Adliswil

Neugestaltung der Zürichstrasse auf dem Prüfstand

Am Mittwoch informierte das Tiefbauamt des Kantons Zürich über die Sanierung der Zürichstrasse. Die Verkehrsführung durch Lichtsignale und die Versetzung einer Bushaltestelle in eine andere ZVV-Zone warf beim Publikum Fragen auf.

Zwischen Frühjahr 2018 und Herbst 2019 wird die Zürichstrasse vom Kanton saniert.

Zwischen Frühjahr 2018 und Herbst 2019 wird die Zürichstrasse vom Kanton saniert. Bild: Archiv Reto Schneider

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schon seit rund sechs Jahren beschäftigt die Neugestaltung der Zürichstrasse die Stadt Adliswil und das kantonale Tiefbauamt. Dies, weil mit dem Bau der Westumfahrung Zürich und der damit verbundenen Entlastung des Sihltals der Verkehr auf die Sihlstrasse geführt werden soll – und nicht primär über die Zürichstrasse. Um den Verkehrsfluss auf der Zürichstrasse ohne Stau und Mehrverkehr zu gewährleisten, sind rund 10,3 Millionen Franken teure Sanierungen geplant.

Mit ihnen wird vor allem beabsichtigt, den Verkehr zu dosieren und den Linienbussen eine prioritäre Position einzuräumen.Die Sanierung ist aus einem zweiten Grund ein Thema: Im Gebiet Dietlimoos ist ein neues Quartier für bis zu 2000 Einwohner geplant. Die Zürichstrasse erhält dadurch die Funktion einer innerörtlichen Verkehrsader mit Anforderungen unter anderem an Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit. Zurzeit liegt der Quartierbau auf Eis, weil die Umsetzung der Kulturlandinitiative noch offen ist.

Drei Lichtsignalanlagen

Dass sich auch das Sanierungsprojekt für die Zürichstrasse bereits über längere Zeit hinwegzieht, hat mit dem Strassengesetz zu tun. Es verlangt, dass die involvierten Gemeinden und die Bevölkerung ihre Fragen und Einwände anbringen können. Am Mittwochabend bot sich nun den Anwohnern, die von den Bauten unmittelbar betroffen sind, diese Möglichkeit. Das kantonale Tiefbauamt, vertreten durch den Projektleiter Enrico Schmid, den stellvertretenden Leiter Kommunikation, Thomas Maag, und weitere Experten, hatte sie zu einer Informationsveranstaltung geladen.

Schmid erklärte den rund 100 Anwesenden im reformierten Kirchgemeindehaus die Pläne: Zwischen dem Feuerwehrdepot in der Tüfi und der Coop-Tankstelle beim Autobahnanschluss Zürich-Wollishofen sollen drei Lichtsignale den Verkehrsfluss dosieren. Die Ampeln kämen in den Kreuzungen Tüfi, Moos und Grüt zu stehen. «Zwischen dem Knoten Grüt und dem Knoten Tüfi ist eine zentrale Busspur vorgesehen. Diese wird je nach Verkehrsbelastung jeweils in einer Fahrtrichtung befahren», sagte Schmid. Der Busverkehr werde zudem durch die Steuerung der Lichtsignale bevorzugt. Mit der Ampel an der Kreuzung Mossstrasse sei geplant, diese an die Zürichstrasse anzubinden und das Abbiegen nach links und rechts mit je einer separaten Spur zu gewährleisten. An dieser Stelle sehen die Planer vor, die Bushaltestelle der Linie 184 Richtung Süden zu versetzen.

Das Verschieben der Busstation sorgte für Einwände. Denn neu wäre sie nicht mehr auf Zürcher, sondern auf Adliswiler Boden – und damit in einer neuen Tarifzone des ZVV. Dieses Problem könne das Tiefbauamt nicht alleine lösen, sagte Maag, versprach aber, bestärkt durch Stadtrat Patrick Stutz (SVP), mit dem ZVV das Gespräch zu suchen. In eine ähnliche Richtung gingen Forderungen nach einem Ausbau des Busfahrplans. Der ZVV plane aus finanziellen Gründen keinen Viertelstundentakt, wohl aber, grössere Busse einzusetzen, sagte Stutz.

Für die nächsten 30 Jahre

Einige der Anwesenden hätten statt der Lichtsignale Kreisel bevorzugt. Sie seien effizienter, kostengünstiger und bräuchten keinen Strom. Schmid entgegnete, dass Kreisel weder eine Dosierung des Verkehrs noch eine Priorisierung des Busbetriebes ermöglichen. Der Individualverkehr nehme jährlich um 10 000 Fahrzeuge zu, sagte Maag, man plane aber für die nächsten 30 Jahre. «Ein Kreisel wäre bald verstopft.»

Kreisel seien auch etwa dreimal so teuer wie Signalanlagen. Anwohner der Kreuzung Grüt sorgten sich zudem, ob sie weiter problemlos aus ihren Tiefgaragen in den Verkehr einfädeln können oder ob das Lichtsignal zu Rückstau führt. Dies sei nicht zu befürchten, sagte Schmid, da durch die Steuerung der Ampeln während 75 Sekunden jede Spur einmal Grün erhalte. Fragen gab es auch noch zu Lärmschutzwänden – Stutz bezeichnete sie als trennend und kanalisierend. Deshalb bevorzuge er den geplanten geräuscharmen Belag.

Mit einem Baubeginn wird für das Frühjahr 2018 gerechnet und mit dessen Ende für Herbst 2019. Der nächste Schritt ist nun die öffentliche Auflage des Projekts bis Herbst in der Stadtverwaltung. Ebenso lange läuft das Einspracheverfahren. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.04.2016, 16:35 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.