Kirche

Kirchgemeinden am See wollen Mitgliederschwund bremsen

Die reformierte Kirche des Kantons Zürich verliert jährlich rund 5000 Mitglieder. Den Wandel zu stoppen, ist schwierig.

Vor allem die reformierten Kirchen im Kanton kämpfen seit Jahren mit einem Mitgliederschwund.

Vor allem die reformierten Kirchen im Kanton kämpfen seit Jahren mit einem Mitgliederschwund. Bild: Archiv ZSZ

Kirchen sollen für alle da sein, doch immer weniger besuchen sie. Gemäss den jährlichen Bevölkerungserhebungen des statistischen Amtes des Kantons Zürich zählte der Bezirk Horgen im Jahr 2010 noch 39'900 Reformierte und 35'200 Katholiken. Ende 2017 gehörten der reformierten Kirche lediglich 35'700 Mitglieder an, der katholischen 35'000. Vor allem bei der reformierten Kirche ist also ein deutlicher Rückgang erkennbar. Kantonsweit sind es pro Jahr etwa 5000 Mitglieder weniger, was einer kleineren Gemeinde entspricht.

Die Gründe für den Rückgang sind verschieden. Einerseits führt eine Säkularisierung zu Austritten. Andererseits ist ein demografischer Wandel für den Mitgliederschwund verantwortlich. Die Zahl an Sterbefällen ist höher als jene der Geburten. «Gegen diesen demografischen Wandel können wir nichts unternehmen», sagt Nicolas Mori, Mediensprecher der reformierten Landeskirche des Kantons Zürich.

Auch die Zuwanderung könne den Abwärtstrend nicht stoppen. Die meisten Christen, die in den Kanton ziehen, seien katholisch, sagt er. Daher habe die katholische Kirche auch weniger zu kämpfen als die reformierte.

Kirche soll attraktiver werden

«Den Mitgliederschwund kann man nicht stoppen, aber man kann ihn bremsen», sagt Mori. Die reformierte Kirche müsse neue Formen finden und näher zu den Menschen kommen. Viele Kirchgemeinden im Kanton versuchen dies bereits. Ein Beispiel sind Rockgottesdienste. Die neuen Vermittlungsformen sind ein Weg, den Mitgliederschwund zu bremsen. Ein anderer, struktureller Lösungsansatz bietet das Projekt «Kirchgemeinde plus». Dabei schliessen sich vermehrt Kirchgemeinden zusammen. So zuletzt am vergangenen Wochenende unter anderem in Langnau und Adliswil. Die Idee: Je grösser eine Kirchgemeinde ist, desto besser kann sie ein vielfältiges Gemeindeleben entwickeln.

In Wädenswil möchte die Kirchenpflege ihr Überleben auf andere Weise sichern. Das Angebot der Kirche soll attraktiver werden und so neue Mitglieder anziehen. Während des Jubiläumsjahres zum 250-jährigen Bestehen der Grubenmann-Kirche wurden vorübergehend 30 Bankreihen entfernt, um mehr Freiraum für Anlässe wie Ballnächte oder gemeinsames Essen zu schaffen. Dies führte auch Menschen in die Kirche, die sich sonst eher weniger mit dem Glauben beschäftigen.

(Daniel Hitz) (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.11.2018, 14:44 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!