Wädenswil

Panik und Ärger an Bord

Die Theatergruppe Luut und Dütlich heisst die Zuschauer für ihr neues Stück «Blindflug» willkommen an Bord. Premiere des Thrillers ist am kommenden Samstag im Wädenswiler Etzelzentrum.

Ihren Flug von Zürich nach Chicago hatten sich die Passagiere der Ikaros-Airways im Theaterstück «Blindflug» sicherlich weniger aufregend vorgestellt.

Ihren Flug von Zürich nach Chicago hatten sich die Passagiere der Ikaros-Airways im Theaterstück «Blindflug» sicherlich weniger aufregend vorgestellt. Bild: André Springer

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Statt Eintrittskarten an der Abendkasse holen die Besucher des Stücks «Blindflug» Bordkarten am Check-in ab. Die Anfangszeiten der sechs Aufführungen sind als Departures bezeichnet. Assoziationen zu einer realen Flugreise erweckt ebenso das Bordmagazin. Darin begrüssen die Crewmitglieder der Ikaros-Airways die Passagiere mit dem Werbespruch: «Wir kennen aus­ser der Sonne keine Grenzen.»

Ob das ein gutes Omen für den Transatlantikflug von Zürich nach Chicago ist? Vorsicht ist alle­mal angebracht, denn Ikaros war in der griechischen Mytho­logie jener tragische Held, der sich mit Flügeln aus Federn und Wachs zu hoch aufschwang, sodass die Sonne das Wachs schmolz.Der Flug verläuft jedenfalls alles andere als angenehm und ruhig. Grund für Panik und Ärger an Bord ist eine Mutter, die unversehens in einen Albtraum gerät. Sie wacht auf, und von ihrer kleinen Tochter, die neben ihr gesessen hatte, fehlt jede Spur. Verzweifelt beginnt sie mit der Suche. Die Enge der Räume, die sie fieberhaft erkundet, hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Bei einer Vielzahl von Kinogängern wird nun ersichtlich: Als Vorlage für «Blindflug» dient der Thriller «Flightplan» aus dem Jahr 2005 mit Hollywood-Ikone Jody Foster in der Hauptrolle als Mutter.

Renitente Passagierin

In «Blindflug» spielt Olivia Hagedorn die leidgeprüfte Mutter. «Es ist eine facettenreiche Rolle», sagt die langjährige Schauspielerin von Luut und Dütlich. Die Bandbreite bestehe aus Mutterliebe, Hoffen und Bangen, bis hin zu traurigen Momenten. «Sich in diese Rolle zu versetzen, geht einem nahe.» Nach den Proben habe sie auch schon mal eine Verschnaufpause eingelegt.

Die Rolle ihres Widerparts nimmt Adrian Hunn ein. Er gibt den Flugsicherheitsbegleiter, der zusammen mit der Crew zunächst nichts unversucht lässt, die Tochter zu finden. Im Verlauf des Stücks geht er jedoch mit der renitenten Mutter, die sich seinen Weisungen hartnäckig widersetzt, wenig zimperlich um. «Sie stört alle und gefährdet die Sicherheit des Flugs», sagt Hunn.

Unter den Passagieren herrscht ohnehin die Meinung, dass sich das Töchterchen gar nie an Bord befunden habe und dass die Mutter möglicherweise drauf und dran ist, den Verstand zu verlieren. In die Rollen der Fluggäste schlüpfen unter anderen Jonathan Mantione als unter Flugangst leidender Rapper, Alessandro Rizzi als engagierter Umweltschützer oder Sibille Brunold als Opernsängerin, deren Stern schon etwas verblasst ist.

Die Frage nach der Wahrheit

Die Passagiere sitzen verteilt in den Zuschauerreihen. Denn eine Handlung, die in einem Flugzeug spielt, braucht Platz. «Blindflug» wird deshalb nicht nur auf der Bühne, sondern auch längs des Etzelsaals aufgeführt. Dieser Premiere steht ein bewährtes Anliegen von Luut und Dütlich gegenüber. Das Publikum soll zum Nachdenken angeregt werden. Regisseur Michael Schmid sagt dazu: «Alle fragen sich, kann man der Mutter glauben oder nicht?» Die Frage liesse sich auch allgemein formulieren: «Was ist Wahrheit? Wem kann man vertrauen?»

Samstag, 17. November, 20 Uhr, Sonntag, 18. November, 14 Uhr, Donnerstag, 22. November, und Freitag, 23. November, jeweils um 20 Uhr, Samstag, 24. November, 14 und 20 Uhr. Etzelsaal, Etzel­strasse 3, Wädenswil. Tickets unter www.luutundduetlich.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.11.2018, 15:38 Uhr

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