragen. Deshalb dürfe eine allfällige Silo-Überbauung einer vielleicht auch erst bedeutend späteren Realisation der Seilbahn nicht im Weg stehen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.01.2019, 18:19 Uhr

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