Langnau

Langnauer genehmigen Jahresrechnung trotz Verlust

In einer halbstündigen Gemeindeversammlung hiess die Stimmbevölkerung die Jahresrechnung 2018 gut. Sie weist einen Aufwandüberschuss auf.

Die Gemeindeversammlung in Langnau – hier der Dorfplatz – war rasch abgehandelt.

Die Gemeindeversammlung in Langnau – hier der Dorfplatz – war rasch abgehandelt. Bild: Archiv Steve Springer

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70 Stimmberechtigte fanden sich am Donnerstagabend um 20 Uhr im Schwerzi-Saal ein. Eine halbe Stunde später verteilten sie sich bereits wieder im Foyer um die Stehtische herum zum Apéro. Politische Debatten hatte es an diesem Abend zumindest im Plenum keine gegeben. Die Jahresrechnung als einziges Traktandum wurde einstimmig genehmigt.

Dass die Gemeindeversammlung für den Gemeinderat so reibungslos verlief, war nicht selbstverständlich. So musste er doch einen Verlust von 670000 Franken rechtfertigen, was fast doppelt so hoch ist wie der budgetierte Aufwandüberschuss von 350000 Franken. Finanzvorstand Beat Husi (CVP) ergriff das Wort, um dies zu erklären.

Mehrausgaben bei Pflege

Die Mehrkosten seien insbesondere in den Aufgabenbereichen Gesundheit und soziale Wohlfahrt ausfindig zu machen, sagte Husi. Im Bereich Gesundheit seien gegenüber dem Budget rund eine halbe Million zusätzliche Franken an Pflegekosten angefallen. Auch die Spitex habe Mehrausgaben verursacht. «Rückstellungen von 250000 Franken konnten jedoch aufgelöst werden und reduzierten so die Mehrausgaben im Bereich Gesundheit auf 320000 Franken», sagte Husi.

Im Aufgabenbereich soziale Wohlfahrt hätten die Sozialhilfe, Zusatzleistungen und die Verwaltung zu Mehrausgaben von 130000 Franken geführt. Dafür seien weniger Kosten für Sozialleistungen bei Jugendlichen angefallen. «Im Bereich Verkehr erhielten wir ausserdem Geld retour wegen des Postautoskandals», fügte Husi an. Das Eigenkapital der Gemeinde beträgt neu rund 21 Millionen Franken.

Steuerfuss beibehalten

Das Publikum blieb auch beim Ausblick auf die zukünftige Budgetdebatte stumm. Beat Husi hielt fest, dass drei Steuerprozent für eine ausgeglichene Rechnung fehlen. Die neuen finanzpolitischen Zielsetzungen der Gemeinde seien aber erreicht. Im letzten Jahr hatte die Gemeindeversammlung der Erhöhung des Steuerfusses auf 106 Prozent zugestimmt. Das Ziel sei es, sagte Husi, an diesem Steuerfuss festzuhalten.

Das Projekt «Haushaltsgleichgewicht 2020», das der Gemeinderat ins Leben gerufen hat, sei auf eine ausgeglichene Rechnung ausgerichtet. «Es ist aber eine Herausforderung, die Korrekturen mit Aufwandsenkungen umzusetzen, ohne die Infrastrukturaufgaben zu vernachlässigen», sagte Husi. Aus diesem Grund müsse Wünschbares von Notwendigem getrennt werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.06.2019, 06:40 Uhr

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