Thalwil

Linke pochen bei SBB-Projekt auf günstige Wohnungen

Günstig wohnen an zentralster Lage: Dies sollen die SBB bei ihrem Bauprojekt am Bahnhof ermöglichen, fordern SP, Grüne, EVP und der Verein Ökopolis. Die Bundesbahnen sollen damit zur Linderung der Wohnungsnot in Thalwil beitragen.

Das Parkplatzareal seeseits des Bahnhofs Thalwil wird mit 1½- bis 5½-Zimmer-Wohnungen überbaut, aufgeteilt auf drei bis vier Gebäude.

Das Parkplatzareal seeseits des Bahnhofs Thalwil wird mit 1½- bis 5½-Zimmer-Wohnungen überbaut, aufgeteilt auf drei bis vier Gebäude. Bild: Sabine Rock

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Es wird eine privilegierte Wohnlage sein: direkt am Bahnhof. Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe. Und der See nur 200 Meter entfernt. Die Rede ist von den rund 55 Wohnungen, die die SBB auf ihrem heutigen Park-and-Ride-Areal seeseits des Bahnhofs Thalwil bis 2024 realisieren wollen. Drei bis vier Häuser sind dafür vorgesehen. Zum Gesamtprojekt namens Talevo gehört zudem der Umbau des Güterschuppens. Aus ihm wird ein Gebäude mit Büros, Dienstleistungen, Läden und eventuell weiteren Wohnungen.

Seit die SBB ihre Pläne vor einigen Wochen bekannt gemacht haben, beschäftigt in Thalwil unter anderem eine Frage: Wie hoch sollen die Mietpreise in den Neubauten sein? Die SBB sprechen von Mieten «im mittleren Segment». Für die lokale SP hingegen ist klar: «Mindestens ein Drittel der Wohnfläche muss als preisgünstig angeboten werden», sagt SP-Vorstandsmitglied André Kaufmann.

«Kein satter Mehrwert»

In Thalwil herrsche ein akuter Mangel an ebensolchen Wohnungen. «Es ist ein Riesenproblem.» Eines, das vielen Thalwilern Sorgen bereite. Das habe die Parteiin einer kürzlich durchgeführten telefonischen Umfrageaktion wieder einmal herausgehört.

Mit ihrer Forderung ist die SP nicht alleine. Auch die Grünen schreiben in einer Stellungnahme, dass «ein Anteil der Wohnungen im preisgünstigen Segment liegen» soll. Die SBB sollen dazu insbesondere einfachere Wohneinheiten für Kleinhaushalte realisieren, die «auch für Junge und Alte erschwinglich sind». Auch die EVP Thalwil fordert dazu auf, Wohnungen «im genossenschaftlichen Preissegment» zu prüfen. Unterstützt wird das Anliegen zudem vom Verein Ökopolis, der sich in Thalwil für Nachhaltigkeit engagiert und von Ex-Gemeindepräsidentin Christine Burgener (CVP) präsidiert wird. Mindestens ein Viertel der Wohnungen soll preisgünstig sein, verlangt der Verein seinerseits.

Solche Wohnungen würden die SBB in der Schweiz viele realisieren, entgegnet SBB-Sprecher Reto Schärli, «aber nicht an den jeweils zentralsten Lagen». Dort gewichte man die strategischen Ziele des Bundesrats einer Wertsteigerung in der Regel höher. Im Falle von Talevo sei zudem festzuhalten, dass wegen der teuren Verlegung von Bahntechnik und der Bodensanierung «gar kein satter Mehrwert resultiert».

Die SP glaubt, dass sie trotzdem gute Chancen hat, mit ihrer Forderung durchzukommen. Nun wolle man vorerst bei den zuständigen Stellen der Gemeinde Einfluss nehmen. Sollten die SBB definitiv nicht einlenken wollen, «werden wir eine Kampagne lancieren». Denn das letzte Wort zum Gestaltungsplan für das SBB-Projekt haben die Bürger an einer der kommenden Gemeindeversammlungen. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass das Anliegen für günstigen Wohnraum von vielen Thalwilern unterstützt werde. Jüngstes Beispiel sei das Gattiker Areal Hofwisen, wo nun auf Druck der SP und verschiedener Bürger Wohnungen zu tieferen Preisen geplant würden.

Beim Projekt Talevo sind die Mietpreise allerdings nur einer von verschiedenen Kritikpunkten, die in Thalwil zu reden geben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.01.2019, 08:57 Uhr

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