Hirzel

Neue Ideen für den Hirzeltunnel

Ständerat Ruedi Noser (FDP) präsentierte in der reformierten Kirche zwei Möglichkeiten, wie der Hirzeltunnel realisiert werden könnte.

FDP-Ständerat Ruedi Noser ist wenig zuversichtlich, dass der Hirzeltunnel fertig ist, solange er noch Auto fahren darf.

FDP-Ständerat Ruedi Noser ist wenig zuversichtlich, dass der Hirzeltunnel fertig ist, solange er noch Auto fahren darf. Bild: Sabine Rock

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Der FDP-Ständerat Ruedi Noser wollte den Hirzlern nicht zu viele Hoffnungen machen. «Wer Ihnen verspricht, dass der Hirzeltunnel fertig ist, solange ich noch fahrtauglich bin, der verspricht sehr viel», meinte der Ständerat, als er am Donnerstagabend auf Einladung der Horgner FDP in der reformierten Kirche Hirzel über die Tunnelpläne referierte. Mit dem Volks-Ja zum Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) vom vergangenen Februar seien die Chancen für den Tunnel nicht unbedingt gestiegen. «Die Konkurrenz mit anderen Projekten ist jetzt viel grösser», sagt Noser und verweist dabei darauf, dass das Projekt einer Tunnelverbindung bereits seit 1983 zur Diskussion steht.

Private Finanzierung

Man müsse sich bewusst sein, so Ständerat Noser, dass die Karten für den Tunnel durch den Kompetenzwechsel in Bundeshand nicht unbedingt besser geworden seien: Nicht nur im Kanton Zürich gebe es wichtige andere Projekte wie den Ausbau des Gubristtunnels, die Oberlandautobahn und das vierte Gleis am Stadelhofen und auch die anderen Kantone hätten ihre eigenen Wünsche. Noser kann sich zwei Strategien vorstellen: Zum einen könnte Zürich geltend machen, mit dem künftig eher noch zunehmenden Fluglärm und dem möglichen Atomendlager nehme der Kanton erhebliche Lasten auf sich und wolle auch eine entsprechende Gegenleistung dafür erhalten. Dieses Vorgehen müsse vom Kantonsrat geprüft werden.

Als zweite Variante machte Noser einen unorthodoxen Vorschlag: Der Hirzeltunnel solle privat finanziert werden. Die Baukosten von 700 Millionen Franken aufgerechnet mit täglich 20 000 Fahrten ergäben einen ähnlichen Preis pro Fahrt wie die Fähre Horgen–Meilen. Auf die Frage von Eugen Buchmann (Gemeinderat und Komitee Pro Hirzeltunnel), ob es noch einen dritten Weg gebe, auf der Warteliste vorzurücken, erklärte Noser, die Chancen seien angesichts der anderen Zürcher Grossprojekte gering. Der Hirzel habe zwar mehr Verkehr als der Gotthard, aber das treffe auf viele Strassen zu.

Eklat zum Schluss

Schliesslich thematisierte Ruedi Noser die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Hirzeltunnel. Die Automatisierung des Individualverkehrs führe zwar dazu, dass weniger Autos unterwegs seien, diese aber viel besser ausgelastet sein werden. Strassen würden also auch in Zukunft nicht überflüssig werden. Ruedi Noser forderte grundsätzlich Investitionen in die Digitalisierung: «Die Schweiz gibt 40 Milliarden aus für drei Tunnels durch die Alpen. Es muss möglich sein, 2 Milliarden in Digitalisierung zu investieren.»

Zum Schluss der Veranstaltung stellten sich die Horgner FDP-Gemeinderäte der Hirzler Bevölkerung vor. Sie freuten sich darauf, als «ungewählte Gemeinderäte einige Monate im Hirzel regieren zu können», und meinten, auch wenn die FDP Horgen wegen der Eingemeindung Angst vor höheren Steuern gehabt habe, seien sie nun stolz auf die Horgnerinnen Johanna Spyri und Heidi. Dass es am Anlass wenig Handfestes zum Hirzeltunnel zu sagen gab, goutierten indessen nicht alle Anwesenden: Ein Teilnehmer meinte, es sei eine «Mogelpackung», einen solchen FDP-Anlass unter dem Thema Hirzeltunnel von der Gemeinde amtlich zu publizieren. Die Organisatoren hingegen beschwichtigten: Eine amtliche Publikation hätten sie nie verlangt, der öffentliche Veranstaltungsteil habe unter dem Thema Hirzeltunnel gestanden.

Erstellt: 07.04.2017, 16:15 Uhr

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