Oberrieden

Oberriedner stellen Weichen für Seniorenwohnungen

Neben einigen Einbürgerungen ist an der Gemeindeversammlung vom Dienstag der Gestaltungsplan Winkelhalden traktandiert. Er zeigt Kubatur und Einbettung der Siedlung in die Umgebung auf.

So soll es dereinst auf dem Grundstück unterhalb des Bahnhofs Oberrieden aussehen.

So soll es dereinst auf dem Grundstück unterhalb des Bahnhofs Oberrieden aussehen. Bild: Visualisierung pd

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Am Dienstag stimmt die Gemeindeversammlung Oberrieden über den privaten Gestaltungsplan Winkelhalden ab. Auf dem 8000 Quadratmeter Grundstück unterhalb des Bahnhofs Oberrieden Dorf zwischen Halden- und Winkelhaldenstrasse sollen zwischen 45 und 50 Wohnungen gebaut werden. 60 bis 70 Personen könnten dort leben.

Ein Gestaltungsplan ist notwendig, weil die Überbauung von der Regelbauweise abweicht und die Parzellen in verschiedenen Bauzonen liegen. Vorgesehen sind fünf Bauten mit Flachdach. «Wohnen 50 plus, anders Wohnen im Alter», unter diesem Motto steht die Siedlung Winkelhalden. Geplant sind für aktive Senioren eher kleine Wohnungen, dafür viele Gemeinschaftsräume.

Gebaut wird in der Hybridbauweise, also mit Holz und Beton. Das ermögliche eine grosse Flexibilität bei der Grundrissgestaltung, da weniger statische Elemente nötig seien. Wie dem Gestaltungsplan zu entnehmen ist, steht im Zentrum der Siedlung ein öffentlicher Platz.

Mehr Lärm befürchtet

Durch die Anordnung dieses Platzes an der Haldenstrasse wirke die Überbauung gegenüber der Umgebung und dem Dorf sehr offen, schreibt der Gemeinderat in der Broschüre zur Gemeindeversammlung. Die Gebäudehöhe der Flachdachbauten ist unterschiedlich. Sie reicht von zwei bis zu vier Geschossen. Im obersten Geschoss sind Attikawohnungen vorgesehen, wie der Initiant und Architekt Beat Stünzi erklärt.

Der Gestaltungsplan Winkelhalden lag 2017 zur Einsicht auf. Zwei Einwendungen aus der Nachbarschaft sind dazu eingegangen. Sie sind Mitwirkungsbericht genau aufgelistet. Auf einige Punkte sind die Initianten eingegangen.

Die Anwohner befürchteten unter anderem eine Verminderung der Seesicht, Lärmemissionen von Abfallsammelstellen und Mehrverkehr. «Die Sammelstellen sind unterirdisch angelegt», sagt Stünzi. Auch zum Punkt Mehrverkehr meint er relativierend, es seien nur 29 Parkplätze vorgesehen, und zwar unterirdische. Das liege unter der von der Oberriedner Bauordnung vorgegebenen Norm. «Wir haben ein Mobilitätskonzept erarbeitet unter Einbezug von Car-Sharing», sagt Stünzi. Ausserdem hätten viele der künftigen Mieter gar kein Auto.

Dass neben den Senioren auch Familien mit Kindern in die Siedlung Winkelhalden einziehen, ist nicht vorgesehen. Dafür seien die Wohnungen zu klein, sagt Stünzi. «Unsere Siedlung soll Menschen in der dritten Lebensphase motivieren, ihre nach dem Auszug der Kinder oder dem Tod des Partners zu grosse Wohnfläche für jüngere Familien freizugeben.» Wie er betont, liege das Durchschnittsalter der derzeit 56 Bewerber für 32 Wohnungen bei 63,5 Jahren. Der jüngste sei 51, der älteste 75 Jahre alt. Die Wohnfläche pro Person beträgt durchschnittlich 43,4 Quadratmeter.

Dem Wohnprojekt liegt ein spezielles Finanzierungsmodell zugrunde. Eigentümerin ist eine von Bewohnern gehaltene Aktiengesellschaft. Die Aktionäre mieten die Wohnungen von der Winkelhalden AG.

Keine Fundamentalopposition

Stünzi, den eine Kerngruppe bei der Planung und Vermietung unterstützt, ist sehr zuversichtlich, dass der Gestaltungsplan Winkelhalden von der Gemeindeversammlung am Dienstag angenommen wird.

Eine Umfrage bei den Ortsparteien ergibt denn auch, dass keine grundsätzlich Opposition droht. FDP und SVP haben die Ja-Parole herausgegeben . Auch die Grünen sagen ja. «Trotz Verdichtung zeigt der Gestaltungsplan eine massvolle Nutzung der Fläche, sodass sich die geplanten Gebäude gut im Quartier integrieren», betont Christophe Voisard, Präsident der Grünen. SP empfiehlt Stimmfreigabe. Die CVP gibt keine Empfehlung ab.

Als nächsten Schritt zur Verwirklichung der Siedlung Winkelhalden braucht es die Genehmigung des Kantons. Er hat den Gestaltungsplan bereits vorgeprüft und für zweckmässig befunden. Der Oberriedner Gemeinderat teilt mit, dass er den Gestaltungsplan für eine ausgereifte Vorlage hält. So könnte eine Überbauung mit hoher Siedlungsqualität realisiert werden, weshalb er die Zustimmung empfiehlt.

Dienstag, 20. März, 20 Uhr, Multifunktionsgebäude Langweg, Oberrieden.

Erstellt: 16.03.2018, 15:28 Uhr

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