Richterswil

Kunstaktion beim Gemeindehaus Richterswil

Ein Dutzend grossformatige Leinwände zieren zur Zeit den Park rund ums Richterswiler Gemeindehaus. Der Verein Artpark hat zwölf Künstler aus der Umgebung eingeladen, sie zu bemalen, am Sonntag ist Vernissage.

Omar Rigoni legt seine Leinwand zum Malen auf die Wiese.

Omar Rigoni legt seine Leinwand zum Malen auf die Wiese. Bild: Tobias Humm

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Fünf riesige Köpfe blicken zurück auf den Betrachter des Bildes von Marlise Rüegg aus Pfäffikon. Die Malerin ist gelernte Floristin, doch das Motiv, das auf ihren Bildern am häufigsten erscheint, ist das menschliche Antlitz — so auch auf ihrem aktuellen Werk.

Das Gemälde ist Teil der Kunstausstellung «Malerei Symposium Richterswil» des Vereins Artpark, welche momentan rund um das Richterswiler Gemeindehaus am Entstehen ist. Das Spezielle an der Ausstellung ist, dass die Kunstschaffenden ihre Bilder vor Ort im Park rund um das Gemeindehauses malen. Dort wird am Sonntag, dem 15. Juni dann auch die öffentliche Vernissage stattfinden. Die Bilder werden einen Monat lang vor Ort ausgestellt.

Kunst im öffentlichen Raum

Auf die Beine gestellt hat die Kunstaktion der in Richterswil arbeitende Künstler und Artpark Mitglied Al Meier. Auch von ihm wird an der Ausstellung ein Bild zu sehen sein. «Ziel der Ausstellung ist es, Kunst im öffentlichen Raum zum Thema zu machen und die Intimität des Ateliers der Bevölkerung zu öffnen», sagt Meier. Um an fähige Künstler zu gelangen, hat er die Aktion beim Künstlerverband Visarte ausgeschrieben und dann aus den eingegangenen Bewerbungen ein möglichst breites Spektrum an verschiedenen Künstlern aus der Umgebung ausgewählt.

Seit rund zweieinhalb Wochen sind die Künstler bereits am Werk. Jedem steht eine grossformatige Leinwand zur Verfügung. Einige Bilder sind scheinbar fertig, andere haben sich in dieser Zeit radikal verändert und stehen noch im Prozess des Entstehens.

Der Zürcher Tono Schindler war mit seinem ersten Motiv, verschiedenen grossformatigen Köpfen, nicht zufrieden. Jetzt hat er sich der Horizontalen zugewendet. Schwarze und weisse Flächen ziehen sich waagrecht über den Malgrund, die weissen Flächen übermalt er mit einer Tupftechnik mit unterschiedlichen Brauntönen. Die verwendete Acrylfarbe trocknet rasch, und die Art ihres Auftrages verleiht ihr eine spezielle Oberfläche, die das Licht ganz anders zurückwirft, als wenn sie flächig aufgetragen würde.

Obschon die ausgefransten Linien an Berge oder Wolken über einem Meereshorizont erinnern, will Tono Schindler nicht, dass es als Landschaftsbild erkannt wird, sondern es soll ein abstraktes Bild werden.

Dies gilt auch für das Werk von Omar Rigoni aus Zürich. Er bewundert die Arbeit des amerikanischen Künstlers Jackson Pollock, der Farbe mit Gewalt aus der Tube auf die Leinwand geschleudert hat. «Ich versuche, immer ganz in der Art eines grossen Malers zu arbeiten und wenn ich den Ausdruck erreiche, den ich suche, dann gehe ich über die Vorgaben hinaus und mache die Malweise zu meiner eigenen», erklärt er sein Vorgehen.

Malen in der Wiese

Zum Arbeiten nimmt er die Leinwand jeweils von der eigens gefertigten Staffelei und legt sie in die Wiese. Schicht um Schicht legen sich die Farben Schnüren gleich übereinander, scheinbar völlig zufällig. Doch Omar Rigoni betrachtet jeden Farbauftrag kritisch und fügt hier und dort etwas hinzu, bis ihn die entstandene Spannung im Bild befriedigt. Einen ganz anderen Weg begeht die Malerin Jeannine Lipuner aus Pfäffikon. Statt praktischen Acrylfarben hat sie sich für echte Naturfarben entschieden.

Farbige Erden, vulkanische Gesteine, Halbedelsteine und Edelsteine sind das Material, aus dem sie ihre Palette zusammensetzt. In einem kleinen Mörser zerstösst sie die Rohstoffe zu feinem Pulver, dem sie ein Bindemittel beigibt. Malachit ergibt grün, Eisenerz rot, Lapislazuli blau und ein Tuffgestein aus dem Val Lugnez ein warmes Gelb. Dazu kommen verschiedene Braun- und Schwarztöne aus Erde. Jeannine Lippuner hat sich den Ausblick von ihrer Staffelei im Park zum Thema gemacht, den Hügel von Wollerau kombiniert sie dazu.

Die weissen Flächen, die das Bild nach der Hälfte der Zeit noch hat, werden sich noch mit weiteren Motiven füllen. Welche, wird sich den Besuchern der Ausstellung ab Sonntag offenbaren.

Vernissage am Sonntag, 15. Juli,11 Uhr, Gemeindehaus, Richterswil. Die Bilder bleiben bis Sonntag,19. August, vor Ort ausgestellt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.07.2018, 15:33 Uhr

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