Horgen

Markthalle 93 macht nach nur drei Monaten wieder dicht

Drei Monate nach der Eröffnung lädt die Markthalle 93 in den Seehallen bereits zur «Ustrinkete» ein. Ende Monat schliesst die Halle mit Streetfood-Ständen und regionalen Angeboten ihre Türen.

Ein Ort der Begegnung hätte die Markthalle 93 in den Seehallen werden sollen. Doch trotz Charme, liebevoller Einrichtung und breitem Angebot bleiben die Gäste aus.

Ein Ort der Begegnung hätte die Markthalle 93 in den Seehallen werden sollen. Doch trotz Charme, liebevoller Einrichtung und breitem Angebot bleiben die Gäste aus. Bild: PD/Fabienne Montepeque

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Eine «Halle für alle» hätte sie werden sollen, die Markthalle 93 in den Horgner Seehallen zwischen der Seestrasse und den Bahngeleisen. Doch nur ein knappes Vierteljahr nach der Eröffnung ist es nun definitiv: Am Samstag, 26. Januar öffnet die Markthalle 93 zum letzten Mal ihre Türen und lädt zur grossen «Ustrinkete» ein.

Wie Mitinitiant Alexandros Tyropolis erklärt, hätte mit dem auf maximal ein Jahr befristeten Projekt «das Filetstück» des ehemaligen Grob-Areals — insgesamt 1000 Quadratmeter Fläche mit Terrasse Richtung Hotel Meierhof — belebt werden sollen. Eine Markthalle, ganz nach den Vorbildern in Berlin, wo Tyropolis studiert hat, sollte es werden. «Mit einem breiten Angebot an Streetfood-Ständen, einem Dorfladen und regionalen Angeboten, wollten wir die Horgner überzeugen», sagt Tyropolis. In nur drei Wochen, verwandelte er gemeinsam mit seinen Mitinitiantinnen Sonia Kümin und Stefanie Hamburger die grosse, leere Fabrikhalle in einen farbenfrohen Marktplatz.

Dennoch gelang es nicht, die Horgner für den alltäglichen Einkauf oder den Nachmittagskaffee in die Markthalle zu locken. Tyropolis vermutet, dass Horgen als Pendlergemeinde möglicherweise nicht der optimale Standort für ein solches Angebot sei. «Viele Horgner wohnen zwar hier, sind jedoch durch die Arbeit stark nach Zürich ausgerichtet.» Möglicherweise habe die Markthalle auch deshalb Schwierigkeiten gehabt, zu einem Treffpunkt für die Bevölkerung zu werden.

«Viele Horgner wohnen zwar hier, sind jedoch durch die Arbeit stark nach Zürich ausgerichtet.» Mitinitiant Alexandros Tyropolis

Für Firmenanlässe und Feste habe man viele Anfragen bekommen, sagt Tyropolis. Doch ein reines Eventlokal hätten er und sein Team nicht führen wollen. So habe man im Gespräch mit allen involvierten Parteien beschlossen, das Projekt Markthalle 93 frühzeitig zu beenden.

Vielleicht habe man auch die Herausforderung, die eine Markthalle, wie sie den Initianten vorschwebte, etwas unterschätzt, sagt Tyropolis. «Damit richtige Marktatmosphäre aufkommt, braucht es Menschen und es müssen alle Stände immer besetzt sein.» Bei sieben bis acht Standbetreibern sei dabei enorm wichtig, dass alle sich an die Abläufe halten. «In der Praxis ist das leider eine sehr komplexe Angelegenheit», sagt Tyropolis.

«Seehallen auf gutem Weg»

Bei der Mobimo AG, der Besitzerin des ehemaligen Grob-Areals, bedauert man die frühzeitige Schliessung der Markthalle 93. Wie Mediensprecherin Marion Schihin erklärt, sei zwar von Anfang an klar gewesen, dass die Markthalle eine temporäre Nutzung sein würde. Auch um zu sehen, ob sich die grosse Halle für ein Gastronomiekonzept eignet. Mit einem solch raschen Aus habe man bei Mobimo jedoch nicht gerechnet. Angesichts der niedrigen Besucherzahlen, sei eine Schliessung jedoch sinnvoll. «Die Frequenz war schlicht zu niedrig», sagt Schihin.

«Einen reinen Gastrobetrieb auf der gesamten Fläche wird es vorerst nicht mehr geben.»Marion Schihin, Mediensprecherin Mobimo AG

Ansonsten laufe es rund in den Seehallen. «Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung. Gut 80 Prozent der verfügbaren Flächen sind vermietet», sagt Schihin. Das Angebot ist vielseitig, so finden sich beispielsweise ein Fitnesszentrum und eine Kaffeerösterei, Kleidergeschäfte, Ateliers und Büros in den Seehallen. Auch für die gut 1000 Quadratmeter grosse Fläche der Markthalle 93 sei man im Gespräch mit einem Interessenten. Was für ein Geschäft die Nachfolge der Markthalle antreten könnte, will Schihin noch nicht verraten. «Einen reinen Gastrobetrieb auf der gesamten Fläche wird es vorerst nicht mehr geben.»

Auch Alexandros Tyropolis sieht nach vorne. Mit seiner Firma Novac-Solutions entwickelt er Projekte zur Zwischennutzung leerstehender Immobilien. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.01.2019, 16:56 Uhr

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