Pendler müssen weiterhin mit verkürzten S-Bahnen auskommen

Seit letztem Herbst verkehren einige S-Bahn-Züge am linken Seeufer mit weniger Wagen. Im Falle der S8 und der S24 dürfte dies noch bis im Juni so bleiben.

Anders als die S8 und S24 verkehrt die S2 seit Dezember wieder in voller Länge.

Anders als die S8 und S24 verkehrt die S2 seit Dezember wieder in voller Länge. Bild: Archiv Sabine Rock

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Es war eine schlechte Nachricht für die Pendler vom linken Seeufer: Im Oktober machten die SBB bekannt, dass manche Züge der S8, S24 und S2 während der Hauptverkehrszeiten vorübergehend nur noch verkürzt unterwegs sind.

Weniger Wagen, mehr Gedränge: Ein Ärgernis, fanden auch die beiden SVP-Kantonsratsmitglieder Marcel Suter (Thalwil) und Christina Zurfluh Fraefel (Wädenswil). In einer Anfrage an den Zürcher Regierungsrat sprachen sie gar von «indischen» Platzverhältnissen. Sie verlangten vom Regierungsrat darum Auskunft zur Situation der S-Bahnen, die durch den Bezirk Horgen verkehren.

Verschleiss an Motoren

Nun liegt die Antwort vor. Darin wird klar: Bei der S8 und der S24 müssen die Pendler am Morgen und am Abend weiterhin mit weniger Platz auskommen. Betroffen sind drei Kurse der S8 (Winterthur ab 6.41 Uhr und Pfäffikon SZ ab 8.11 Uhr und 16.11 Uhr) sowie drei Kurse der S24 (Zug ab 6.33 Uhr und Winterthur ab 8.15 Uhr und 18.15 Uhr). Die Züge der S2 hingegen verkehren seit Dezember wieder in ihrer normalen Zusammensetzung.

Dass die Pendler seit bald vier Monaten mit weniger Platz auskommen müssen, hat mit dem enormen Verschleiss an den Radsatzlagern der Fahrmotoren der Doppelstocktriebzüge zu tun. Die SBB hatten diesen im Herbst festgestellt und beschlossen, alle betroffenen Motoren ausserplanmässig zu revidieren. Deshalb fehlen auf dem Zürcher S-Bahn-Netz seither permanent sechs Doppelstocktriebzüge. Um nicht gleich ganze Züge ausfallen zu lassen, werden einzelne Kompositionen verkürzt. Zur Entschärfung der Situation setzen die SBB zudem vier Fahrzeuge des Typs Regio-Dosto ein, die sie dazu aus anderen Regionen der Schweiz abgezogen haben.

ZVV macht Druck

Eigentlich hätten die Einschränkungen auch bei der S8 und der S24 nur bis Mitte Dezember dauern sollen. Als bekannt wurde, dass dies nicht gelingt, habe der ZVV bei den SBB umgehend interveniert, heisst es in der regierungsrätlichen Antwort. Der ZVV habe die Bundesbahnen wissen lassen, «dass er eine möglichst rasche Wiederherstellung der vollen Einsatzbereitschaft erwarte». Ob der Termin Mitte Juni eingehalten werden kann, hänge nun davon ab, ob die Lieferanten die Lieferfristen für die Motorenrevision einhalten und sich die Situation nicht weiter verschärft.

Erstellt: 14.02.2020, 17:07 Uhr

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